Letztes Jahr hieß es "Lebewohl Audi A4", nach immerhin 30 Jahren Bauzeit. Der Grund dürfte bekannt sein: Ingolstadt beschloss irgendwann, künftig gerade Zahlen für Elektrofahrzeuge zu verwenden und ungerade für die Verbrenner. Auf den letzten A4 (B9) folgte demnach der aktuelle A5. Allerdings wird der A4 zurückkehren. Auch wenn dafür noch Geduld gefragt ist. Audi-Chef Gernot Döllner, der sich zuletzt offen zu früheren Fehlentscheidungen der Marke geäußert hat, bestätigte Anfang des Jahres, dass es einen neuen, vollelektrischen A4 geben wird. Konkrete technische Details nannte er nicht. Er sprach jedoch vom größten Umbruch in der Unternehmensgeschichte, bei dem die Hammer-Studie Concept C eine zentrale Rolle spielen soll. Der neue A4 soll dann die Scalable Systems Plattform des Volkswagen-Konzerns nutzen. Diese Architektur sollte ursprünglich 2026 starten. Aufgrund von Softwareproblemen verschob sich der Marktstart. Das erste Serienfahrzeug auf dieser Plattform wird nun für Ende 2027 erwartet, weitere Modelle folgen 2028. Der A4 zählt zu diesen geplanten Modellen. Bis zur Markteinführung bleiben jedoch viele Details offen. Klar ist nur, in welche Richtung sich Audis Mittelklasse-Stromer entwickeln soll. Wie wird er heißen? Audi wird das neue Elektroauto wieder A4 nennen. So kommt es dann nach vier oder fünf Jahren Pause zum Revival. Der erste A4 ging 1994 in Serie, insgesamt gab es fünf Generationen. Die letzte kam 2016 auf den Markt. Irritierenderweise (bei der Audi-Nomenklatur keine Seltenheit) ist die Elektr-Verbernner-Zahlentrennung inzwischen schon wieder Geschichte. Der A6 heißt in beiden Varianten A6. Ob man es künftig beim A4/A5 auch so handhaben wird, steht in den Sternen. Wie wird der neue Audi A4 aussehen? Neuer Audi A4 Rendering von Motor1 Der kürzlich vorgestellte Audi Concept C schlug immense Wellen. Und er gibt offenbar einen konkreten Ausblick auf die kommende Formensprache. Zwar handelt es sich um einen zweitürigen Sportwagen, doch zentrale Gestaltungselemente dürften in die Serienmodelle einfließen. Das Konzept zeigt scharf gezeichnete Karosseriekanten und eine betont vertikale Front. Ob das beim nächsten A4 auch so sein wird, bleibt abzuwarten. Der Innenraum der Studie fällt extrem reduziert aus. Es gibt ein einzelnes Display für den Fahrer, berührungssensitive Klimabedienelemente in der Mitte des Armaturenbretts und eine weitere Reihe physischer Tasten zwischen den Sitzen. In dieser Konsequenz dürfte Audi das Serienmodell nicht umsetzen. Welche Plattform wird der Audi A4 nutzen? Der neue A4 basiert auf der Scalable Systems Platform des Volkswagen-Konzerns. Diese Architektur wird künftig bei zahlreichen Konzern-Modellen zu finden sein, darunter auch die neunte Generation des VW Golf. SSP wurde primär als Elektroplattform mit 800-Volt-Technik entwickelt. Sie kann jedoch auch Verbrennungsmotoren aufnehmen, die als Reichweitenverlängerer dienen. Welche Antriebe wird der neue Audi A4 bekommen? Döllner bestätigte im Oktober, dass der A4 als Elektroauto zurückkehrt. Konkrete Leistungsdaten nannte er nicht. Die Plattform erlaubt Antriebe mit bis zu 1.250 kW, also rund 1.700 PS. Ein Wert, der für eine Audi-Mittelklasselimousine wenig überraschend als unrealistisch gilt. Wahrscheinlich sind ein oder zwei Elektromotoren mit Allradantrieb. Leistungen bis 400 oder 500 PS sollten durchaus möglich sein. Sollten sich die Vier Ringe zu einem elektrischen RS 4 durchringen können, sind auch 700 PS oder mehr zu erwarten. Zur Batterie gibt es noch keine Angaben. Wann wird der A4 debütieren? Eine Premiere steht nicht unmittelbar bevor. Die zugrunde liegende Plattform startet frühestens 2027 oder 2028. Ein Marktstart vor 2028 gilt als daher als unwahrscheinlich. Wie viel wird der A4 kosten? Der neue A4 sollte sich hier an elektrischen Mittelklasse-Fahrzeugen der anderen deutschen Premium--Hersteller orientieren. Sowohl die elektrische Mercedes C-Klasse als auch der Neue Klasse-i3 von BMW werden vor dem Audi debütieren. Kleiner Anhaltspunkt: BMWs neues E-SUV iX3 startet mit 345 kW (470 PS) bei 68.900 Euro. Der aktuelle A5 mit Verbrennungsmotor kostet mindestens 46.900 Euro, das elektrische Kompakt-SUV Q4 E-Tron ist ab 46.150 Euro zu haben.