Als BMW 2022 den kleinen i3 einstellte, verschwand der Name nicht von der Bildfläche. Stattdessen wurde die Bezeichnung für eine elektrische 3er-Limousine genutzt, die in China gebaut und verkauft wurde – mit längerem Radstand. Jetzt steht der i3 vor dem globalen Neustart, allerdings nicht als verlängerte China-Limousine. Stattdessen handelt es sich um eine komplette Neuentwicklung. Die i3 Limousine ist das zweite Modell aus dem Neue-Klasse-Portfolio und wird sich zum iX3 gesellen, der im vergangenen Jahr vorgestellt wurde. Noch bevor sie am 18. März offiziell debütiert, zeigt der i3 eine deutlich anders gestaltete Front als sein Crossover-Pendant. Statt eines retroartig wirkenden, vertikalen Grills setzt BMW auf breite Nieren, die mit den Scheinwerfern optisch zusammenlaufen. Dieses Design haben wir bereits beim Vision Neue Klasse Concept von 2023 gesehen. Bildergalerie: BMW Vision Neue Klasse (2023) Und was ist mit dem regulären 3er? Die Luxuslimousine mit Verbrennungsmotor dürfte optisch sehr ähnlich ausfallen. Allerdings gehen wir davon aus, dass die Proportionen abweichen werden – allein schon wegen des Bauraums für Motoren unter der Haube. BMW hat bereits angekündigt, dass der Reihensechszylinder im M3 weiterleben wird. Ein jüngstes Leak deutete zudem auf einen kommenden M350 hin, möglicherweise ebenfalls mit einem 3,0-Liter-Motor. Auch der nächste 3er mit Verbrenner ist nicht weit entfernt. Noch in diesem Jahr soll die achte Generation erscheinen – mit einer Mischung aus Benzin- und Dieselmotoren sowie einem Plug-in-Hybrid. Erzrivale Mercedes plant Ähnliches: Die C-Klasse erhält ein Facelift und soll zusätzlich einen vollelektrischen Ableger bekommen. Audi wartet ebenfalls nicht ab: Ein elektrischer A4 wird früher oder später den benzinbetriebenen A5 ergänzen. BMW ersetzt Verbrenner-Modelle nicht überstürzt durch E-Autos. Beide 3er-Varianten sollen über ihre jeweiligen Modellzyklen parallel existieren – also voraussichtlich bis weit in die 2030er-Jahre hinein. Angesichts der uneinheitlichen Akzeptanz von Elektroautos ist das eine nachvollziehbare Entscheidung. Auch die Strategie, elektrische und konventionelle Modelle im Design näher zusammenzuführen, wirkt sinnvoll: So entsteht ein stimmiger Auftritt über die Baureihen hinweg. BMW i3 Vorserienfahrzeug im BMW Group Werk München Obwohl 3er und i3 innen wie außen ähnlich aussehen werden, BMW macht deutlich, dass es sich um unterschiedliche Fahrzeuge handelt. Der 3er (Verbrenner) soll auf einer weiterentwickelten CLAR-Plattform basieren, während der i3 eine reine Elektro-Plattform nutzt, die vom iX3 abgeleitet ist. Die technischen Eckdaten des Crossovers dürften weitgehend auf die Limousine übertragbar sein – wobei der i3 dank der aerodynamisch günstigeren Form möglicherweise eine noch höhere Reichweite erzielt. Innenraum des BMW iX3 (2026) Im Innenraum wird der i3 das zweite BMW-Serienmodell mit dem neuen, nahezu tastenlosen Cockpit-Layout. Analog zum iX3 könnte die Elektro-Limousine einen zentralen 17,9-Zoll-Touchscreen erhalten, ergänzt um eine Projektion über das Armaturenbrett, die sich von A-Säule zu A-Säule erstreckt. Dieses Interieur-Konzept soll später auf nahezu alle Baureihen ausgeweitet werden – darunter der nächste X5 und das Facelift des 7er, die beide ebenfalls für 2026 erwartet werden. Nach der Premiere noch in diesem Monat soll der neue i3 Mitte 2026 in Produktion gehen. Damit dürfte er noch vor Jahresende in Europa bei den Händlern stehen. BMW hat außerdem bereits bestätigt, dass die elektrische Limousine ab 2027 auch in den USA angeboten wird. BMW verdient heute zwar viel Geld mit SUVs, doch aufgebaut wurde der Ruf der Marke mit Limousinen. Der i3 wird nicht der erste BMW ohne Verbrennungsmotor sein, aber er ist die erste Limousine der modernen Neue-Klasse-Ära. Von E-Motoren und Batterien, schnelle 800V-Ladetechnik über das Exterieur bis zur Technik im Innenraum: Das ist tatsächlich eine komplett neue Stufenheck-Limousine. Auch wer mit E-Autos noch hadert, sollte den i3 im Blick behalten – vor allem, wenn es um den nächsten 3er geht. Abgesehen vom Antrieb dürften sich beide Limousinen innen wie außen stark ähneln. Der i3 sollte dank der besseren Raumausnutzung seiner dedizierten Plattform das geräumigere Auto sein. Wir hoffen weiterhin zumindest auf einen Kombi – idealerweise bringt BMW sowohl einen Touring mit Verbrenner als auch einen elektrischen Touring.