BMW hat im vergangenen Jahr zwar keinen Absatzrekord aufgestellt, mit weltweit 2.169.739 ausgelieferten Fahrzeugen fehlten jedoch nur rund 83.000 Einheiten zum Allzeithoch aus dem Jahr 2023. Im Absatzrennen lag man erneut deutlich vor den Erzrivalen Mercedes und Audi – und richtet den Blick nun auf ein starkes Jahr 2026. Angesichts der geplanten massiven Produktoffensive gibt es aus Sicht der Münchner genügend Gründe für Optimismus. Der Online-Konfigurator des Unternehmens hat offenbar versehentlich alle Modelle verraten, die in die USA kommen sollen – darunter bekannte Namen, aber auch ein paar überraschende Neuzugänge. Alle folgenden Modelle werden entweder noch in diesem Jahr offiziell vorgestellt oder sind es bereits, allerdings könnten einige Nordamerika erst 2027 erreichen. Bildergalerie: BMW i3 (2026) Hier die neuen Modelle im Detail, in Europa starten sie meist schon deutlich früher. BMW i3: Elektro-3er eröffnet die Offensive BMW i3 (Modelljahr 2027) Der vor wenigen Wochen vorgestellte neue i3 markiert den Startschuss für BMWs Produktoffensive 2026. Die erste Elektro-Limousine der wiederbelebten Neue-Klasse-Baureihe verspricht bis zu 900 Kilometer Reichweite pro Ladung. Damit soll Reichweitenangst der Vergangenheit angehören; zugleich sollen die Ladezeiten dank 400-kW-Ladeleistung näher an das "Tankgefühl" eines Verbrenners heranrücken. Obwohl das Modell bereits enthüllt wurde, startet die Produktion des i3 in München erst im August; Auslieferungen beginnen erst später im Herbst. Wenig überraschend sind europäische Kunden zuerst dran, während die USA irgendwann im nächsten Jahr folgen sollen. Als Startversion ist der i3 50 xDrive vorgesehen. Parallel zum iX3 dürfte 2027 ein günstigerer i3 40 xDrive folgen. Mit einer Leistung von 235 kW (320 PS, 150 PS weniger als der 50) und einem maximalen Drehmoment von 500 Nm ist der iX3 40 keineswegs untermotorisiert: Der Sprint von null auf 100 km/h gelingt in 5,9 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit wird bei 200 km/h abgeregelt. BMW 7er: Facelift steht kurz bevor Teaser zum BMW 7 Series (Modelljahr 2027) Chronologisch ist der erste "neue" BMW, den wir noch nicht gesehen haben, der 7er des Modelljahres 2027. Die überarbeitete Luxuslimousine feiert später in diesem Monat auf der Auto China in Peking Premiere – mit einem aufgefrischten Exterieur, das den übergroßen Nierengrill und die geteilten Scheinwerfer beibehält. Die Änderungen sollen den Luxusliner modernisieren, das Design bleibt dabei eher evolutionär als revolutionär – anders als bei iX3 und i3. Der 7er übernimmt das neue iDrive-System, das zunächst in den beiden Elektro-Modellen gezeigt wurde – inklusive zentralem Touchscreen und Panoramic Vision. Letzteres ist eine Projektion von A-Säule zu A-Säule am unteren Rand der Windschutzscheibe. Drei feste Kacheln im Sichtfeld des Fahrers ersetzen damit praktisch das klassische Kombiinstrument. Sechs zusätzliche Widgets auf der rechten Seite lassen sich individuell konfigurieren – Fahrer können also auswählen, welche Informationen angezeigt werden. BMW X5: Debüt im Sommer 2028 BMW iX5 Hydrogen Ein weiteres Modell, das zeitnah debütieren soll, ist der neue X5. Die fünfte Generation des einst ersten SUV der Marke wird im Sommer enthüllt. Als echte neue Modellgeneration – und nicht als Facelift – übernimmt er die Designsprache der Neue Klasse konsequent. Auch die neueste In-Car-Technik zieht ein, was bedeutet: Der iDrive-Drehdrücker steuert auf sein Aus zu. Etwas überraschend soll eine heckgetriebene Variante im Programm bleiben. Der X5 40 sDrive war als Eintrag für das Modelljahr 2027 gelistet, bevor BMW die geleakte Seite wieder