Manchmal reicht ein einziger Handgriff, um einen Camper grundlegend zu verändern. Beim New Ultimate von Rhön Camp ist es der Moment, in dem sich das Dach öffnet. Nicht scharnierartig, nicht mechanisch, sondern aufblasbar. Dass Rhön Camp diesen Ansatz gemeinsam mit dem Designteam von Freescape umgesetzt hat, überrascht kaum. Schon Umbauten auf VW-Transporter-Basis wie der Spacecamper Classic Plus oder aktuelle Vanexxt-Modelle zeigen, wie viel Potenzial noch im Segment steckt. Der New Ultimate greift diese Idee auf – und treibt sie technisch weiter. Bildergalerie: Rhön Camp Ultimate (2026) Campervan Basis des New Ultimate ist wahlweise der neue VW Transporter oder der Ford Tourneo Custom. Beide Varianten kommen serienmäßig mit Automatikgetriebe, 150-PS-Dieselmotor und umfangreicher Assistenztechnik. Frontantrieb ist Standard, Allrad optional. Entscheidender als der Antrieb ist jedoch das, was über dem Blechdach sitzt. Das patentierte Luft-Schlafdach von Freescape ersetzt das klassische Aufstelldach durch eine aufblasbare Konstruktion. Im geschlossenen Zustand bleibt der Camper knapp unter der kritischen Tiefgaragenhöhe von rund 2,10 Metern. Geöffnet entsteht eine Innenhöhe von bis zu 2,30 Metern. Ein Wert, der in dieser Fahrzeugklasse praktisch konkurrenzlos ist. Bilder von: Rhön Camp Der Aufbau erfolgt per integriertem Kompressor. Nach dem Öffnen der Dachschale bläst sich das Zelt selbstständig auf, zwei ausklappbare Stützen übernehmen die Lastabtragung. Der Vorgang dauert nur wenige Minuten. Das seitlich angeordnete Bett misst rund 1,40 Meter in der Breite und zwei Meter in der Länge. Ein zusätzliches Baumwoll-Innenzelt verbessert Isolation und Schlafklima. Auch im unteren Fahrzeugbereich bleibt der New Ultimate ungewöhnlich konsequent. Rhön Camp setzt vollständig auf einen gasfreien Ausbau. Gekocht wird auf einem Induktionskochfeld mit bis zu 2.300 Watt Leistung. Energie liefern eine rund 200 Ah starke Lithiumbatterie und ein etwa 3-kW-Wechselrichter. Statt fest montierter Solarmodule gibt es ab Werk einen Anschluss für mobile Faltpaneele. Der Stecker sitzt geschützt im Motorraum, der Laderegler ist integriert. So bleibt das schräge Dach frei, ohne auf autarke Stromversorgung verzichten zu müssen. Der Grundriss kombiniert Vertrautes mit neuen Details. Die geschwungene Küchenzeile schafft Beinfreiheit im Sitzbereich, während Spüle, Kochfeld und Kühlschrank kompakt zusammengefasst sind. Die versenkbare Armatur und der rund 40 Liter große Kühlschrank inklusive Eisfach unterstreichen den Alltagsanspruch. Bilder von: Rhön Camp Im Fond sitzen zwei einzeln verschiebbare und herausnehmbare Sitze statt einer klassischen Bank. Rückenlehnen lassen sich unabhängig verstellen, bei Bedarf entsteht eine zusätzliche Liegefläche im unteren Fahrzeug. Optional ist auch eine Fünfsitzer-Konfiguration möglich. Stauraum ist reichlich vorhanden – in Schränken, offenen Ablagen und tiefen Fächern. Ergänzend kommt ein modulares Backstorage-System, das sich je nach Nutzung anpassen lässt. Materialien wie leichtes Pappelsperrholz, Linoleum-Oberflächen und Echtholzelemente sorgen für geringes Gewicht und eine wohnliche Anmutung ohne Kunststoffdominanz. Zur Serienausstattung zählen unter anderem eine automatisch ausklappbare Anhängerkupplung, Parksensoren rundum, Rückfahrkamera, Sitz- und Frontscheibenheizung sowie eine Außendusche am Heck. Tisch und Stühle sind platzsparend integriert und jederzeit griffbereit. Parallel bietet Freescape eine Schwester-Variante auf Basis des Ford Tourneo Custom an, die den gemeinsamen Ansatz stärker in Richtung Outdoor-Nutzung verschiebt. Optisch tritt das Modell je nach Ausstattungslinie robuster auf, etwa mit höhergelegtem Fahrwerk, widerstandsfähiger Lackierung, markanten Felgen und einem funktionalen Heckträger mit Reserverad. Zentrales Unterscheidungsmerkmal ist die bewegliche Küche hinter dem Fahrersitz. Der komplette Küchenblock lässt sich entriegeln und nach außen ziehen, sodass Induktionskochfeld, fließendes Wasser und Arbeitsfläche vor der Schiebetür liegen. Die höhenverstellbare Arbeitsplatte erlaubt Kochen im Stehen oder die Nutzung als Tisch im Außenbereich, während der Innenraum frei bleibt. Technisch bleibt der Ford eng mit dem New Ultimate verwandt. Auch hier kommen der 150-PS-Dieselmotor mit Automatik sowie das gemeinsam entwickelte Luft-Schlafdach zum Einsatz. Unterschiede ergeben sich weniger bei der Technik als im Nutzungskonzept: Rhön Camp setzt auf einen klassisch nutzbaren Innenraum, Freescape versteht den Camper stärker als mobile Outdoor-Basis unter demselben aufblasbaren Dach. Preislich ordnet sich der New Ultimate klar im Premiumsegment ein. Je nach Basisfahrzeug und Antrieb liegt der Einstieg voraussichtlich zwischen 90.000 und 100.000 Euro. Wer sich weiter umschaut, findet alternative Konzepte etwa beim Westfalia Kelsey, den Panama Vans P09 und P59 oder dem Randger R490 aus Frankreich.