Abt versteht wie Marketing geht, was die Allgäuer neben ihren Produkten sicher zu der Instanz gemacht hat, die sie heute sind. Entsprechend weiß die Truppe um Chef Hans-Jürgen Abt auch, wie man das eigene 130-jährige Jubiläum richtig in Szene setzt. Mit einer guten Geschichte und einem spektakulären Sondermodell. Wobei - eigentlich spendiert man uns im Geburtstagsjahr gleich drei neue Autos. Zuerst aber eine kurze Tuning-Geschichtsstunde. Ehre, wem Ehre gebürt, oder? Johann Baptist Abt legte 1896 mit seiner Hufschmiede in Kempten den Grundstein, doch es war sein Sohn, der 1920 die wegweisende Partnerschaft mit Horch und Audi einging – eine Verbindung, die bis heute das Rückgrat des Unternehmens bildet. Abt Audi RS6 Legacy Edition 800 (2026) Abt Audi RS6 Legacy Edition 800 (2026) Johann Abt, der Enkel des Gründers fuhr selbst über 300 Rennen und gründete 1967 offiziell die Tuning-Sparte unter dem Namen Auto-Abt. Er erkannte früh das Potenzial des VW Golf I und bot 1974 eines der ersten Leistungspakete für den Kompaktwagen an. 1980 präsentierte Abt die erste elektronische Leistungssteigerung und legte damit den Grundstein für das moderne Chiptuning. Die Transformation zu einem global agierenden Unternehmen erfolgte in den 1990er Jahren, als der heutige Firmensitz in der Johann-Abt-Straße in Kempten bezogen wurde.130 Jahre nach der Gründung feiert Abt Sportsline dieses Jubiläum nun unter anderem mit diesem sehr kräftigen, sehr goldcarbonigen Audi RS 6. Als Basis für das Jubiläumsmodell dient die „Legacy Edition“ (RS6-LE) aus dem Jahr 2023. Unseren Test dazu lesen Sie übrigens hier. Doch während die ursprüngliche Sonderedition mit 760 PS vorliebnehmen musste, hebt der RS6-LE 800 die Messlatte nochmal an. Wie der Name schon sagt, quetscht Abt nun glatte 800 PS aus 4,0-Liter-V8-Biturbo. Das maximale Drehmoment steigt auf 980 Nm. Und das unabhängig davon, ob das Basisauto ein normaler RS 6 (600 PS, 800 Nm) oder ein RS 6 Performance (630 PS, 850 Nm) ist. Ermöglicht wird dieser Leistungssprung durch neue Turbolader, einen speziellen Ladeluftkühler sowie einen optimierten Ölkühler. Für den passenden orchestralen Rahmen sorgt die typische Schalldämpferanlage aus Edelstahl mit vier 102-mm-Endrohren. Bildergalerie: Abt Audi RS6 Legacy Edition 800 (2026) Optisch setzt Abt beim RS6-LE 800 auf ein Farbschema, das gut zu einer vernünftigen Party passt. Das zentrale Thema ist „Neodym“ – ein Satingold-Farbton, der sich durchs gesamte Jubi-Fahrzeug zieht und sich sogar ins Carbon einschleicht. Mit zuerst ins Auge fallen die 22 Zoll großen Schmiedefelgen in eben jenem Satingold matt. Dazu tragen auch Logos, Dekoreinleger in der Frontlippe und die Heckschürzen-Elemente den Neodym-Farbton. Das Aerodynamikpaket selbst ist gewohnt radikal: Frontgrillaufsatz und Fronthaubeneinsatz in glänzendem Sichtcarbon Radhausentlüftungen mit „RS6-LE 800“-Emblem Heckflügel inklusive Aeroblades Seitenschweller und Spiegelkappen aus Kohlefaser Damit die Kraft auch ordentlich auf den Asphalt kommt, verbaut Abt Gewindefahrwerksfedern und Sportstabilisatoren an beiden Achsen, was die Wankneigung in schnellen Kurven minimieren soll. Im Innenraum setzen die Äbte auf Alcantara und Sichtcarbon. Wer will, kann optional Schalttafel- und Sitzgestellblenden wählen, die ein spezielles Neodym-Partikelmuster im Carbon aufweisen – ein subtiler goldener Schimmer direkt in der Faser. Wir sprachen von ausgefuchstem Marketing: Voila, die „ABT Zeitkapsel“. In jedem der 30 Fahrzeuge ist eine Jubiläumsmünze fest verbaut. Der Paketpreis für den Umbau zum ABT RS6-LE 800 beläuft sich auf 108.000 Euro. Hinzu kommen Montagekosten von 13.640 Euro sowie die TÜV-Abnahme – und natürlich das Basisfahrzeug. Hans-Jürgen Abt verspricht: „Diese Trilogie ist unser Versprechen an alle, die unsere Leidenschaft teilen. Der RS6-LE 800 ist erst der Anfang.“ Wir sind gespannt, welche zwei weiteren Überraschungen das Geburtstagskind im Laufe des Jahres 2026 aus dem Hut zaubert.