Für den amtierenden BMW-Chef Oliver Zipse war es die letzte Bilanzpressekonferenz. Seine Strategie der Technologieoffenheit hat sich ausgezahlt: Zwar verbuchte auch BMW für das Jahr 2025 Verluste, aber diese waren bei weitem nicht so hoch wie etwa beim VW-Konzern. Mit welchen neuen Modellen man in nächster Zeit punkten will, ließ Zipse bereits durchblicken. Für die Entwicklung der kommenden Jahre sieht die BMW Group laut Zipse drei zentrale Faktoren als entscheidend an. Der erste betrifft das bestehende Produktportfolio, das in den vergangenen Jahren schrittweise aufgebaut wurde und die Grundlage für die Ziele im Jahr 2026 bildet. Bildergalerie: BMW iX5 Hydrogen Prototyp (2028) Der zweite Faktor ist der Rollout weiterer Modelle der Neue Klasse sowie die schrittweise Integration ihrer Technologien in das gesamte Fahrzeugprogramm. Drittens spielen die Technologie-Cluster der Neuen Klasse eine wichtige Rolle, da sie schnelle Weiterentwicklungen und Kooperationen mit internationalen Technologiepartnern ermöglichen. Zu Beginn des Jahres wurde das Portfolio um die Traditionsmarke BMW ALPINA erweitert. BMW ALPINA steht für hohe Fahrleistungen, besonderen Komfort und umfangreiche Individualisierungsmöglichkeiten. Die Marke ergänzt das Angebot im Segment besonders exklusiver und hochveredelter Fahrzeuge zwischen den Topmodellen von BMW und der Luxusmarke Rolls-Royce. Eine zentrale Stärke des Portfolios ist der technologieneutrale Ansatz bei den Antrieben. Das Unternehmen setzt auf einen marktorientierten Mix verschiedener Technologien und orientiert sich an den unterschiedlichen Anforderungen der Märkte. In allen wichtigen Segmenten sind heute batterieelektrische Modelle verfügbar. Ein breites Antriebsangebot Bis zum Jahresende soll das Angebot auf insgesamt 20 BEVs über alle Marken anwachsen. Parallel dazu behalten Plug-in-Hybride eine wichtige Rolle, da sie für viele Kunden weltweit eine praktikable Möglichkeit darstellen, elektrische und lokal emissionsfreie Mobilität in den Alltag zu integrieren. Ergänzt wird das Angebot durch effiziente Verbrennungsmotoren, was Flexibilität ermöglicht und regionale Marktchancen nutzt. Parallel baut BMW seine technologische Position mit der Neue Klasse aus. Der Marktstart erfolgte mit dem iX3. Weitere vollelektrische Modelle mit den Innovationen der Plattform und neuem Design sollen folgen. Als nächster Schritt wird der vollelektrische BMW i3 vorgestellt, der als erste Variante der nächsten Generation der 3er-Reihe gilt und die Neue Klasse ins Zentrum der Marke bringen soll. Auf der Automesse in Peking präsentiert BMW zudem eine speziell für China entwickelte Version des iX3. Das Modell wurde in vielen Bereichen auf die Wünsche chinesischer Kunden zugeschnitten und erhält entsprechendes digitales Funktionsangebot. BMW i3 Vorserienfahrzeug im BMW Group Werk München Auch die Produktion wird auf die neue Architektur vorbereitet. Im Werk in Debrecen in Ungarn hat die Fertigung des iX3 begonnen. Im Stammwerk in München startet in der zweiten Jahreshälfte die Serienproduktion des neuen i3; ab Ende 2027 sollen dort ausschließlich Elektrofahrzeuge gebaut werden. Hochvoltspeicher der sechsten Generation werden künftig im Werk Irlbach‑Straßkirchen gefertigt. Weitere Produktionsstandorte sind Shenyang in China sowie das US-Werk in Spartanburg mit einer zusätzlichen Batteriemontage in Woodruff. Bis 2027 plant BMW mehr als 40 neue oder überarbeitete Modelle. Ein Beispiel ist die nächste Generation des BMW X5, die mit fünf Antriebsvarianten angeboten werden soll: mit Verbrennungsmotor, als Plug-in-Hybrid, vollelektrisch und ab 2028 auch mit Wasserstoff. Darüber hinaus erhält die 7er-Reihe eine umfassende Modellüberarbeitung mit Technologien der Neuen Klasse. Die Technologie-Cluster der Neue Klasse bilden die Grundlage für weitere digitale Funktionen und Kooperationen. In China arbeitet BMW unter anderem mit Alibaba Banma zusammen, um eine neue Generation der Sprachsteuerung zu entwickeln. Der BMW Intelligent Personal Assistant wird dort zusätzlich um Funktionen von DeepSeek erweitert. In anderen Märkten, darunter Europa, soll künftig Amazon Alexa+ in den Assistenten integriert werden. Durch Large-Language-Model-Technologie soll der Sprachassistent intelligenter, stärker vernetzt und stärker personalisiert arbeiten.