Im Jahr 2022 kündigte Porsche an, im Laufe dieses Jahrzehnts vollelektrische Nachfolger für den Boxster und den Cayman auf den Markt zu bringen. Obwohl sich die Nachfrage nach E-Autos gerade im Sportwagen-Bereich deutlich schlechter entwickelt hat, als erwartet, ist das benzinfreie 718-Duo immer noch auf dem Weg. Allerdings mit entscheidenden Anpassungen. Inzwischen hat man sich in Zuffenhausen mit der Tatsache abgefunden, dass Verbrennungsmotoren im Sportwagensegment nach wie vor eine Notwendigkeit sind. Der Appetit der Käufer auf Verbrennungsmotoren, gerade bei hoch emotionalen Fahrzeugen wie den 718ern, wird den Absatz noch eine ganze Weile treiben. Im September versprach Porsche, die Topversionen von Boxster und Cayman mit einem Benzinmotor auszustatten. Ironischerweise kam diese Ankündigung nur einen Monat vor dem Ende der Produktion der Generation 982. Nun legt ein neuer Bericht von Autocar nahe, dass der schwäbische Sportwagenhersteller weitaus größere Pläne für den Verbrenner-Einsatz hat, als ursprünglich angenommen. Die von Porsche erwähnten "Top"-Versionen sollen dem Bericht zufolge nur eine Übergangslösung sein, die auf den alten Knochen der Vorgänger-Autos basiert. Mit anderen Worten: Es soll sich um RS-Versionen der kürzlich eingestellten Boxster und Cayman handeln. Insider, die von Autocar zitiert werden, behaupten, dass die Rückkehr der 982-Baureihe als Platzhalter dienen wird, bis völlig neue Modelle mit Verbrennungsmotor auf den Markt kommen. Wenn sich die Gerüchte bewahrheiten, überarbeitet Porsche die PPE Sport-Plattform der elektrischen 718er hinsichtlich der Aufnahme von Benzinmotoren. Das kommt uns irgendwie bekannt vor. Auch das kommende Porsche-Flaggschiff-SUV mit drei Sitzreihen war als reines Elektromodell geplant, wird nun aber überarbeitet, um Verbrennungsmotoren unterbringen zu können. Um Motoren mit einer Architektur kompatibel zu machen, die ursprünglich nur für Elektromotoren und Batterien entwickelt wurde, muss man zwangsläufig Kompromisse eingehen. Und billig wird der Spaß vermutlich auch nicht sein. Dennoch ist Porsche offenbar zu dem Schluss gekommen, dass dieser Ansatz kosteneffizienter ist als die Entwicklung einer komplett neuen Verbrenner-Plattform von Grund auf. So begehrenswert und aufregend die alten Boxster und Cayman auch waren, Porsche stieß auf eine rechtliche Hürde. Die Fahrzeuge mussten im Juli 2024 von den meisten europäischen Märkten zurückgezogen werden, als die neue allgemeine Sicherheitsverordnung der Europäischen Union in Kraft trat. Beide Modelle erfüllten die aktualisierten Anforderungen an die Cybersicherheit nicht. Der Cayman GT4 RS und der Boxster RS Spyder waren aufgrund ihrer geringen Stückzahlen davon ausgenommen. Damals entschied sich Porsche, die Plattform nicht zu aktualisieren und deren Verkauf in Europa einzustellen. Diese Entscheidung war sinnvoll, da sich der Boxster und der Cayman weltweit ohnehin dem Ende ihres Lebenszyklus näherten. Autocar berichtet jedoch, dass die alte Plattform mit der Rückkehr des Cayman GT4 RS und des Boxster RS Spyder eine zweite Chance erhalten wird. Diese Modelle werden zusammen mit den Elektroautos der nächsten Generation verkauft, bevor Porsche die Benzinversionen auf die PPE-Sport-Plattform umstellt, auf der auch die Elektroautos basieren. Die elektrischen 718er werden voraussichtlich im nächsten Jahr auf den Markt kommen, die benzinbetriebenen RS-Modelle dürften kurz darauf folgen. Die Umstellung der Verbrenner-Varianten auf die neue Plattform wird nicht vor 2030 erwartet.