War er der wahre Nachfolger des legendären 02? Auf der IAA 2007 ergänzte BMW die 1er-Modellreihe um ein Coupé (E82). Verkaufsbeginn war der 24. November 2007. genau vier Wochen zuvor zeigte die Marke auf der Tokyo Motor Show eine Studie des 1er Coupé mit legendärem Kürzel: tii. Der exakte Name lautete "Concept 1 Series tii". Mehr Leistung gab es zwar nicht, aber BMW feilte an der Optik. Die Studie verstand sich als radikale Interpretation eines kompakten Zweitürers mit klarer Fokussierung auf Agilität, geringes Gewicht und fahrerorientierte Dynamik. Ziel war es, die klassischen Markentugenden in konzentrierter Form sichtbar zu machen und zugleich zu demonstrieren, welches fahrdynamische Potenzial im Fahrzeugkonzept steckt, wenn Leichtbau, Aerodynamik und Motorsportprinzipien konsequent umgesetzt werden. Verwirklicht wurde das aber erst 2011 im 1er M Coupé mit 340 PS. Bildergalerie: BMW Concept 1 Series tii (2007) Gestalterisch knüpfte das Concept 1 Series tii bewusst an erfolgreiche Sportcoupés der Marke aus den 1960er- und 1970er-Jahren an. Besonders deutlich wird der Bezug zum legendären BMW 02, dessen Kombination aus kompakten Abmessungen, geringem Gewicht, ausgewogener Achslastverteilung und Hinterradantrieb zum Synonym für agile Fahreigenschaften wurde. Das Concept Car "überträgt diese Entwicklungsprinzipien in die Gegenwart", hieß es damals. Eine zentrale Rolle spielt dabei der konsequente Einsatz moderner Leichtbautechnologie. Zahlreiche Karosserieelemente wurden aus carbonfaserverstärktem Kunststoff gefertigt, darunter Motorhaube, Spiegelkappen, Lufteinlass-Inlays, der Gurney auf dem Heckdeckel sowie Teile des hinteren Stoßfängers. Die sichtbare CFK-Struktur bleibt unter einer matten Klarlackschicht erkennbar. Neben der Gewichtseinsparung erfüllt die dunkle Motorhaube auch eine funktionale Aufgabe: Sie reduziert Lichtreflexionen und unterstützt damit die Konzentration des Fahrers. Ergänzend verhindert ein breiter weißer Sonnenschutzstreifen an der Windschutzscheibe Blendwirkungen bei tief stehender Sonne. BMW Concept 1 Series tii (2007) Die Farbgestaltung folgt einem klaren Konzept. Die alpinweiße Lackierung steht im Kontrast zu den dunklen CFK-Flächen und wird durch Dekorstreifen ergänzt, die sich von der Front bis zum Heck über die gesamte Karosserie ziehen. Während die Streifen auf der Motorhaube weiß ausgeführt sind, erscheinen sie auf Dach und Heck in Schwarz. Blaue Akzente setzen zusätzliche visuelle Markierungen: lackierte Bremssättel, einzelne Radschrauben sowie eine offen sichtbare Abschleppöse greifen Motorsportdetails auf und bilden gemeinsam mit Schwarz und Weiß einen Farbkanon, der sich am Markenlogo orientiert. Auch aerodynamisch unterscheidet sich die Studie deutlich vom Serienmodell. Frontschürze, Seitenschweller, Heckstoßfänger und Heckdeckel wurden vollständig neu konstruiert. Große seitliche Lufteinlässe, Air-Splitter und aus dem Rennsport abgeleitete Luftleitelemente optimieren die Strömungsführung. Haubenfinnen an den äußeren Kanten der Motorhaube verbessern die Stabilität bei hohen Geschwindigkeiten – ein Konzept, das bereits beim BMW 3.0 CSL eingesetzt wurde. Die BMW-Niere erhielt ein Wabengitter statt klassischer Streben, während abgedunkelte Scheinwerferelemente die typischen Doppelrundscheinwerfer stärker betonen. BMW Concept 1 Series tii (2007) In der Seitenansicht bleibt die klassische Drei-Box-Architektur erhalten, geprägt durch lange Motorhaube, zurückgesetzte Fahrgastzelle und kurzes Heck. Speziell gestaltete Seitenschweller verstärken die Keilform der Silhouette und lassen das Fahrzeug optisch tiefer erscheinen. Eine runde Öffnung vor dem Hinterrad verbessert die Luftführung und lenkt zugleich den Blick auf die angetriebene Hinterachse. Das Fahrzeug steht auf 18-Zoll-Leichtmetallrädern im Fünf-Speichen-Design mit dunkler Chromoberfläche. Am Heck sorgt ein vergrößerter CFK-Gurney für erhöhten Abtrieb und damit für mehr Fahrstabilität. Ein dreiteiliger Diffusor reduziert Luftverwirbelungen und greift formal die Gestaltung der Frontlufteinlässe auf. Die aerodynamische Optimierung folgt damit einem ganzheitlichen Ansatz über alle Fahrzeugbereiche hinweg. BMW Concept 1 Series tii (2007) Im Innenraum setzt sich die sportliche Ausrichtung konsequent fort. Die Farbgestaltung greift den Schwarz-Weiß-Kontrast des Exterieurs auf, jedoch mit umgekehrter Gewichtung. Weiße Akzente finden sich nur an häufig berührten Elementen wie Türgriffen und Lenkradspeichen. Blaue Details markieren gezielt die Fahrerposition, etwa durch Sitznähte, einen Zierring am Schalthebel sowie ein blaues Gurtband ausschließlich für den Fahrersitz. Die übrigen Plätze erhalten silberfarbene Gurte – ein bewusst gesetzter Hinweis auf die fahrerzentrierte Auslegung. Dunkle Materialien dominieren den Innenraum, um Ablenkungen zu minimieren. Armaturentafel, Dachhimmel und Verkleidungen sind in Anthrazit gehalten, während eine mit Alcantara bezogene Instrumententafel Reflexionen reduziert. BMW Concept 1 Series tii (2007) Das Kombiinstrument orientiert sich am Motorsport: Ein weißes Drehzahlmesser-Zifferblatt mit roten Zeigern rückt die Motordrehzahl stärker in den Fokus als die Geschwindigkeitsanzeige. Ein mit Alcantara bezogenes Sportlenkrad verbessert die Griffigkeit bei schnellen Lenkbewegungen. Neu entwickelte Sportschalensitze mit integrierten Kopfstützen, Seitenairbags sowie Alcantara-Leder-Bezügen bieten hohen Seitenhalt, während auch die Fondpassagiere eine tief positionierte Sitzhaltung einnehmen. Einstiegsleisten mit modellspezifischem Schriftzug und ein strapazierfähiger Bodenbelag mit an CFK erinnernder Struktur runden das Interieur ab.