Immer mehr neue Vorschriften und Kunden, die oftmals genug von reinen Bildschirmbedienkonzepten haben: Da beginnen Hersteller langsam, die Touchscreen-Überdosis zurückzufahren. Selbst Polestar will künftig wieder physische Tasten in den Innenraum bringen. Eine Marke, die bis auf wenige Ausnahmen mit nahezu jeder Funktion in einem riesigen Display gestartet ist. Polestars Designchef Philipp Römers bestätigte kürzlich in einem Online-Webcast (wie zuerst von unseren Kollegen bei InsideEVs berichtet), dass kommende Modelle stärker auf haptische Tasten und Drehregler setzen werden. Für eine Marke, die lange auf einen minimalistischen, stark bildschirmorientierten Look gesetzt hat, ist das ein deutlicher Kurswechsel. Innenraum des Polestar 3 Performance Der Zeitpunkt überrascht allerdings nicht. Neue europäische Sicherheitsstandards von Euro NCAP verlangen künftig physische Bedienelemente für bestimmte Funktionen, damit ein Fahrzeug eine Fünf-Sterne-Bewertung erreichen kann. Auch in China werden die Vorgaben für touchscreenlastige Innenräume zunehmend verschärft. Letzterer stellt einen weiteren wichtigen Markt für Polestar dar. Neben der Rückkehr zu physischen Bedienelementen plant Polestar auch ein Update des Infotainmentsystems. Die Marke bleibt bei Android Automotive, will jedoch die Personalisierungsoptionen ausbauen, damit sich das Nutzererlebnis stärker auf den Fahrer zuschneiden lässt. Auch das Interieurdesign selbst rückt in den Fokus. Römers zufolge sind neue Farben und Materialien für Modelle wie den Polestar 3 und 4 geplant. Bislang verwendeten die Schweden vor allem Töne wie Grau, Weiß und Schwarz. Innenraum des Polestar 4 Die Änderungen sind Teil von Polestars größerem Plan, die Trendwende zu schaffen. Erst kürzlich kürzlich wurde die "größte Modelloffensive der Unternehmensgeschichte" angekündigt. – darunter ein überarbeiteter Polestar 4, ein aufgefrischter Polestar 2 sowie die Ankündigung des komplett neuen Polestar 7. Der Polestar 6 wiederum, der ursprünglich noch in diesem Jahr debütieren sollte, wurde verschoben. Alles deutet darauf hin, dass Polestar in die richtige Richtung steuert. Motor1 meint: Physische Tasten und mehr Auswahl im Innenraum sind ein sinnvoller Schritt, der der Sicherheit und der schnellen haptischen Bedienung zugute kommt. Ihren minimalistischen Ansatz müssen sie dabei nicht zwingend aufgeben. Um sich jedoch neben der Flut an neuen Elektromodellen mit starken technischen Argumenten behaupten zu können, muss Polestar auch in der nächsten Generation überzeugende Fahrzeuge liefern. Und da liegt der Fokus bei weitem nicht nur auf den Knöpfen (Stichwort: 800-Volt-System)