Seltsam, radikal und selbst für versierte Fans des Cavallino kaum wiederzuerkennen: Der Ferrari Conciso by Michalak sieht wirklich nach allem Möglichen aus, aber nicht nach einem Auto aus Maranello. Und das ist er ja auch nicht. Ein Auto ohne Türen, ohne Dach und ohne Kompromisse - wenn auch mit einem Design, das vor allem an der Front auch einem Smart Roadster sehr gut gestanden hätte (der kam allerdings erst zehn Jahre später). Die Geschichte des Conciso beginnt Anfang der 1990er-Jahre, als Michalak Design aus Mainz unter der Leitung von Bernd Michalak ein Konzeptfahrzeug entwickeln will, das die eigene Design-Maxime verkörpert: “athletic with not an extra ounce", sinngemäß „Athletik ohne unnötigen Ballast“. Ferrari Conciso Concept von Michalak (1993), Dreiviertelansicht von hinten Ferrari Conciso Concept von Michalak (1993), Frontansicht Bilder von: Ferrari Als Basis dient ein Ferrari 328 GTS von 1989, der komplett zerlegt wird, bis im Wesentlichen nur noch die mechanischen Komponenten samt Antriebsstrang vorhanden sind. Alles andere wird von Grund auf neu gedacht – mit dem Ziel, das Gewicht drastisch zu senken und eine extremere Form zu schaffen. Die Karosserie besteht vollständig aus Aluminiumlegierung und verzichtet auf jedes überflüssige Element. Übrigens verzichtet sie auch auf ein Ferrari-Markenemblem. Wer die bissigen Anwälte des Cavallino Rampante mit ihrer Abmahn-Wut kennt, weiß, wieso. Es gibt keine Türen, keinen Wetterschutz, und die Windschutzscheibe ist extrem flach geschnitten – eher Windabweiser als echte Scheibe. Das Ergebnis: rund 30 Prozent weniger Gewicht als beim serienmäßigen 328. Das bedeutet: Rund 900 Kilo bringt der Conciso auf die Waage und das wirkt sich deutlich auf die Fahrleistungen aus. Für den Sprint von 0–100 km/h werden 5 Sekunden angegeben, ein serienmäßiger 328 GTS braucht 6,4 Sekunden. Die Höchstgeschwindigkeit liegt mit 278 km/h etwa 15 km/h über der des Serienautos. Der freisaugende 3,2-Liter-V8 von Ferrari leistet wie im GTS 270 PS. Auch der Innenraum folgt konsequent der minimalistischen Philosophie. Das Cockpit ist auf das Nötigste reduziert – mit zwei Sportsitzen, abgespeckter Instrumentierung und bewusst sichtbar gelassenen Oberflächen. Ferrari Conciso Concept von Michalak (1993), das Armaturenbrett Offiziell vorgestellt wird das Concept auf der IAA in Frankfurt 1993, wo es mit seinem radikalen Ansatz viel Aufmerksamkeit auf sich zieht; 1994 gewinnt es den zweiten Preis bei den Eurosign Design Awards. Ferrari Conciso Concept von Michalak (1993), die Sitze Trotz der Auszeichnungen bleibt der Ferrari Conciso ein Einzelstück. Nach der Präsentation wird er in eine namhafte nordamerikanische Sammlung verkauft, bevor er 1998 zu einem belgischen Sammler wechselt, der ihn als Kunstobjekt im eigenen Wohnzimmer ausstellt. 2018 wird das Fahrzeug von RM Sotheby's für 109.250 Euro versteigert. Bildergalerie: Ferrari Conciso Concept von Michalak (1993)