Der iX3 ist aus diversen Gründen ein extrem wichtiges Modell für BMW. Die Münchner führen damit nicht nur die nächste Generation an E-Motoren und Batterien ein, sondern auch die zehnte Generation des iDrive. Abseits von Hard- und Software bringt das erste Neue Klasse-Modell außerdem eine komplett neue Designsprache. Diese soll sich in kurzer Folge auf nahezu die gesamte Modellpalette ausbreiten. Doch ein gewisser Jemand, der früher für die bayerische Premiummarke gearbeitet hat, kann mit der neuen Designrichtung aus München wenig anfangen. Frank Stephenson war damals am kreativen Prozess des X5 der ersten Generation beteiligt, ebenso am ersten Mini der BMW-Ära. Der in Marokko geborene Designer ist auch für exotischere Fahrzeuge bekannt, etwa den Ferrari F430, den Maserati MC12 und mehrere McLaren-Modelle – darunter der P1. In einem Interview mit dem Magazin Top Gear zeigte sich Stephenson bei seiner Einschätzung des neuen BMW iX3-Designs ausgesprochen deutlich. Er argumentiert, dem elektrischen Crossover fehle es an „visueller Inszenierung“. Die Sicken an den Kotflügeln bezeichnet er als „optisch irritierend“. An anderer Stelle kritisiert er die retro-modern interpretierten Nieren mit einer „neuen/alten, an Biberzähne erinnernden Grillgrafik“; zudem seien sie „zu stark zusammengezogen, fast wie zusammengekniffen“. Dennoch hält der Mann, der auch am ikonischen Ford Escort RS Cosworth mitgearbeitet hat, das Ergebnis für eine Verbesserung gegenüber den überdimensionierten Grills der jüngeren Vergangenheit. Weiteres Unbehagen bereitet dem Designer dafür der Frontstoßfänger. Der Bereich der unteren Öffnungen wirke „überladen“ – für ein E-Auto, das nicht die Kühlanforderungen eines Fahrzeugs mit Verbrennungsmotor habe. Am Heck angekommen, sei das Design „etwas generisch“ und es fehle an den sofort wiedererkennbaren BMW-Rückleuchten vergangener Jahre. Stephenson fasst es so zusammen: „Netter Versuch, aber beim nächsten Mal mehr Glück.“ Blickt man auf seine früheren Bewertungen von BMW-Designs zurück, fällt ein Muster auf. Der Designer, der auch an einigen eher bodenständigen Fiat-Modellen gearbeitet hat, ist absolut kein Fan aktueller BMWs. In seiner YouTube-Reihe sagte er einmal, „jüngere Designs hätten ihren Weg verloren“. In einem separaten Clip auf YouTube bezeichnete er die Frontgestaltung des XM als etwas, das „überhaupt keinen Sinn“ ergebe. In einem anderen Video zum 2er Coupé fragte er zudem rhetorisch, ob BMW „ein immer tieferes Loch gräbt“, während weitere Videos die übergroße Niere aufs Korn nehmen. BMW iX3 2026 Motor1 meint: Wer die Kommentare in sozialen Medien liest, merkt schnell: BMW-Design polarisiert. Die Verkaufszahlen sprechen jedoch eine andere Sprache. Der Ansatz, der Meinungen spaltet, hat dem Unternehmen bislang genutzt – BMW liegt aktuell im Premium-Absatzwettbewerb klar vor Mercedes und Audi. Wie die Zahlen aussehen würden, wenn BMW eine weniger polarisierende Designlinie verfolgt hätte? Wir werden es nie erfahren. Die Rückkehr der Neuen Klasse nimmt das Tempo heraus und setzt auf glattere, weniger komplexe Flächen. BMWs Entscheidung, die ikonische Doppelniere neu zu gestalten und zugleich kleiner zu dimensionieren, könnte mehr Interessenten zurück in die Showrooms locken. Insgesamt gibt es weniger optisches Drama als zuvor – und wir sind gespannt, wie sich die neue Designsprache auf Limousinen überträgt. Lange müssen wir nicht mehr warten: Der neue i3 feiert am 18. März Premiere.