Ein neuer Wankel-Sportwagen inklusive der Wiederbelebung des „RX“-Badges wird immer unwahrscheinlicher, aber an der Markenikone MX-5 führt bei Mazda auch künftig kein Weg vorbei. Allerdings wird es mit der fünften Generation noch ein wenig dauern. Das aktuelle Modell (ND) ist zwar bereits seit 12 Jahren auf dem Markt, doch Mazdas Europa-Designchef hat verraten, dass der NE „noch ein paar Jahre“ auf sich warten lassen wird. Im Gespräch mit der niederländischen Publikation AutoRAI sagte Jo Stenuit, Mazda habe noch nicht entschieden, welcher Antrieb zum Einsatz kommen soll. Er hält es für wahrscheinlich, dass es eine Form der Elektrifizierung geben wird, damit der nächste MX-5 die Emissionsvorschriften erfüllt. Während ein Mildhybrid den geringsten Gewichtsnachteil mit sich bringen würde, ist diese Technik offenbar „die unwahrscheinlichste der Optionen“, die das Unternehmen in Betracht zieht. Unabhängig davon erklärte Mazdas europäischer F&E-Chef, Christian Schultze, gegenüber AutoRAI, dass der MX-5 NE im Idealfall einen Verbrennungsmotor nutzen würde, der mit synthetischem Kraftstoff betrieben wird. Das würde den Gewichtsnachteil der Elektrifizierung vermeiden und zugleich ermöglichen, strengere Vorgaben einzuhalten. Derzeit ist das allerdings eher Wunschdenken, da es praktisch keine Infrastruktur für CO₂-neutralen Kraftstoff gibt. "Der einfachste Weg, die Emissionen des MX-5 zu reduzieren, ist die Nutzung synthetischer Kraftstoffe. Das ist wirklich die kurze Antwort. Wenn man sich die technische Realität ansieht, ermöglicht synthetischer, CO₂-neutraler Kraftstoff, den bestehenden Verbrennungsmotor weiter zu verwenden, ohne das Konzept des Autos komplett überarbeiten zu müssen. Für ein Modell wie den MX-5, das so stark von Leichtbau, Balance und mechanischer Reinheit lebt, ist das ein sehr logischer Weg.' Emissionsvorschriften bleiben für Mazda ein dauerhaftes Thema. Vor fast zwei Jahren blieb dem Unternehmen keine Wahl, als den 2,0-Liter-Motor des MX-5 in Europa einzustellen, weil er die EU-Vorgaben nicht erfüllte. Seitdem ist hier für den beliebten Roadster nur noch die kleinere 1,5-Liter-Variante erhältlich. Obwohl der ND bereits seit 2014 auf dem Markt ist, scheint Mazda die Rezeptur weiter verfeinern zu wollen. Schultze sagte, die Ingenieure arbeiteten intensiv daran, die 1,5- und 2,0-Liter-Motoren an die Vorschriften anzupassen. Er ergänzte, die frei saugenden Vierzylinder würden „technische Anpassungen, Verbesserungen bei der Verbrennung, der Abgasnachbehandlung und der Effizienz“ erhalten. Hoffentlich kehrt der größere der beiden Motoren nach Europa zurück, bevor die ND-Generation ausläuft. Mit Blick auf die Zukunft würde Mazdas europäische F&E-Leitung die leichteste Form der Elektrifizierung bevorzugen, falls synthetische Kraftstoffe nicht an Bedeutung gewinnen – was, realistisch betrachtet, wohl nicht so bald passieren wird. Mazda hatte zuvor angedeutet, den kommenden 2,5-Liter-Skyactiv-Z-Motor unter die Haube zu packen, doch das erscheint nun eher unwahrscheinlich. Schultze sagte, das würde sich negativ auf Balance und Lenkgefühl auswirken. Außerdem, mit Euro 7 am Horizont, bezweifelt er, dass ein größerer Motor dem MX-5 NE helfen würde, die neue Abgasnorm zu erfüllen. Er räumt ein, dass es für Mazda schwierig ist, sowohl Käufer als auch Regulierer zufriedenzustellen: "Wir suchen nach einer technisch sauberen Lösung mit der richtigen Leistung, dem richtigen Gewicht und voller regulatorischer Konformität. Das ist keine leichte Aufgabe." Mazda Iconic SP Concept Motor1 meint: Mazda scheint es nicht eilig zu haben, den ND abzulösen – auch wenn die vierte Generation des MX-5 inzwischen ein respektables Alter erreicht hat. Da es bislang keine Prototypen-Sichtungen gibt, dürften wir mindestens zwei Jahre vom offiziellen Debüt der nächsten MX-5-Generation entfernt sein – und bis zum Marktstart vermutlich noch länger. Andererseits ist das aktuelle Auto nahezu perfekt, warum also vorschnell den Stecker ziehen? Auch wenn rund um den NE noch vieles unklar ist, dürfte seine laufende Entwicklung Enthusiasten beruhigen. Der japanische Hersteller hat bereits zugesagt, Hinterradantrieb und Handschaltung in einem leichten Paket beizubehalten – die fünfte Generation des MX-5 dürfte das Warten also wert sein.