Die Spritpreisbremse war ein Rohrkrepierer. Um die aktuell hohen Preise für Kraftstoff zu senken, ergreift die Bundesregierung nun andere Maßnahmen. In einer kurzfristig anberaumten Sitzung hat das Bundeskabinett am heutigen Montag, den 13. April 2026, weitreichende Entlastungen für die Bürgerinnen und Bürger verabschiedet. Im Fokus steht dabei die drastische Senkung der Energiesteuer auf Kraftstoffe, mit der die Bundesregierung auf die jüngsten Preissprünge an den Zapfsäulen reagiert. Die Maßnahme sieht vor, die Steuerlast für Benzin und Diesel für einen Zeitraum von zunächst zwei Monaten auf das europäische Mindestmaß zu reduzieren, was rechnerisch eine Entlastung von etwa 17 Cent pro Liter (inklusive Mehrwertsteuereffekt) bedeutet. Bundeskanzler Friedrich Merz betonte nach der Sitzung, dass man hiermit "ein klares Signal gegen die drohende Mobilitätsarmut" setze und die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Deutschland sichere. Gemischte Reaktionen Während die Politik schnelle Abhilfe verspricht, fallen die Reaktionen der Wirtschaftsverbände gemischt bis fordernd aus. Der ADAC begrüßte den Schritt als notwendige Notbremse, mahnte jedoch eine transparente Umsetzung an. Ein Sprecher des Automobilclubs erklärte dazu: "Die Senkung der Energiesteuer ist ein überfälliger Schritt, um Pendler und Familien in dieser extremen Hochpreisphase zu schützen. Entscheidend ist nun, dass die Mineralölkonzerne diesen Steuervorteil eins zu eins an die Endverbraucher weitergeben und nicht zur Aufbesserung ihrer Margen nutzen." Auch aus der Transportbranche kommen mahnende Worte. Der Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL) sieht in dem Beschluss zwar eine Atempause, bezweifelt jedoch die langfristige Wirkung der zweimonatigen Befristung. In einer ersten Stellungnahme hieß es seitens des Verbandes: "Unsere Unternehmen stehen mit dem Rücken zur Wand. Die Senkung bringt kurzfristig Liquidität, doch für eine echte Planungssicherheit benötigt das Transportgewerbe strukturelle Lösungen, die über den Sommer 2026 hinausreichen." Umweltverbände sehen die Maßnahmen als falschen Anreiz für fossile Brennstoffe und fordern die Einführung eines Tempolimits. Auch steuerfreier Bonus geplant Flankiert wird das Paket durch einen neuen steuerfreien Bonus für Arbeitnehmer, der den Inflationsdruck zusätzlich abmildern soll. Die Finanzierung dieser Milliarden-Entlastung soll durch eine Umschichtung im Klima- und Transformationsfonds sowie durch eine vorgezogene Anpassung der Tabaksteuer gesichert werden. Damit versucht die Koalition den Spagat zwischen sozialer Entlastung und haushaltspolitischer Disziplin, während das Bundeskartellamt bereits angekündigt hat, die Preisgestaltung an den Tankstellen ab morgen lückenlos zu überwachen.