entfernte. Wichtiger: Ein vollelektrischer X5 ist offiziell bestätigt; als erste Version gilt der iX5 60 xDrive als wahrscheinlich. Darüber hinaus soll – oben als Prototyp zu sehen – 2028 eine Wasserstoff-Variante folgen. BMW 3er: Verbrenner rücken näher Teaser zum 2027 BMW 3 Series M350 Später in diesem Jahr wird BMW außerdem den neuen 3er mit Verbrennungsmotoren vorstellen. Erlkönigfotos deuten darauf hin, dass er dem i3 optisch stark ähneln wird – allerdings mit längerem Vorderwagen, um Platz für die konventionellen Antriebe zu schaffen. Eine für das Modelljahr 2027 vorgesehene Version ist der M350 xDrive, der den M340i ersetzen soll – bei weiter genutztetem Reihensechszylinder. Erwartet werden zudem günstigere 3er-Varianten mit Vierzylinder-Motoren, für Europa auch ein Diesel – und hoffentlich bleibt auch in der nächsten Generation der Hinterradantrieb erhalten. BMW M2: Künftig auch mit Allradantrieb 2026 BMW M2 Turbo Design Edition Ein offenes Geheimnis: Der M2 steht kurz davor, ebenfalls xDrive zu bekommen. Wie die anderen genannten Modelle war das Allrad-Performance-Coupé versehentlich als Modelljahr 2027 gelistet. Erwartet wird, dass er nur mit Automatik angeboten wird – Puristen müssen aber nicht verzweifeln: Der heckgetriebene M2 soll weiterhin ein manuelles Getriebe im Angebot haben. Spannend wird, ob der M2 xDrive den 2WD-Modus seiner größeren Geschwister übernimmt. Beim M3 und M4 mit Allrad kann bei deaktivierter Fahrstabilitätsregelung auf reinen Hinterradantrieb umgestellt werden. Das Mehrgewicht durch AWD ist zwar unvermeidbar, könnte aber angesichts des ohnehin nicht gerade leichten Serien-M2 im Fahrgefühl weniger stark ins Gewicht fallen, als man erwarten würde. BMW iX4: der erste elektrische X4 2027 BMW iX4-Rendering von Motor1 BMW dürfte 2026 einen iX4 vorstellen, die Auslieferungen in Europa sollen Anfang nächsten Jahres beginnen. Zu erwarten ist im Kern ein iX3 mit flacherer, coupéartiger Silhouette – weniger Praxisnutzen zugunsten der Optik, denn die abfallende Dachlinie reduziert Kopffreiheit im Fond und Kofferraumvolumen. Eventuell sorgt sie aber für noch etwas mehr Reichweite als die 805 km des iX3 50. Ein Pendant mit Verbrennungsmotor wird es zum iX4 nicht geben. BMW hat entschieden, die ICE-Version nicht fortzuführen und sich ausschließlich auf das vollelektrische Modell zu konzentrieren. BMW stellt mehrere Modelle ein 2026 BMW Z4 Final Edition 2026 BMW M850i Edition M Heritage Fotos von: BMW Damit sind wir bei den Modellen, die vor dem Aus stehen. Der X4 lief Ende vergangenen Jahres aus, zwei weitere folgen in Kürze. Z4 und 8er werden voraussichtlich in diesem Monat aus der Produktion genommen – direkte Nachfolger sind nicht geplant. Ihr Abgang lässt BMW nur noch ein Cabrio im Portfolio: das 4er Cabriolet. Außerdem steht im Zuge der i3-Einführung auch der i4 vor dem Aus, allerdings ist unklar, ob er bereits in diesem Jahr eingestellt wird. Die weiteren Marken der BMW Group Die Tochtermarken der BMW Group haben ihre Pläne für 2026 noch nicht detailliert, doch Mini und Rolls-Royce dürften kaum das ganze Jahr über still bleiben. Die beiden britischen Marken verzeichneten im vergangenen Jahr gemischte Ergebnisse: Mini legte um 17,7 Prozent auf 288.278 Einheiten zu, Rolls-Royce ging um 0,8 Prozent auf 5.664 Fahrzeuge zurück. Und nicht zu vergessen: Alpina, das inzwischen unter dem Konzern-Dach als Maybach-Rivale positioniert wird. Oberhalb der hochwertigen BMW-Modelle angesiedelt, ohne in das Terrain von Rolls-Royce vorzustoßen, dürfte das erste Produkt dieser neuen Ära eine luxuriösere Interpretation des 7er-Facelifts sein – möglicherweise noch im Laufe dieses Jahres.