Während wir in Europa darauf warten, dass Volkswagen den elektrischen ID. Cross vorstellt, zeichnet sich ein anderer SUV am Horizont ab – allerdings einer, der nicht mit dem Rest der Welt geteilt wird. Der kommende ID. Unyx 08 bleibt stattdessen auf China beschränkt. Das Exterieur haben wir erstmals im vergangenen November gesehen; sein im Vergleich zu globalen Modellen radikal anderes Design kam damals überraschend. Jetzt ist es Zeit für einen Blick ins Interieur. Bildergalerie: Volkswagen ID. UNYX 08 Der Innenraum des ID. Unyx 08 ist ein weiterer Hinweis darauf, wie stark chinesische Kunden Displays bevorzugen – oft zulasten physischer Bedienelemente. VW hat das selbst im vergangenen Jahr so beschrieben, als die Unterschiede zwischen den Regionen erläutert wurden. Während europäische Käufer "haptische Bedienelemente, Langzeitqualität und Fahrdynamik" in den Vordergrund stellen, wollen chinesische Kunden "AI-first, vernetzte Fahrzeuge, mit nahtloser Sprachsteuerung und smarten Cockpits". Die Mittelkonsole wirkt frei von klassischen Tasten und macht Platz für zwei 14,96-Zoll-Screens mit 2,4K-Auflösung. Ein separates Kombiinstrument mit 10,25 Zoll bleibt erhalten; auch dieses ragt wie die mittleren Displays aus dem Armaturenbrett heraus. Ganz auf die Bildschirme ist aber nicht alles gewandert. Erfreulich: Am Lenkrad und an den Türen gibt es weiterhin konventionelle Bedienelemente. Darüber hinaus bietet der ID. Unyx 08 ein abdunkelbares Panorama-Glasdach mit 1,74 Quadratmetern Fläche, dessen Transparenz sich in 10 Stufen per Sprachsteuerung oder über den Touchscreen regeln lässt. Oben auf einem unteren Staufach sitzen zwei kabellose Ladeflächen, während Fondpassagiere große Ablagen erhalten, die von den Vordersitzen herunterklappen. VW integriert außerdem ein 20-Lautsprecher-Soundsystem sowie Ledersitze mit 10-facher elektrischer Verstellung. Zum Vergleich hier das relativ klassische Cockpit des kommenden VW ID. Polo: Der ID. Unyx 08 ist ein Produkt des Joint Ventures Volkswagen Anhui und kein reines VW-Projekt – er wurde gemeinsam mit Xpeng entwickelt. Wenn man sie nicht schlagen kann, macht man eben mit, oder? Auch wenn der Innenraum dem erst vergangene Woche vorgestellten ID. Era 9X (und dem des Xpeng G9) ähneln mag: Dabei handelt es sich um einen anderen Elektro-SUV aus dem Joint Venture SAIC-Volkswagen, der zusätzlich über einen reichweitenverlängernden Benziner verfügt. Der ID. Unyx 08 ist dagegen rein elektrisch – mit einem Design, bei dem man ohne die Embleme womöglich nicht sofort auf VW käme. Innen wie außen unterscheidet er sich deutlich von bisherigen Modellen, egal ob für globale Märkte oder für China. Einen ersten Vorgeschmack gab es im vergangenen Jahr mit der Studie ID. Evo; der Verkaufsstart soll in wenigen Wochen erfolgen. Er ist 5.000 Millimeter lang und kommt auf einen großzügigen Radstand von 3.030 Millimetern. Werden die Rücksitze umgelegt, fasst der vergrößerte Laderaum 1.845 Liter. VW will den Elektro-SUV mit Ein- und Zweimotor-Antrieb anbieten, dazu mit 82- oder 95-kWh-Batteriepaketen. Genannt werden bis zu 730 Kilometer Reichweite – allerdings nach dem eher großzügigen CLTC-Zyklus. Volkswagen ID. UNYX 08 für China VW macht aus unserer Sicht das Richtige, indem man die China-Modelle klar von den globalen Produkten trennt. Über Jahrzehnte verfolgte der Hersteller eine einheitliche Strategie und verkaufte weitgehend die gleichen Fahrzeuge – häufig mit verlängertem Radstand für mehr Beinfreiheit. Nun scheint Volkswagen mehr Aufwand zu betreiben, um chinesischen Käufern wirklich lokalisierte Fahrzeuge zu bieten, von denen einige gemeinsam mit heimischen Autobauern entwickelt werden. Die neue China-Offensive bei Elektroautos kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Elektro-Verkäufe des Volkswagen Konzerns im Land unter Druck stehen. Die Nachfrage ging 2025 um 44 Prozent zurück – und dem Anschein nach bringt auch AUDI, die neue gemeinsam mit SAIC entwickelte Marke, bislang keine Trendwende. Um den sinkenden Absätzen entgegenzuwirken, will der Konzern allein in diesem Jahr markenübergreifend mehr als 20 Elektroautos und Plug-in-Hybride auf den Markt bringen.