Ein Daewoo mit sechs Zylindern und italienischen "Genen" – man mag es kaum glauben, aber es gibt ihn wirklich. Es handelt sich um den No. 2, ein 1995 vorgestelltes Concept Car, das als direkte Weiterentwicklung des vorherigen DACC-2 entstand und idealerweise auf den No. 1 folgt, mit dem Ziel, eine neue Interpretation des urbanen MPV zu erforschen. Das Design stammt von Justyn Norek vom I.De.A.-Institut in Moncalieri bei Turin, und unter der Motorhaube steckt ein überraschender Motor. Ästhetik weit entfernt von Banalität Die Proportionen sind kompakt: Mit einer Länge von 4,13 Metern und einer Breite von 1,90 Metern zeigt der Daewoo No. 2 eine Silhouette aus schrägen Flächen und für die damalige Zeit ungewöhnlichen stilistischen Entscheidungen. Dazu gehören vertikale Frontscheinwerfer, die zwischen Motorhaube und Kotflügel integriert sind und aus zehn Glasfaserbalken bestehen, während das Heck mit drei LED-Bremslichtern ausgestattet ist – eine für die damalige Zeit bahnbrechende Lösung. Daewoo Nr. 2 Konzept (1995) Darüber hinaus verzichtet der Daewoo auf herkömmliche Außenspiegel zugunsten von Seitenkameras und experimentiert mit einem Ansatz, der heute vertraut erscheint, 1995 jedoch ein radikaler Fortschritt war. Ein Labor der Ideen Der Fahrgastraum interpretiert die Idee des Raums auf ebenso innovative Weise. Die beiden Einzelsitze im Fond sind gegenüber den Vordersitzen erhöht angeordnet, sodass die Sicht für alle Insassen völlig ungehindert ist und die Sicherheit bei einem Seitenaufprall gewährleistet bleibt. Diese Konfiguration erleichtert auch das Ein- und Aussteigen – ein Aspekt, der Daewoo dazu veranlasst, den No. 2 als mögliches Stadttaxi in Betracht zu ziehen. Daewoo No. 2 Concept (1995), das Cockpit Die Vordersitze sind um 180 Grad drehbar und verwandeln den Innenraum in ein kleines Wohnzimmer auf Rädern. Auf dem Dach treiben Solarzellen die Klimaanlage an, wenn das Auto steht – eine Vorrichtung, die die Energieeffizienz im Alltag verbessern soll. In technischer Hinsicht ist der No. 2 auf einem Aluminiumchassis aufgebaut, das das Gewicht reduziert und die Agilität in der Stadt verbessert. Der Prototyp verfügt über einen vorne eingebauten 2,5-Liter-Reihensechszylindermotor aus einer neuen Familie von Aluminiummotoren mit drei bis sechs Zylindern und einem Hubraum zwischen 0,8 und 2,5 Litern. Die Struktur ist jedoch auch für andere Antriebssysteme ausgelegt, und wie der DACC-2 experimentiert auch der No. 2 mit einer Hybridarchitektur, die Benzin- und Elektroantrieb kombinieren kann und damit Themen wie niedrige Emissionen und Kraftstoffverbrauch vorwegnimmt. Leider hat es das Concept nicht bis zum Serienmodell geschafft. Bedauerlich, wenn man bedenkt, wie wegweisend viele der Lösungen des Prototyps waren, die ihrer Zeit um Jahrzehnte voraus waren. Bildergalerie: Daewoo Nr. 2 Konzept (1995)