Der Volkswagen Atlas ist seit 2018 in den USA auf dem Markt, läuft dort vom Band und wurde dort als Nachfolger des Touareg speziell für das wachsende Segment der großen Siebensitzer-SUV konzipiert. Vor allem in Nordamerika entwickelte sich das Modell zu einer tragenden Säule im Portfolio. 2025 entfielen mehr als 80 Prozent der Verkäufe von Volkswagen auf SUV-Modelle, rund 31 Prozent davon auf Atlas und Atlas Cross Sport. Nach acht Jahren steht nun die zweite Generation in den Startlöchern. Bildergalerie: 2027 Volkswagen Atlas Prototyp im Ersteindruck Volkswagen gewährte im Vorfeld einen ersten Fahreindruck mit einem getarnten Prototypen auf einem zugefrorenen See in Kanada. Das Fahrzeug trug eine mehrfarbige Tarnfolie, die Details weitgehend verbarg. Die Proportionen entsprechen klar dem bekannten Atlas-Format, wirken aber insgesamt kantiger und massiver. Wer eine Vorstellung vom finalen Design gewinnen möchte, kann sich am 2026er Teramont für den chinesischen Markt orientieren. Front- und Heckgestaltung sollen weitgehend übernommen werden, ebenso das beleuchtete Markenlogo und das durchgehende Leuchtenband am Heck. Das Dach bleibt unverändert, die übrigen Karosseriebleche sind neu. Volkswagen Teramont Pro (China) Der getestete Prototyp entsprach einem SEL mit R-Line-Paket, was an entsprechenden Emblemen erkennbar war. Konkrete Angaben zu Preisen oder finalen Ausstattungen gibt es noch nicht. Auch der Innenraum blieb weitgehend im Verborgenen, doch Volkswagen spricht von einer vollständigen Neuentwicklung für das US-Modelljahr 2027. Technisch basiert der neue Atlas auf der Plattform MQB EVO, die auch beim Tiguan eingesetzt wird. Trotz neuer Architektur bleibt es beim bisherigen Radstand von 117,3 Zoll (rund 2,98 Meter). Insgesamt soll die Größe dem aktuellen Modell sehr nahekommen. Unter der Haube arbeitet ein neuer Vierzylinder-Turbomotor, der konstruktiv mit dem Tiguan-Aggregat verwandt ist. Konkrete Leistungsdaten nennt Volkswagen noch nicht, doch angesichts des höheren Gewichts ist von einer angepassten Leistungs- und Drehmomentcharakteristik auszugehen. Geschaltet wird über ein Neungang-DSG. Neben Frontantrieb wird erneut ein Allradantrieb mit variabler Kraftverteilung angeboten. Auf dem Eis zeigte sich schnell der Charakter des Antriebs: Trotz Allrad bleibt der Atlas klar frontbetont. Bei forcierter Gangart über Handlingkurs, Kreisbahn und Slalom ließ sich das Heck zwar zum Mitlenken bewegen, eine echte 50:50-Verteilung ist jedoch nicht zu erwarten. Dennoch vermittelte der Prototyp ein stabiles Fahrgefühl. Selbst bei provozierten Lastwechseln blieb das Fahrzeug berechenbar, vollständige Dreher waren selten. Für ein großes, familienorientiertes SUV ist dieses Maß an Kontrolle unter extremen Bedingungen bemerkenswert. Ein technisches Detail sorgte für Stirnrunzeln: Als sich das Fahrzeug im Schnee festfuhr, schaltete die Elektronik selbstständig in den Leerlauf und verweigerte Vor- oder Rückwärtsbewegungen. Da es sich um ein Vorserienfahrzeug handelte, liegt die Vermutung nahe, dass hier noch Softwareabstimmungen fehlen. Im Serienzustand dürfte dieses Verhalten nicht auftreten. Eine fundierte Einschätzung für den Alltagsbetrieb auf normalen Straßen steht noch aus. Motor, Getriebe und Fahrwerk hinterließen auf Eis jedoch einen harmonischen Eindruck. Ob sich dieser Eindruck auch im täglichen Einsatz bestätigt, wird sich mit der Markteinführung des Atlas für das Modelljahr 2027 zeigen.