Es gibt im Leben nur drei Gewissheiten: den Tod, Steuern und Mazdas Wankel-Ambitionen. Auch wenn der MX-30 mit Wankel-Range-Extender am Markt kaum Anklang findet, lebt der RX-Traum weiter. Ein neuer Sportwagen oberhalb des MX-5? Seit der Premiere der Studie Iconic SP im Oktober 2023 spielen die Japaner hier aber mal wirklich mit unseren Gefühlen. Bestätigung hier, Dementi da ... das traumhaft gezeichnete Concept Car hat bislang noch nicht endgültig grünes Licht für die Serie erhalten, doch ein Mazda-Manager schließt die Tür (mal wieder) nicht vollständig. In einem Interview mit Auto Express hält Mazdas Europa-Projektmanager und Supervisor für Produktplanung die Hoffnung auf ein RX-Comeback am Leben. Moritz Oswald sagte, es gebe eine „irre“ Zahl an Enthusiasten im Unternehmen, die sich einen Sportwagen als Flaggschiff wünschen. Mazda prüft aktiv einen geistigen Nachfolger des RX-7 oder RX-8 – die Entscheidung hängt jedoch letztlich an der wirtschaftlichen Machbarkeit. "Die Anzahl der Auto-Enthusiasten in diesem Unternehmen ist wahnsinnig. Jeder liebt Autos, deshalb gibt es natürlich den starken Wunsch, weiterhin emotionale Produkte auf den Markt zu bringen. Schauen wir uns das an? Ja, natürlich. Aber wir sind eben auch ein Unternehmen, das Umsätze erwirtschaften muss." Sollte der RX eines Tages zurückkehren, würde Mazda dabei anders vorgehen als beim Iconic SP. Sowohl in der Studie als auch im wenig erfolgreichen MX-30 R-EV arbeitet der Kreiskolbenmotor als Generator, der eine Batterie lädt; den Vortrieb übernehmen dann Elektromotoren. Ein Serien-RX würde den Wankel hingegen direkt an die Räder koppeln. Auch das Vision X-Coupe aus dem vergangenen Jahr setzt auf eine Kreiskolben-Lösung – diesmal als Plug-in-Hybrid mit einem Zweischeiben-Wankelmotor. Mazda betont, dass diese Studien mehr sind als bloße Teaser: Man nutze sie, um das Interesse an einer möglichen Rückkehr des Kreiskolbenmotors auszuloten: „Wir wollen sehen, wie das ankommt, welches Feedback wir bekommen, um herauszufinden, wie groß die Chance ist, die wir dort haben.“ Obwohl bei Mazda ein eigenes Team aktiv an Kreiskolbenmotoren arbeitet und es intern breite Unterstützung für einen neuen RX gibt, sprach CTO Ryuichi Umeshita zuletzt das zentrale Problem an: „das einzige noch offene Thema ist die Finanzierung.“ Sollte es tatsächlich so weit kommen, ginge das nicht zulasten des beliebten MX-5. Der MX-5 wird unabhängig davon weitergeführt, ob ein größeres, teureres Performance-Modell das Programm ergänzt. Da ein RX-Revival bislang nicht freigegeben ist, wäre es unrealistisch, vor Ende des Jahrzehnts mit einem Wankel-Sportwagen zu rechnen – sofern es überhaupt dazu kommt. Der Traum lebt, aber vorerst bleibt es genau das: ein Traum. Mazda Iconic SP Concept Motor1 meint: Mazda ist ein vergleichsweise kleiner Hersteller – daher ist es gut nachvollziehbar, dass man die Serienfreigabe für einen neuen RX nicht überstürzt. Da der ND-MX-5 inzwischen in seinem 11. Jahr ist, dürfte eine fünfte Generation in absehbarer Zeit anstehen. Zwei Enthusiasten-Modelle mit geringen Stückzahlen parallel zu finanzieren, wirkt derzeit kaum realistisch. Man sollte das Glas halbvoll sehen und sich freuen, dass Mazda sich zu einem weiteren MX-5 bekannt hat. Er soll die wesentlichen Merkmale behalten: Hinterradantrieb, Handschaltgetriebe, Leichtbau und möglicherweise einen größeren Motor – und dabei weiterhin ohne Turbo, also als Sauger.