Der Caravaning-Markt in Deutschland hat 2025 einen Gang zurückgeschaltet, ohne an Attraktivität zu verlieren. Auf der CMT 2026 hat der Caravaning Industrie Verband seine Jahresbilanz vorgestellt und spricht trotz leicht rückläufiger Zahlen von einem stabilen Ergebnis. 94.134 neu zugelassene Freizeitfahrzeuge bedeuten ein Minus von 2,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Getragen wird der Markt weiterhin vom Reisemobilsegment. Mit 75.368 Neuzulassungen übertraf es das Vorjahresergebnis leicht und erzielte eines der besten Ergebnisse seiner Geschichte. Auffällig ist dabei die Verschiebung innerhalb der Nachfrage: Während die gewerblichen Zulassungen zurückgingen, legten private Käufer deutlich zu. Reisemobile werden zunehmend als langfristige Freizeitfahrzeuge gekauft. Neu auf dem Markt: Der Hymer GT-S Kompakt auch für den Alltag: Ahorn Camp CV 560 Dass große Hersteller dieses Segment weiter ausbauen, ist in Stuttgart unübersehbar. Modelle wie der Hymer GT-S markieren, wie stark sich Premiumanbieter auf eine zahlungskräftige, private Kundschaft fokussieren. Parallel dazu mischen auch klassische Automobilhersteller weiter mit. Der VW Grand California steht sinnbildlich dafür, dass Camping längst kein reines Nischenthema mehr ist, sondern fest im Portfolio etablierter Marken angekommen ist. Weniger dynamisch verlief 2025 hingegen das Caravan-Segment. Die Neuzulassungen gingen spürbar zurück, was der Verband vor allem auf hohe Bestände aus den Boomjahren und veränderte Nutzungsgewohnheiten zurückführt. Gleichzeitig zeigt sich, dass viele Käufer nicht aus dem Markt verschwinden, sondern schlicht anders entscheiden. Der Gebrauchtmarkt erreichte mit über 192.000 Besitzumschreibungen einen neuen Höchstwert und unterstreicht, dass Caravaning weiterhin gefragt ist – nur nicht zwingend als Neufahrzeug. Diese Verschiebung spiegelt sich auch im Angebotsmix der Hersteller wider. Kompakte, funktional gedachte Fahrzeuge wie der Ahorn Camp CV 560 adressieren Käufer, die bewusst rechnen und dennoch nicht auf Raumgefühl verzichten wollen. Gleichzeitig öffnen Konzepte wie das Hyundai Staria Camper die Diskussion um elektrische Antriebe im Campingbereich – noch als Studie, aber mit klarer Signalwirkung für kommende Jahre. Dass Caravaning dabei nicht nur von Großserien lebt, zeigen kleinere Manufakturen, die ebenfalls auf der CMT präsent waren. Fahrzeuge wie der Rhön Camp New Ultimate oder der Alphavan 4x4 Off-Grid machen deutlich, wie stark Individualisierung, Handwerk und spezielle Grundrisse weiterhin nachgefragt werden. Hyundai Staria Camper Concept Alphavan 4x4 Off-Grid Rhön Camp Ultimate Auf Herstellerseite wurde 2025 entsprechend reagiert. Die Produktion wurde spürbar reduziert, Bestände auf Händlerhöfen abgebaut und Strukturen angepasst. Der Branchenumsatz ging zwar zurück, doch der Verband sieht die Industrie insgesamt gut aufgestellt. Für 2026 rechnet man mit einer weiteren Stabilisierung – ohne neue Rekorde, aber mit konstantem Interesse am mobilen Reisen Der Blick über Deutschland hinaus zeigt ein ähnliches Bild. In Europa wurden 2025 insgesamt über 215.000 Freizeitfahrzeuge neu zugelassen. Auch hier lag das Ergebnis leicht unter dem Vorjahr, blieb aber klar über der Marke von 200.000 Einheiten – ein Zeichen für einen robusten, breit aufgestellten Markt. Ein wichtiges Thema für die kommenden Jahre bleibt zudem der Führerschein. Mit der vierten EU-Führerscheinrichtlinie soll das zulässige Gesamtgewicht für Reisemobile in der Klasse B auf 4,25 Tonnen angehoben werden. Der Verband sieht darin einen wichtigen Schritt und fordert eine schnelle, unbürokratische Umsetzung in Deutschland, um moderne Reisemobile nicht künstlich auszubremsen. Der Ausblick auf 2026 bleibt nüchtern, aber zuversichtlich. Caravaning hat den Ausnahmezustand hinter sich gelassen und steht heute für gewachsene Strukturen – nicht mehr getragen von Boomjahren, sondern von stabiler, realer Nachfrage.