Das kontrovers diskutierte Concept C setzt Audis Design auf Reset – zu einem Zeitpunkt, an dem die Verkaufszahlen des Unternehmens sinken. Die Nachfrage ging im vergangenen Jahr um 2,9 Prozent gegenüber 2024 zurück. Und auch 2024 war kein gutes Jahr, denn die Auslieferungen fielen im Vergleich zu 2023 um 11,8 Prozent. Liegt es auch am Design? Vermutlich nicht, Audi hat derzeit ganz andere Probleme. Und dennoch: Eine veränderte Designsprache kann die Nachfrage spürbar beeinflussen – zumal Audi betont, dass das Design weiterhin der wichtigste Kaufimpuls für die Marke ist. Audi-Vorstandsmitglied Marco Schubert sagte dem australischen Magazin CarExpert, dass die Optik eines Fahrzeugs nach wie vor ein zentraler Verkaufstreiber sei: „Für uns ist Design immer noch der Hauptgrund, warum Kunden unsere Autos kaufen.“ Der neue Ansatz, den das Concept C verkörpert, trägt den Slogan „Radical Next“ – was angesichts des Wechsels zu einer komplett neuen Philosophie passend wirkt. Schubert ist überzeugt, dass Audis neue Designidentität helfen wird, sich von der Konkurrenz abzusetzen – durch eine „Vereinfachung beim Exterieurdesign, ein wirklich klares Design, das wirklich herausragt und sich vom Wettbewerb unterscheidet“. Idealerweise wollen die vier Ringe an die Strahlkraft des ursprünglichen TT herankommen. Gerade die erste Generation des kleinen Sportwagens, die zwischen 1998 und 2006 gebaut wurde, hatte nachhaltigen Einfluss auf Absatz und vor allem das Markenimage. Auch die Wiederbelebung der Neuen Klasse bei BMW steht außen für mehr Zurückhaltung – im Innenraum gehen die Ansätze jedoch auseinander. Während München derzeit stark auf Displays setzt, bringt Ingolstadt (teilweise) physische Bedienelemente zurück. Zudem hat Audi eine Rückkehr zu höherwertigen Materialien zugesagt. Zuletzt hatte man selbst eingeräumt, dass die aktuellen Innenräume nicht mehr das frühere Niveau erreichen. Das Concept C ist noch einige Jahre von der Serienfertigung entfernt. Es soll die Richtung für eine neue Ära von Audi-Modellen vorgeben – die neuen Generationen von Q7 und Q9, die wir noch in diesem Jahr sehen, werden hingegen noch zur alten Schule gehören. Auch das elektrische Einstiegsmodell, das angeblich den Geist des eigenwilligen A2 wiederbeleben soll, folgt noch der bisherigen Designlogik. Die radikale Concept C-Studie hingegen gibt einen präzisen Ausblick darauf, was beim Serienmodell zu erwarten ist. Audis neuer Design-Chef Massimo Frascella hat bereits erklärt, dass die straßentaugliche Version rund 87 Prozent des Designs der Studie übernehmen wird. Unabhängig davon haben Unternehmensvertreter offiziell bestätigt, dass das finale Produkt weder den Namen TT noch R8 wiederbeleben wird. Zu sehen sein dürfte es entweder Ende 2027 oder Anfang 2028. Audi Concept C (2025) Motor1 meint: Audi schürt weiter Erwartungen rund um das Concept C und dessen Einfluss auf Design und Qualität der gesamten Modellpalette – dann sollte die Marke ihre Versprechen auch einlösen. Derzeit liegt das Unternehmen weiterhin hinter BMW und Mercedes, daher scheint der Zeitpunkt günstig, um einiges neu zu sortieren und verlorenes Terrain zurückzugewinnen. Am Ende wird ein elektrischer Sportwagen beim Volumen kaum eine große Rolle spielen. Aber wie einst der TT könnte er Interesse wecken und mehr Menschen in die Autohäuser bringen. Man kann das Concept C als rollende Werbung verstehen. Besonders spannend wird, wie sich das vom targaartigen Elektro-Sportler geprägte Design auf andere Karosserieformen übertragen lässt – vor allem auf die volumenstarken SUVs.