Der Polestar 2 gehört neben Tesla zu den prägenden E-Modellen der frühen 2020er Jahre. Besonders die Long Range Single Motor-Variante verspricht mit ihrer 82-kWh-Batterie und bis zu 659 Kilometern Reichweite echte Langstreckenqualitäten. Doch wie schlägt sich das Elektroauto im Alltag, wenn Style auf Substanz trifft? Wir haben den Schweden genau unter die Lupe genommen, um zu prüfen, ob das Datenblatt hält, was es verspricht. Technisch fährt der Polestar 2 mit 220 kW (299 PS) und 490 Nm Drehmoment an der Hinterachse vor. Der Sprint auf 100 km/h gelingt in 6,2 Sekunden. Polestar 2 Long Range (2026) im Test Polestar 2 Long Range (2026) im Test Das Design bleibt minimalistisch und erinnert mit dem Stummelheck an klassische Limousinen. Die Proportionen wirken sportlich, wenngleich das Fahrzeug etwas hochbeinig steht. Die Hartplastik-Anbauteile an den Radläufen stören jedoch das ansonsten hochwertige Bild. Im Innenraum dominiert skandinavische Nüchternheit mit Android Automotive und einer guten Balance aus Touchscreen und physischen Tasten. Die Haptik im Cockpit überzeugt, allerdings vermisst man Schnellzugriffe für die Rekuperation am Lenkrad. Diese lässt sich nur umständlich über das Menü steuern. Auf der Straße zeigt sich der Zweier souverän. Das Fahrwerk bügelt leichte Unebenheiten gut weg und bietet dennoch eine straffe Abstimmung für kurvige Passagen. Dank Heckantrieb wirkt der Zweitonner agil. Die Lenkung ist in der Härte verstellbar, wirkt bei den Assistenzsystemen aber teils etwas ruckelig. Besonders angenehm im Stadtverkehr ist das gut abgestimmte "One-Pedal-Driving". Auf der Langstrecke muss sich die WLTP-Reichweite an der Realität messen. Bei Temperaturen um acht Grad pendelte sich der Verbrauch auf der Autobahn bei etwa 20,3 kWh ein. Etappen von gut 345 Kilometern sind so realisierbar. An der Ladesäule sind maximal 205 kW möglich. Der Ladevorgang von 10 auf 80 Prozent dauert rund 28 Minuten. Das ist solides Mittelmaß, wobei die Ladekurve ab 65 Prozent Ladestand spürbar abfällt. Gegenüber neueren 800-Volt-Systemen merkt man dem Polestar 2 hier sein Alter langsam an. Preislich startet der Polestar 2 Long Range Single Motor bei 52.690 Euro. Damit liegt er auf Augenhöhe mit einem vergleichbaren Mercedes CLA, aber über dem Tesla Model 3 oder Kia EV4 Fastback. Für das Geld erhält man einen ausgereiften Allrounder mit hohem Reisekomfort, auch wenn der Kofferraum durch das Fließheck beim Durchladen Grenzen hat. Wer über die nicht mehr ganz frische Ladetechnik hinwegsieht, findet hier einen starken Begleiter. Den ausführlichen Testbericht mit allen Eindrücken und Bildern finden Sie auf InsideEVs.de.