Es ist gerade ganz schön Bewegung drin im sonst doch eher ruhigen Segment der Luxuslimousinen. Mercedes hat kürzlich seine umfassend überarbeitete S-Klasse vorgestellt, der BMW 7er folgt in den nächsten Monaten, Lexus stellt den LS nach 37 Jahren ein und nun steht auch noch die Zukunft des Audi A8 auf der Kippe. Wie wir darauf kommen? Nun, uns fiel auf, dass Ingolstadts Flaggschiff im deutschen Konfigurator nicht mehr verfügbar ist. Deshalb haben wir bei Audi nachgefragt. Tatsächlich kann der A8 bei uns nicht mehr bestellt werden. Die Auftragsbücher wurden bereits vor rund zwei Wochen geschlossen. Die letzten A8 ließen sich demnach noch bis zum 18. Februar konfigurieren. Auf die Frage nach der globalen Verfügbarkeit erklärte uns A8-Sprecher Marcel Bestle, diese hänge von Lagerbeständen und weiteren Faktoren ab. Audi nennt keinen Zeitpunkt für das Produktionsende – doch wenn die Luxuslimousine im Heimatmarkt nicht mehr bestellbar ist, ist es eher eine Frage des Wann als des Ob. Die D5-Generation des A8 ist inzwischen in die Jahre gekommen: Sie ist seit 2017 auf dem Markt. Das Ende 2021 eingeführte Facelift konnte offenbar nicht genug Impulse setzen, um eine signifikante Anzahl an Käufern vom 7er oder der S-Klasse wegzulocken. Zur Modellpflege gehörte zudem eine nochmals verlängerte Version für China, die den historischen Namen „Horch“ wiederbelebte, um gegen die Maybach S-Klasse anzutreten. Auch wenn die Zukunft des A8 ungewiss ist, gibt es einen Grund, vorsichtig optimistisch zu bleiben. Marcel Bestle sagte Motor1, man werde „zu einem späteren Zeitpunkt weitere Details zu einem möglichen Nachfolger kommunizieren“. Entscheidend ist hier das Wort „möglich“ – denn unklar ist, ob eine fünfte Generation überhaupt grünes Licht bekommen hat. Da es bislang keine Erlkönigfotos gibt, dürfte ein neuer A8 in den nächsten Jahren kaum auf den Markt kommen. Im vergangenen Oktober erfuhr die Automobilwoche von einem Audi-Sprecher, die vier Ringe seien „auf der Suche nach einer Plattform für einen möglichen Nachfolger“. Ein weiteres Facelift des D5 wurde demnach wegen strengerer Abgasvorschriften ausgeschlossen. Mit der nahenden Euro 7-Norm werden sauberere Antriebe nötig. Audi A8 50 TDI (2018) Motor1 meint: Audi hatte ursprünglich das Ziel, ab 2032 ausschließlich elektrisch zu sein, ist davon aber wegen der schleppenden E-Nachfrage wieder abgerückt. Das wieder gestiegene Interesse an Verbrennern könnte zu einem weiteren A8 mit Verbrennungsmotor führen – zumal eine passende Basis grundsätzlich verfügbar wäre. Die Premium Platform Combustion (PPC) ist mit großen Fahrzeugen wie dem nächsten Q7 und dem ersten Q9 kompatibel, sie ließe sich daher vermutlich auch für eine große Limousine adaptieren. Doch selbst wenn es technisch möglich ist: Die Nachfrage nach großen Limousinen ist längst nicht mehr so hoch wie vor dem SUV-Boom. In einigen asiatischen Märkten wächst zudem das Interesse an Luxus-Vans, wodurch es klassische Stufenhecklimousinen noch schwerer haben. In einen neuen A8 zu investieren, der im Kern der seit 32 Jahren angewandten Formel folgen würde, dürfte sich wirtschaftlich kaum lohnen. Selbst wenn Audi nochmal eine Luxuslimousine ins Rennen schickt, dürfte zwischen den beiden Generationen eine mehrjährige Lücke entstehen. Das wäre eine gute Nachricht für die deutschen Rivalen, denn BMW und Mercedes treiben ihre größten Limousinen konsequent weiter voran. So hat der Stern bereits bestätigt, dass die nächste S-Klasse um 2029 herum mit Verbrennern und elektrischen Antrieben kommen soll.