Porsches neuer Chef Michael Leiters hat zum Amtsantritt einiges vor sich – und das in einer Phase, in der es in Zuffenhausen nicht rund läuft. Der Absatz ging im Jahresvergleich zum zweiten Mal in Folge zurück: 2025 um 10 Prozent, nach einem Minus von drei Prozent im Jahr 2024. Besonders schwierig ist die Lage in China, wo die Nachfrage bereits drei Jahre in Folge zweistellig sinkt. Der ehemalige McLaren-CEO löst Oliver Blume kurz nach mehreren weitreichenden Entscheidungen ab. So bekommt der Macan-Crossover nicht nur einen Nachfolger mit Verbrennungsmotor, auch die Sportwagen Boxster und Cayman sollen wieder als Modelle mit Verbrenner kommen – alle drei Baureihen sollen künftig parallel zu ihren jeweiligen E-Versionen angeboten werden. Zusätzlich soll ein großes SUV mit drei Sitzreihen zum Marktstart mit Verbrennungsmotoren antreten, statt wie ursprünglich geplant ausschließlich als Elektroauto. Der elektrische Cayenne steht ungeduldig im Startblock, parallel zur weiterhin angebotenen Variante mit Verbrenner. Und diese Doppelstrategie könnte auch auf eine weitere Modellfamilie ausgeweitet werden. In einem neuen Bericht des meist gut unterrichteten britischen Magazins Autocar wird behauptet, Leiters erwäge, die Baureihen Panamera und Taycan in einer gemeinsamen Modelllinie zusammenzuführen. Ein Zusammenschluss der beiden Typbezeichnungen könnte spürbare Einsparungen bringen – zu einem Zeitpunkt, an dem Porsche Geld benötigt, um eine breite Palette neuer Modelle zu entwickeln, während gleichzeitig die Verkaufszahlen nachgeben. Seit Jahren existieren Panamera und Taycan nebeneinander: der eine für Kundschaft mit Fokus auf Verbrennungsmotor, der andere für die E-Auto-Zielgruppe. Künftig könnten sich die Wege stärker überschneiden, wenn ein gemeinsames Modell mehr Technik teilt. Unklar ist, welchen Namen ein solches Modell tragen würde. „Panamera“ wirkt naheliegender als „Taycan“, schließlich gibt es den Verbrenner-Panamera seit fast zwei Jahrzehnten. Porsche dürfte sehr genau wissen, welcher der beiden Namen bei der Kundschaft mehr Gewicht hat – und das ist nicht Taycan. Wie die weltweiten Absatzzahlen zeigen, hat die Nachfrage nach dem Taycan angesichts des harten Wettbewerbs im Elektro-Segment extrem nachgelassen. Das gilt besonders für China, wo heimische Hersteller technikstarke Modelle auf den Markt bringen, die deutlich günstiger sind. Der Markenname trägt Porsche nur bis zu einem gewissen Punkt, und lokale Käufer sehen in Produkten aus eigener Produktion zunehmend das bessere Angebot. 2025 war das schwächste Jahr für den Taycan. Jahr Weltweiter Taycan-Absatz 2025 16.339 2024 20.836 2023 40.629 2022 34.801 2021 41.296 2020 20.015 Motor1 meint: Ein komplett neuer Name als Ersatz für Panamera und Taycan erscheint unwahrscheinlich – Porsche dürfte kaum eine Bezeichnung aufgeben wollen, in deren Aufbau über Jahre investiert wurde. Wann wird der Taycan abgelöst? Da er seit Ende 2019 auf dem Markt ist, kann Porsche ihn nicht mehr allzu lange unverändert laufen lassen. In China scheinen nahezu im Wochentakt neue Premium-Elektroautos zu erscheinen – wenn Deutschland im weltweit größten Automarkt relevant bleiben will, braucht es eine Antwort. Andererseits entwickelt sich der globale Luxus-EV-Markt nicht so, wie es sich das Unternehmen wünscht, sodass ein elektrischer Panamera möglicherweise nicht die höchste Priorität hat. Bei der Vielzahl an neuen Verbrenner- und Hybridmodellen, die in der Entwicklung sind, gibt es zunächst andere Baustellen. Immerhin hat Porsche den Verbrenner-Fans zugesichert, dass der V8 im Panamera noch weit in die 2030er-Jahre angeboten wird.