Beamen wir uns gedanklich mal gut 20 Jahre zurück. Mitte der 2000er-Jahre sind die Autohersteller noch relativ mutig und erproben zahlreiche Modelle in bislang unbesetzten Segmenten. Dazu gehört auch das etwas schräge Segment der offenen Stadtautos. In genau diese besondere Kategorie reiht sich der Citroen C-Airplay ein. Er debütiert 2005 als Studie auf der MotorShow in Bologna und steckt voller Überraschungen. Gewisse optische Ähnlichkeiten mit dem (allerdings deutlich größeren) C3 Pluriel, der bereits 2003 auf den Markt kommt, sind nicht von der Hand zu weisen. Der Name fasst das Wesen des Projekts ziemlich gut zusammen: "C" wie Concept, "Air" wie Luft und Kontakt mit der Natur und "Play" wie Spiel, Leichtigkeit und Vitalität. Der C-Airplay ist mit gerade mal 3,30 Meter Länge kürzer als ein C1, nutzt aber die technische Basis des C2 (der selbst auf einer verkürzten C3-Plattform steht). Die rundliche Form erinnert vage an den Fiat 500 und vermittelt eine frische Designsprache, dominiert von der weich gezeichneten Front mit großen Scheinwerfern und drei unteren Lufteinlässen – Elemente, die ebenfalls an den C1 erinnern. Citroën C-Airplay Konzeptfahrzeug (2005) Citroën C-Airplay Concept (2005), das hintere Dreiviertel Foto von: Citroën Das auffälligste Detail des Citroen-Winzlings sind jedoch die transparenten Paneele im unteren Bereich der Türen: eine Lösung, welche die Wahrnehmung von Geschwindigkeit verstärkt und den Innenraum heller wirken lässt. Zudem wollte Citroen die Insassen enger mit der Umwelt verbinden und Nähe zur Straße schaffen. Transparente Elemente in den Türen sieht man nun wirklich nicht häufig. Zuletzt (sogar in Serie) beim McLaren Senna. Bei einem Cityflitzer wäre eine Serienfertigung aber wohl extrem unrealistisch. Das Dach ist ein weiteres zentrales Element des Projekts. Es handelt sich weder um ein echtes Metall-Klappdach wie etwa beim Peugeot 206 CC noch um eine so komplexe Transformationslösung wie beim bereits angesprochenen C3 Pluriel. Stattdessen bietet der C-Airplay ein manuell abnehmbares, transparentes Dach, das in einem Schacht im Kofferraum verstaut wird. Auch die Heckscheibe lässt sich sehr einfach herausnehmen und ermöglicht so ein Fahrerlebnis „en plein air“, ganz ohne aufwendige Mechanik oder großen Platzbedarf. Citroën C-Airplay Concept (2005), das Armaturenbrett Der Innenraum ist ein Manifest französischer Kreativität. Innovative Materialien wie Silikon und weiche Oberflächen dominieren das Cockpit, man sieht überwiegend helle Materialien und auch der Fahrzeugboden wurde komplett in Weiß lackiert. Die Bedienelemente konzentrieren sich rund um das Lenkrad und in einem Touch-Bereich in der Mitte der Vordersitze: Hier befinden sich die Tasten für das automatisierte Sensodrive-Getriebe, die Fensterheber und die Außenspiegel. Das Platzangebot entspricht einer 2+2-Konfiguration für zwei Erwachsene vorn und zwei Kinder hinten, wobei sich die Rücksitze in zusätzlichen Stauraum verwandeln lassen. Den Antrieb des Konzeptautos übernimmt ein 1,6-Liter-Sauger mit 109 PS, der ebenfalls aus dem damaligen C2 stammt. Auch wenn der C-Airplay nie in Serie ging, hinterlässt er doch seine Spuren in der kreativen Entwicklung von Citroen. Ein freies, verspieltes und experimentelles Konzeptfahrzeug, das dazu beitrug, die Markenidentität jener Jahre zu schärfen. Bildergalerie: Citroën C-Airplay Konzept (2005)