Im Juni 2024 erhielt der Audi e-tron GT analog zum Porsche Taycan ein umfangreiches Facelift. Der Fokus lag auf stärkeren Motoren und einer leistungsfähigeren Batterie. Nachdem zunächst die hochpreisigen Varianten S, RS und RS Performance mit bis zu 925 PS starteten, schoben die Ingolstädter im Mai die neue Einstiegsversion nach: Der e-tron GT quattro leistet 370 kW und startet bei 108.900 Euro. Technisch nutzt die Basis denselben Akku mit 97 kWh Nettokapazität wie die Topmodelle. Dank optimierter Zellchemie steigt die Ladeleistung von 270 auf 320 kW, was den Hub von 10 auf 80 Prozent in 18 Minuten ermöglicht. Zudem wurde das Temperaturfenster für optimales Laden signifikant auf 15 bis 45 Grad erweitert. Die Elektromotoren sind baugleich zu den stärkeren Versionen und nur softwareseitig gedrosselt. Das Basismodell verzichtet serienmäßig auf die Hinterachssperre, was 30 Kilo Gewicht spart. Wer das Auto nicht am Limit bewegt, kann sich den Aufpreis für die Sperre sparen. Auch die Rekuperation wurde verstärkt (bis zu 400 kW), echtes One-Pedal-Driving will aber nach wie vor nicht so recht gelingen. Serienmäßig ist ein Zweikammer-Luftfahrwerk verbaut; das neue, oft gelobte Aktivfahrwerk kostet 7.000 Euro Aufpreis. Der Testwagen verzichtete darauf, trieb den Preis durch Extras wie Hinterradlenkung, Matrix-LED und Sportsitze aber dennoch auf 131.745 Euro. Optisch hat sich kaum etwas geändert – der Wagen ist auch nach fünf Jahren immer noch wunderschön. Innen herrscht ein Zwiespalt: Das Interieur wirkt zwar irgendwie leicht angestaubt, bietet im Vergleich zu den neuesten Audi-Modellen (Q6 e-tron, A5 und Co.) aber die deutlich bessere, „alte“ Verarbeitungsqualität. Der ins Armaturenbrett integrierte Screen wirkt harmonischer als die neuen aufgesetzten Display-Landschaften. Unverständlich ist jedoch der Rückschritt zu hochglänzenden Touch-Tasten am Lenkrad. Ein praktisches Detail ist die frei belegbare Taste, um die nervige EU-Tempowarnung mit einem Klick abzuschalten. Bildergalerie: Audi e-tron GT quattro (2025) im Test Kritik gibt es für die Praktikabilität: Das Fach in der Mittelkonsole ist mickrig, induktives Laden fehlt völlig, und eine spitze Lüftungsdüsenverkleidung gefährdet beim Aussteigen die Knie. Hinten sitzen große Personen ab 1,85 Meter aufgrund der Dachlinie beengt, auch wenn die vielzitierten Fußgaragen helfen, die Füße und damit auch die Beine vernünftig unterzubringen. Was Fahrdynamik und -gefühl angeht, ist Harmonie beim e-tron GT quattro Trumpf. Sehr sehr viele Dinge fühlen sich einfach richtig und wohl gewichtet an. Die Lenkung ist tatsächlich "Audi at it's best". Dazu trägt auch der angenehm dünne Lenkradkranz bei. Sie arbeitet leichtgängig und schnell, vermittelt dennoch ein gutes Gefühl für die Straße und hält einen jederzeit sehr gut darüber auf dem Laufenden, was da gerade so passiert unter einem. Auch in diesem Auto mit seinen "nur" 504 PS reicht die vorhandene Kraft locker aus, um ein relativ langgezogenes Kribbeln in der Bauchgegend zu erzeugen. Die Kraftentfaltung erfolgt hier konzeptbedingt sehr direkt, aber durchaus auch mit einer gewissen Linearität. Auch bei Geschwindigkeiten, die man aus Gründen des Stromverbrauchs selten fahren wird, ist noch mehr als ordentlich Zug drin. Der Verbrauch lag im Test bei Temperaturen zwischen 11 und 13 Grad im Schnitt bei ordentlichen 22,6 kWh/100 km, was einer realen Reichweite von etwa 430 Kilometern entspricht. Den ausführlichen Testbericht mit allen Daten, Tabellen, Messwerten und Fazit finden Sie auf InsideEVs.de.