Die C 63-Saga ist offiziell beendet: Mercedes-AMG zieht beim sportlichen C-Klasse-Flaggschiff den Stecker. Ein direkter Nachfolger ist aktuell nicht in Sicht, stattdessen will Affalterbach einen eher lauwarmen C 53 bringen. Den aber immerhin mit zwei zusätzlichen Zylindern. Das wären folglich sechs - und damit immer noch zwei weniger als beim C 63 der Vorgängergeneration. Offiziell begründet AMG die Entscheidung über das Aus des ungeliebten C 63 mit Euro-7-Vorgaben, die ausgerechnet der elektrifizierte Vierzylinder nicht erfüllen könne. Auch wenn offenbar nicht allein schwache Verkäufe das nahende Aus des C 63 verursacht haben, räumt Mercedes-AMG ein, die Bereitschaft der Kunden, einen Vierzylinder zu akzeptieren, überschätzt zu haben. In einem Interview mit den Kollegen der Auto Motor und Sport gab der scheidende CEO Michael Schiebe zu, dass die Prognosen zu optimistisch waren: „Frühere Entscheidungen wurden unter anderen Rahmenbedingungen getroffen, und wir sind auch von einer größeren Akzeptanz ausgegangen. Das hat sich in wichtigen Märkten, darunter auch den USA, deutlich verändert.“ Es ist nicht das erste Mal, dass der AMG-Chef so offen spricht. Vor gut einem Jahr sagte er dem Car Magazine, man habe „ohne Zweifel auch einige Kunden verloren, die einfach auf V8 stehen“. Später im Jahr räumte er ein, die Performance-Sparte von Mercedes hätte die Technik hinter dem elektrifizierten Vierzylinder-Antrieb „besser erklären“ müssen. Solche Töne hört man sonst eher aus Regierungskreisen, wenn das Volk mal wieder nicht in der Lage ist, die Genialität der eigenen Politik zu erkennen. Zum 1. Juli übernimmt Ex-Porsche-Taycan-Chef Stefan Weckbach die Führung von AMG und löst Michael Schiebe ab. Der scheidende CEO bleibt im Vorstand und verantwortet künftig Produktion, Qualität sowie Supply Chain Management. Während der C 63 mit 2,0-Liter-Motor verschwindet, lebt der „M139“-Motor im Mega-Kompaktsportler A 45 weiter. Schiebe sagte, der Hot Hatch werde „noch eine ganze Zeit“ im Programm bleiben. Zuletzt wurde beschlossen, den Lebenszyklus der A-Klasse um einige Jahre zu verlängern. Im zweiten Quartal 2026 wechselt das Einstiegsmodell zudem den Produktionsstandort: Die Fertigung wird vom Werk Rastatt in Deutschland ins Werk Kecskemét in Ungarn verlagert, wo Mercedes das Fahrzeug voraussichtlich bis 2028 bauen will. Der längs eingebaute „M139l“ dürfte unterdessen auch aus dem GLC 63 verschwinden. Die Logik spricht dafür, dass Mercedes-AMG einen GLC 53 mit dem Reihensechszylinder plant, der auch für den C 53 vorgesehen ist. Die Identität des 3,0-Liter-Triebwerks ist bereits bekannt: „M256M“. Zur Einordnung: Im CLE 53 Coupé und Cabriolet leistet es aktuell 449 PS. Motor1 meint: Das verfrühte Aus für den C 63 zeigt, dass Zahlen nicht alles sind. Obwohl der Plug-in-Hybrid deutlich leistungsstärker ist als sein V8-Vorgänger, vermissten Enthusiasten die Dramatik des charakterstarken 4,0-Liter-Biturbo-Aggregats. Ingenieure mögen behaupten, Hubraum lasse sich ersetzen – am Ende entscheiden jedoch die Kunden mit ihrem Geldbeutel, ob sie einen großen Verbrenner wollen oder einen ultrakomplexen kleinen Motor mit Hybrid-Unterstützung. Der kommende V8, an dem AMG arbeitet, dürfte Käufer zurück in die Showrooms holen. Eine C-Klasse mit Achtzylinder scheint jedoch nicht geplant. Stattdessen ist der neue Motor für größere Modelle vorgesehen – darunter auch ein besonders kompromissloser CLE.