Pagani entwickelt eine Gewohnheit, die man nur begrüßen kann. Als Firmengründer Horacio Pagani 60 wurde, feierte die italienische Exotenmarke den Anlass mit dem radikalen Zonda HP Barchetta. Ein Jahrzehnt später markiert der neue Huayra 70 Trionfo den nächsten Meilenstein im Leben des ehemaligen Lamborghini-Chefingenieurs. Es ist eine ziemlich ausufernde Interpretation eines Modells, das eigentlich schon vor Jahren offiziell verabschiedet wurde. Nachfolger ist der Utopia. Doch wer Paganis Vorgehensweise kennt, den überrascht es kaum, dass der Huayra wieder ins Rampenlicht rückt. Im Vergleich zum Serienmodell wurden lediglich die Türen und die Fensterrahmen übernommen. Der Rest der Karosserie ist komplett neu – einschließlich der Scheinwerfer mit zwei Lichtpunkten, die an einen anderen Sonder-Huayra erinnern, den Codalunga. Der Abschied vom Vierfach-Scheinwerfermotiv bringt frischen Wind ins Design, wobei die grün-orange Carbon-Optik wohl der eigentliche Blickfang ist. Pagani will nur drei Exemplare bauen, ohne zu präzisieren, ob es sich um komplett neue Fahrzeuge oder um Umbauten bestehender Autos handelt. Als Erinnerung an die Vorliebe der Marke für „ewige“ Modellnamen bewies der Zonda im vergangenen Jahr mit dem Unico seine Unsterblichkeit – rund 26 Jahre nach dem Debüt des Originals. Die extrem aggressive Karosserie und die kompromisslose Aerodynamik deuten darauf hin, dass der 70 Trionfo auf dem Huayra Roadster BC basiert. Dieses Modell nutzt den doppelt aufgeladenen 6,0-Liter-V12 von Mercedes-AMG, in dieser Applikation mit 800 PS und 1.050 Nm Drehmoment. Ein automatisiertes 7-Gang-Schaltgetriebe leitet die Kraft an die Hinterräder – in einem Auto mit nur 1.250 Kilogramm Gewicht. Der neue Besitzer von einem der drei Huayra 70 Trionfo verrät jedoch in einem Instagram-Post, dass Pagani noch einmal nachgelegt hat: Das AMG-Triebwerk leistet nun 834 PS. Zudem hat man auch getriebeseitig nochmal nachemotionalisiert, denn im neuesten Huayra gibt es ein 7-Gang-Schaltgetriebe. Es ist nicht das erste Mal, dass ein Huayra konsequent auf Handschaltung setzt. Der 2024er Epitome kam bekanntlich mit einer klassischen Kulissenschaltung. Auch der offene Huayra Codalunga aus dem vergangenen Jahr hatte ein „richtiges“ manuelles Getriebe. Pagani zeigt die beiden anderen Huayra in 70-Spezifikation bislang nicht, doch dieses Exemplar ist offenbar das einzige, das als Trionfo ausgeführt wird – italienisch für „Triumph“. Motor1 meint: Von Sonder-Zondas und -Huayras bekommen wir nie genug. Beeindruckend ist, wie Pagani immer wieder neue Wege findet, diese Autos erneut in den Fokus zu rücken – obwohl beide Modelle offiziell seit Jahren als eingestellt gelten. Diese Strategie hat sogar Bugatti inspiriert, Ähnliches zu tun und den Chiron bereits zweimal wieder aufzugreifen: zuerst mit dem Brouillard (Modelljahr 2025) und zuletzt mit dem Veyron-ähnlichen FKP Hommage.