Dass Audi an einem geistigen Erben des zeitlebens verkannten A2 arbeitet, ist kein wirkliches Geheimnis mehr. Nun gibt es allerdings neues Futter für alle Fans des Kleinwagens. Wie unsere britischen Kollegen von Autocar unter Berufung auf hochrangige Unternehmensquellen berichten, wird Audi noch vor Ende dieses Jahres (2026) den Vorhang für ein neues, rein elektrisches Einstiegsmodell lüften. Der Marktstart ist für Anfang 2027 geplant. Dabei wagen die Ingolstädter einen Blick zurück in die eigene Historie: Das neue Modell soll den Namen Audi A2 e-tron tragen und gilt als spiritueller Nachfolger des innovativen, aber damals seiner Zeit zu weit voraus eilenden Kleinwagens der frühen 2000er-Jahre. Design: Das Comeback des One-Box-Designs Erste Erlkönige und Insider-Informationen deuten darauf hin, dass Audi mutig genug ist, das charakteristische "One-Box-Design" des Ur-A2 neu zu interpretieren. Erwarten Sie eine kurze "Motor"haube, eine hohe Dachlinie für maximale Raumausnutzung im Interieur und – als liebevolles Zitat an das Original – eine geteilte Heckscheibe. Allerdings soll der neue A2 e-tron bulliger auftreten und Crossover-Elemente integrieren, um dem aktuellen Kundengeschmack zu entsprechen. Dabei könnte der A2 in eine sehr interessante Nische stoßen, die inzwischen verwaist ist. Offenbar spricht man intern davon, in Richtung BMW i3 zu steuern. Der Münchner Pionier wurde zwischen 2013 und 2024 gebaut und teilt so ein bisschen das Schicksal des Ur-A2. Auch er war seiner Zeit voraus und verdiente sich erst spät die gerechtfertigte Anerkennung. Auch die ersten beiden Genrationen der Mercedes A-Klasse mit Sandwichboden hat man wohl ins Auge gefasst. So könnte ein Premium-Raumwunder auf kleiner Fläche entstehen. Wer sich erinnern mag – bereits 2019 zeigte Audi auf der Auto Shanghai die Studie AI:ME. Dieses Konzeptauto nahm das One-Box-Design und den Fokus auf den urbanen Raum bereits vorweg. Wie viel dieses Designs wir beim A2 e-tron sehen werden, bleibt abzuwarten. Bildergalerie: Audi A2 e-tron (2026), das Rendering von Motor1.com Technik: MEB statt SSP Ursprünglich sollte der elektrische A2-Nachfolger auf der künftigen, hochmodernen SSP-Plattform (Scalable Systems Platform) des VW-Konzerns stehen. Da sich diese 800-Volt-Architektur jedoch immer weiter verzögert, wird das Auto wohl die bewährte MEB-Plattform (Modularer E-Antriebs-Baukasten) nutzen, die wir bereits vom VW ID.3, Cupra Born und dem Audi Q4 e-tron kennen. Was bedeutet das für die Technik des A2 e-tron? Architektur: 400-Volt-System (statt der schneller ladenden 800V der SSP/PPE-Plattformen).Antrieb: Standardmäßig Heckantrieb.Leistung: Wenn Audi ins Konzernregal greift, dürften wir den neuen, effizienteren APP550-Elektromotor sehen. Leistungen zwischen 170 PS (Einstieg) und 286 PS (als potenzieller "S2") sind realistisch.Batterie: Im ID.3 stehen derzeit 59 kWh und 77 kWh (netto) zur Verfügung. Aufgrund der aerodynamisch günstigen Tropfenform des A2 könnte die Reichweite mit dem großen Akku die 600-Kilometer-Marke knacken und damit den ID.3 übertreffen. Das Ende für A1 und Q2 Die Einführung des A2 e-tron kommt nicht zufällig zu diesem Zeitpunkt. Audi bereinigt sein Portfolio am unteren Ende. Die Produktion des Kleinwagens A1 und des Kompakt-SUVs Q2 soll Ende 2026 auslaufen. Preislich könnte der Audi A2 e-tron hierzulande bei etwa 36.000 bis 40.000 Euro starten. Zum Vergleich: Den VW ID.3 gibt es aktuell ab gut 33.000 Euro. Motor1 meint: Wenn Audi mit einem A2 e-tron die Form des damals unter Wert geschlagenen, inzwischen fast schon verehrten Ur-A2 zurückbringt und Engagement im Kleinwagen-Segment zeigt, ist das grundsätzlich sehr zu begrüßen. Sollte es gelingen den Charme des Originals mit Top-Reichweite, sehr gutem Raumangebot und Premium-Qualität zu verknüpfen, könnte das Auto ein Erfolg werden.