Gerhard Hillebrand ist von seinem Amt als ADAC-Verkehrspräsident zurückgetreten. Damit zieht Hillebrand die Konsequenz aus Interviewäußerungen, die zum Jahreswechsel zu erheblichen Irritationen bei Mitgliedern sowie zahlreichen Beschwerden und Kündigungen geführt hatten. Hillebrand bedauert, dass seine Äußerungen Mitglieder verunsichert und verärgert sowie Glaubwürdigkeit gekostet haben. Mit seinem Schritt übernimmt Hillebrand persönlich Verantwortung für den entstandenen Reputationsschaden. Er sei zu der Überzeugung gekommen, "dass es im Interesse des ADAC und seiner Glaubwürdigkeit richtig ist, daraus persönliche Konsequenzen zu ziehen", so Hillebrand laut einer Pressemitteilung des Clubs. Den Verantwortungsbereich des Verkehrspräsidenten im Präsidium übernimmt kommissarisch ADAC-Technikpräsident Karsten Schulze. ADAC-Präsident Christian Reinicke würdigt Hillebrands Schritt und dankt dem ehemaligen Verkehrspräsidenten ausdrücklich für seinen Einsatz für den ADAC und seine Mitglieder. In einem Interview hatte Hillebrand Anfang Januar die CO2-Steuer verteidigt: Autofahren müsse teurer werden, damit Deutschland seine Klimaziele erfüllt. Damit stieß der Automobilclub viele seiner Mitglieder vor den Kopf, zumal als deren Interessenvertretung. Fakt ist: Autofahren in Deutschland wird immer teurer. Ein wesentlicher Kostentreiber neben Neuwagenpreisen oder Versicherungskosten sind die Benzinpreise. Die werden kontinuierlich teurer, weil sich der Staat immer höhere CO2-Steuern beim Tanken in die Tasche steckt. Benzin und Diesel müssten teurer werden, so ADAC-Verkehrspräsident Gerhard Hillebrand seinerzeit in einem Interview mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Dafür seien steigende CO2-Steuern der richtige Weg. Gleichzeitig solle man sich auf die Elektromobilität konzentrieren und den Strom günstiger machen. "Nur wenn der Ladestrom günstiger als der Sprit wird, kommt die E-Mobilität richtig in Gang", so Hillebrand. Schließlich müsse Deutschland seine Klimaziele erreichen. Hätte er sich nur auf diesen Satz zurückgezogen, wären die Reaktionen vielleicht weniger dramatisch ausgefallen. So aber entwickelte sich ein veritabler Shitstorm. Eine Kündigungswelle rollte über den ADAC. Offiziell war die Rede von 60.000 Mitgliedern, inoffiziell sollen es deutlich mehr gewesen sein. Gewiss, bei über 22 Millionen Mitgliedern keine allzu große Ziffer. Aber Mitglied ist Mitglied.