Nur sieben der heute verfügbaren 81 Fahrzeugen mit Range Extender (EREV oder REEV genannt) stammen von etablierten Automarken. Eine Zahl, die deutlicher als jede andere Statistik zeigt, wie stark chinesische Hersteller den Markt für Elektrofahrzeuge mit Reichweitenverlängerer dominieren und wie rasant diese Technologie an Bedeutung gewinnt. Länder wie China und Norwegen treiben den Umstieg vom Verbrenner zur rein elektrischen Mobilität weiter voran. In vielen anderen Regionen verläuft die Einführung neuer Antriebstechnologien jedoch deutlich langsamer. Bildergalerie: Leapmotor C10 REEV (2025) im Test Auch die ambitionierten Vorgaben in Regionen wie Europa stoßen auf eine komplexe Realität: Reine Elektroautos sind nach wie vor teuer, die Ladeinfrastruktur vielerorts noch nicht flächendeckend ausgebaut. In diesem Umfeld verdient jede Lösung Aufmerksamkeit, die den Übergang erleichtern kann. Chinas EREV-Boom Die Dominanz Chinas beschränkt sich nicht nur auf reine Elektroautos. In den vergangenen drei Jahren hat das Land auch bei Plug-in-Hybriden und Vollhybriden große Fortschritte gemacht. Sie alle werden in China unter dem Sammelbegriff NEV (New Energy Vehicles) geführt. EREV, also Elektrofahrzeuge mit Reichweitenverlängerer, gelten als jüngste Wette, um sowohl im Heimatmarkt als auch international weiter zu wachsen. Technisch handelt es sich um batterieelektrische Autos mit einem zusätzlichen Benzinmotor an Bord, der ausschließlich als Generator arbeitet. Der Verbrenner treibt die Räder nie direkt an: Der Vortrieb erfolgt immer über den Elektromotor, während der Benziner einspringt, um die Batterie nachzuladen, sobald der Ladezustand sinkt. Ein gutes Beispiel ist der Leapmotor C10 REEV, den wir schon testen konnten und durchaus angetan waren. Anzahl der in China eingeführten neuen EREVs Bild von: Motor1 Italy Diese Lösung wird in China zunehmend populär und könnte bald auch international stärker an Bedeutung gewinnen. Nach Daten der CAAM (China Association of Automobile Manufacturers) kamen in den ersten sechs Monaten 2025 auf dem chinesischen Markt 40 neue EREV-Modelle hinzu. Das sind mehr als die 35 Neuheiten im gesamten Jahr 2024. Im ersten Halbjahr 2025 machten diese Fahrzeuge in China nahezu 5 Prozent aller Neuzulassungen aus. 81 Modelle verfügbar, doch nur wenige klassische Hersteller Im März 2026 umfasst der Markt 81 unterschiedliche Modelle (Transporter ausgenommen), die auf diese Technologie setzen. Das Angebot führt Changan Auto an, das über vier seiner Marken 16 EREV-Modelle anbietet. Es folgen Chery und Dongfeng mit jeweils 8 Modellen. Der Großteil des Angebots ist chinesisch geprägt: Nur sieben der 81 verfügbaren Modelle stammen von traditionellen Herstellern. Im Detail bietet Mazda 3 Modelle an, während Nissan, GM, Volkswagen und Ford jeweils mit einem Modell vertreten sind. Das Bild dürfte sich allerdings erweitern. Nissans e-POWER-Technologie wird in weiteren Modellen erwartet, BMW hatte dieses Konzept früher bereits beim alten i3 erprobt, und Jeep soll eine EREV-Version des Grand Wagoneer einführen. Die Technologie bringt mehrere Vorteile mit: Sie ist einfacher und günstiger zu entwickeln als ein reines Elektroauto, erfordert keine großen Infrastrukturinvestitionen und bietet eine pragmatische Antwort für alle, die unter Reichweitenangst leiden. Außerdem muss der als Generator genutzte Benzinmotor nicht zwangsläufig groß dimensioniert sein und kann durchgängig in seinem idealen Betriebszustand laufen, was ihn effizienter macht. Werden EREV der nächste große Boom auf dem globalen Automarkt?