Daran wird der klassische Porsche-Enthusiast sicherlich zu knabbern haben: Ausgerechnet in der Heimatregion Europa werden die Sportwagen aus Zuffenhausen mit Verbrennungsmotor langsam zur Minderheit. Die Absatzzahlen für das Gesamtjahr in Europa zeigen: Plug-in-Hybride und reine Elektroautos haben die Modelle mit Verbrenner erstmals überhaupt übertroffen. PHEV und EV kamen zusammen auf einen Anteil von 57,9 Prozent an der Gesamtnachfrage. Und: Jedes dritte in Europa verkaufte Auto hatte gar keinen Benzinmotor. Für Porsche war 2025 in Europa allerdings insgesamt ein schwaches Jahr. In Deutschland sanken die Verkäufe um 16 Prozent auf 29.968 Fahrzeuge, im restlichen Europa gingen die Auslieferungen um 13 Prozent auf 66.340 Einheiten zurück. In Stuttgart macht man für den Rückgang zwei große Lücken im Modellprogramm verantwortlich: den 718 und den Macan der ersten Generation. Beide mussten Mitte 2024 aus dem Angebot genommen werden, weil sie die neuesten EU-Vorgaben zur Cybersicherheit nicht erfüllten. Boxster und Cayman sind inzwischen weltweit Geschichte, nachdem die Produktion im Oktober endete. Das Spaß-Duo wird wohl 2027 zurückkehren. Ursprünglich rein elektrisch geplant, hat man sich nun doch besonnen und wird die nächsten 718er auch mit Verbrennern anbieten. Ähnlich läuft es beim ursprünglichen Macan: In Europa bereits seit über einem Jahr nicht mehr erhältlich, wird der Bestseller weltweit bis Mitte 2026 auslaufen. In den kommenden Jahren folgt ein direkter Nachfolger mit Verbrennern und Hybriden, allerdings unter einem anderen Namen. 2025 Porsche Macan Electric Die Bezeichnung Macan wird künftig nur noch für das EV-Modell der zweiten Generation verwendet. Dieses machte 2025 mehr als die Hälfte der Baureihen-Verkäufe aus. Porsche setzte 45.367 Einheiten ohne Verbrennungsmotor und 38.961 Einheiten mit Verbrenner ab – zusammen 84.328 Fahrzeuge, das sind zwei Prozent mehr als 2024. Auf Platz zwei landete der Cayenne. Die Auslieferungen fielen um 21 Prozent auf 80.886 Fahrzeuge, doch das Unternehmen hofft mit dem neuen Elektro-Modell auf eine Trendwende. Der kürzlich vorgestellte Elektro-Cayenne bedeutet jedoch nicht das Aus für den bisherigen Cayenne mit Benzinern und Plug-in-Hybriden: Alle drei Antriebsvarianten sollen noch bis weit in die 2030er parallel angeboten werden. Die Zuffenhausener Ikone 911 belegte den letzten Podestplatz mit 51.583 Auslieferungen – ein neuer Rekord und eine Absatzsteigerung um ein Prozent. 2025 Porsche Panamera 4S E-Hybrid Auf Rang vier folgt der Panamera mit 27.701 weltweit ausgelieferten Fahrzeugen, ein Minus von sechs Prozent gegenüber dem Vorjahr. Zur Erinnerung: Diese dritte Generation muss ohne die Kombi-Variante Sport Turismo auskommen. Porsche hat die etwas praktischere Karosserieform wegen schwacher Verkäufe eingestellt. Porsches Einstiegssportler 718 landete auf Platz fünf mit 18.612 Einheiten, nach einem Rückgang von 21 Prozent infolge des zweistufigen Modell-Auslaufens – zuerst in Europa, dann im Rest der Welt. Der Taycan bildet das Schlusslicht in der weltweiten Verkaufsrangliste und beendete das Jahr mit nur 16.339 verkauften Fahrzeugen. Die Nachfrage sank erneut um 22 Prozent, nachdem sie im Vorjahr bereits um 49 Prozent eingebrochen war. Porsche führt das trotz der soliden Ergebnisse des Macan EV auf „die verlangsamte Adaption der Elektromobilität“ zurück. Modell Verkäufe 2025 Veränderung gegenüber 2024 Macan 84.328 Einheiten +2 % Cayenne 80.886 Einheiten -21 % 911 51.583 Einheiten +1 % Panamera 27.701 Einheiten -6 % Boxster und Cayman 18.612 Einheiten -21 % Taycan 16.339 Einheiten -22 % Gesamt 279.449 Einheiten -10 % Motor1-Fazit: Weltweit fiel Porsche um 10 Prozent auf 279.449 Einheiten – das überrascht kaum. 2025 war das erste volle Jahr ohne den verbrennungsmotorischen Macan in Europa. Auch der Rückzug der 718-Modelle vom Kontinent hat die Verkäufe spürbar belastet. Nordamerika bleibt 86.229 Einheiten exakt auf Vorjahresniveau und auch weiterhin die größte Vertriebsregion. In China ist Porsche dagegen weiter auf einem schwierigen Kurs: Wachsende Konkurrenz zu deutlich niedrigeren Preisen setzt den etablierten Luxusmarken zu. Die Nachfrage brach um 26 Prozent auf 41.938 Fahrzeuge ein. Der Sportwagenbauer begründet den Rückgang mit „herausfordernden Marktbedingungen, insbesondere im Luxussegment, sowie intensivem Wettbewerb im chinesischen Markt, besonders bei vollelektrischen Modellen“.