Als BMW den iX3 für China Anfang des Jahres angeteasert hat, zeigte man einen Prototyp mit denselben versenkbaren Türgriffen wie beim globalen Modell. Schuld daran ist eine neue Vorschrift für Neufahrzeuge in China, die dieses Design aus Sicherheitsgründen verbietet. Die neue Vorschrift gilt ab dem 1. Januar 2027. Modelle, die bis dahin bereits eine Verkaufszulassung erhalten haben, müssen die neue Regel spätestens bis zum 1. Januar 2029 umsetzen. Der BMW iX3 soll in China zwar noch vor 2027 in den Handel kommen, doch statt das Neue-Klasse-SUV erst nach dem Serienstart nachbessern zu müssen, setzt BMW die Änderung bereits zur offiziellen Premiere um. Der erste öffentliche Auftritt ist für nächsten Monat auf der Beijing Auto Show geplant, kurz darauf sollen die Verkäufe starten. Der iX3 mit langem Radstand wurde derweil vom Hersteller über seinen chinesischen Weibo-Account gezeigt. Die elektrisch versenkbaren Türgriffe sind auf den Bildern verschwunden. Ersetzt wurden sie offenbar durch eine Lösung, die vermutlich von bestehenden Modellen wie dem Verbrenner-X3 bekannt ist. Wichtig: Der größere iX3 bleibt nicht China-exklusiv, BMW will ihn in mindestens vier weiteren Märkten anbieten: Indien, Thailand, Indonesien und Malaysia. 2027 BMW iX3 (China) 2027 BMW iX3 (Global) Fotos von: BMW Im Vergleich zum globalen iX3 wurde beim China-Modell der Radstand um 108 Millimeter auf 3.005 Millimeter verlängert. Entsprechend sind die hinteren Türen länger, und die Fensterflächen fallen etwas großzügiger aus. Am Heck integriert ein überarbeiteter Dachspoiler eine zentrale Kamera, die für die erweiterten Fahrerassistenzsysteme (ADAS) erforderlich ist. Diese Systeme entstehen in Kooperation mit Momenta, einem lokalen Spezialisten für autonome Fahrtechnik. Der iX3 für China soll mit einer Akkuladung über 900 Kilometer weit kommen – und damit das globale Modell noch einmal übertreffen. Allerdings ist hier die Einordnung entscheidend: BMW nennt die in China übliche CLTC-Reichweite, die im Vergleich zu WLTP und erst recht zu EPA als deutlich optimistischer gilt. Die Langversion unterstützt zudem 400-kW-Laden und soll den Akku in 21 Minuten von 10 auf 80 Prozent bringen. Rund zehn Minuten sollen genügen, um Energie für mehr als 400 Kilometer nachzuladen – aber auch das ist ein CLTC-Wert. Zur Kapazität des Lithium-Ionen-Akkus macht BMW keine Angaben; sie dürfte jedoch kaum stark von den 108,7 kWh Netto-Energieinhalt des globalen Modells abweichen. 2027 BMW iX3 (China) Wie in anderen Märkten erhält China zunächst nur den iX3 50 xDrive mit zwei E-Motoren. Die Systemleistung wurde noch nicht genannt, dürfte aber nahe an den 463 PS und 645 Nm des Modells mit Standard-Radstand liegen – wenn nicht identisch. Durch den längeren Radstand ist der China-iX3 vermutlich etwas schwerer, sodass das Leergewicht voraussichtlich über den 2.285 Kilogramm des europäischen Modells liegt. Das zusätzliche Gewicht dürfte die Fahrleistungen geringfügig beeinträchtigen. Beim Euro-Modell dauert der Sprint von 0 auf 100 km/h 4,9 Sekunden, bevor der iX3 eine elektronisch begrenzte Höchstgeschwindigkeit von 210 km/h erreicht. Alle Details will BMW mit der Premiere des iX3 mit langem Radstand auf der Beijing Auto Show 2026 veröffentlichen. Die Veranstaltung startet am 24. April mit dem ersten Pressetag. Die Auslieferungen dürften in der zweiten Jahreshälfte beginnen. Dieses erzwungene Update wird wohl auch für den i3 in der Langversion geplant sein. Den wollen die Münchner ebenfalls in China anbieten. Die Langversion der Limousine wurde noch nicht gezeigt, dürfte aber dem Konzept des globalen Modells folgen – nur eben ohne die Türgriffe, die sich im Ruhezustand in die Karosserie zurückziehen. Da es sich um spezielle Langversionen dreht, scheint sich hier ein Sonderweg zu lohnen, sodass das globale Modell weiterhin mit elektrisch versenkbaren Türgriffen bestückt werden kann.