Bei Sonnenaufgang über Südflorida hallt das tiefe Grollen des legendären W16-Motors über das Gelände des Miami International Autodrome. In der Boxengasse stehen mehrere Bugatti Bolide nebeneinander, ihre Sichtcarbon-Karosserien reflektieren das erste Licht des Tages. Die Szene wirkt fast surreal: kompromisslose Renntechnik trifft auf die Kulisse der "Magic City". Genau hier hat Bugatti seine Bolide-Kunden zum Track-Programm "Feeling the Track" eingeladen. Ziel ist ein Erlebnis, das näher an professionellen Motorsport kaum herankommt – und dessen Bilder bereits für sich sprechen. Bildergalerie: Bugatti Bolide (2026) in Miami Gefahren wird auf einer FIA-Rennstrecke, die sonst von der Miami Grand Prix genutzt wird. Das Programm ist darauf ausgelegt, Fahrer und Maschine möglichst eng zusammenzubringen. Wer hier unterwegs ist, soll verstehen, wie ein extremes Tracktool wie der Bolide funktioniert – und wie viel Präzision nötig ist, um sein Potenzial zu nutzen. Entsprechend beginnt der Tag mit ausführlichen Briefings. Instruktoren erklären Fahrdynamik, Bremspunkte und Linienwahl. Auch die Charakteristik der Strecke wird analysiert. Die Teilnehmer bereiten sich Schritt für Schritt auf höhere Geschwindigkeiten vor. Renningenieure begleiten jeden Abschnitt und sorgen dafür, dass die Fahrer die Abläufe und technischen Details verstehen. Die ersten Sessions finden jedoch nicht im Bolide statt, sondern im McLaren 750S. In diesen Fahrzeugen lernen die Teilnehmer zunächst die Strecke kennen. Unter Anleitung erfahrener Instruktoren folgen mehrere strukturierte Runden: erst Orientierung, dann gezielte Übungen zu Bremspunkten, Linien und Kurvenausgang. Auf jede Fahrt folgt eine Analyse. Der Ablauf ist klar: fahren, auswerten, verbessern. Mit jeder Runde zeigt der Kurs mehr von seinem Charakter. Präzises Bremsen ist Pflicht, Mut wird in den schnellen Kurven belohnt. Bugatti Bolide (2026) in Miami Erst danach gehört die Bühne dem Bolide. Vor dem ersten Einsatz gibt es eine technische Einweisung. Das Fahrzeug arbeitet mit extremem Abtrieb, kompromisslosen Rennslicks und einer Leistungsentfaltung, die ausschließlich für den Einsatz auf der Rennstrecke entwickelt wurde. Der Bolide ist kein Hypercar für die Straße – er ist ein reinrassiges Trackgerät. Der restliche Tag folgt einem Rhythmus, der stark an professionellen Motorsport erinnert. Fünf intensive Sessions von jeweils 45 Minuten stehen auf dem Programm. Jede Einheit besteht aus Installationsrunden, schnellen Stints und ausführlichen Debriefings. Hinter den Kulissen überwachen Spezialisten den Zustand der Reifen, planen Boxenstopps und analysieren Fahrzeug- und Fahrerdaten in Echtzeit. Ziel ist maximale Präzision auf der Strecke. Jeder Teilnehmer arbeitet mit einem persönlichen Instruktor und einem eigenen Mechaniker. Dazu kommen Teams für Reifen, Kraftstoff und Datenauswertung. Die Struktur entspricht der eines Rennteams. Für die Fahrer bedeutet das: volle Konzentration auf die Strecke – und auf ein Auto, das selbst für erfahrene Piloten eine besondere Herausforderung darstellt. Bugatti Bolide (2026) in Miami Die Instruktoren bringen Erfahrung aus internationalem Motorsport mit, darunter Langstreckenrennen und große Meisterschaften. Ihr Wissen prägt jede Session. Statt nur Anweisungen zu geben, vermitteln sie Einblicke aus der Praxis des professionellen Rennsports. Als die Sonne über Südflorida untergeht, kehren die Bolide-Piloten von ihren letzten Runden zurück. Die Fahrer haben nicht nur die Strecke verstanden, sondern auch ein Fahrzeug erlebt, das in Sachen Performance und Intensität eine eigene Liga darstellt. Gefeiert wird anschließend mit einem Champagner-Toast und einer Abschlussveranstaltung im Four Seasons Hotel and Residences Fort Lauderdale mit Blick auf den Atlantik. Dort tauschen sich die Gäste mit Vertretern von Bugatti aus, darunter Sascha Doering und Alexis Ploix. Auch Andy Wallace, offizieller Bugatti-Testfahrer und Sieger der 24 Hours of Le Mans, berichtet von seinen Erfahrungen im Spitzensport. Für viele Teilnehmer endet der Tag mit der Erkenntnis, dass der Bolide kein gewöhnliches Hypercar ist. Er ist ein radikales Rennfahrzeug – und auf Fotos ebenso spektakulär wie auf der Strecke.