Unter dem Namen "futuREady" hat die Renault Group ihren neuen, bis zum Jahr 2030 reichenden Strategieplan vorgestellt. CEO François Provost definiert darin das Ziel, Renault zu einem "europäischen Referenzhersteller auf globaler Ebene" zu entwickeln. Der Plan baut auf dem 2021 gestarteten Programm "Renaulution" von Provosts Vorgänger Luca de Meo auf und umfasst vier zentrale Handlungsfelder: Wachstum, Technologie, operative Effizienz und Partnerschaften. Bildergalerie: Dacia Striker (2026) Im Bereich Wachstum plant Renault bis 2030 weltweit die Einführung von 36 neuen Modellen. Die Produktoffensive stützt sich auf die drei Kernmarken Renault, Dacia und Alpine. Die Marke Renault konzentriert sich auf zwölf neue Modelle für Europa, verbunden mit dem Ziel einer vollständigen Elektrifizierung bis 2030. Parallel entstehen 14 weitere Modelle für internationale Märkte wie Südamerika, Indien und Südkorea. Insgesamt soll der Absatz auf mehr als zwei Millionen Fahrzeuge pro Jahr steigen. Dacia erweitert sein Angebot im C-Segment (unter anderem mit dem Striker) und treibt zugleich die Elektrifizierung voran. Bis 2030 sollen zwei Drittel der Verkäufe elektrifizierte Fahrzeuge sein, während die Zahl der Elektromodelle von derzeit einem auf vier steigt. Alpine plant eine Expansion auf Basis der neuen "Alpine Performance Platform" (APP). Neue Modelle wie A290 und A390 bilden den Kern dieser Strategie. Auch eine neue A110 soll folgen. Alpine A390 (2026) Ergänzend setzt Renault auf den sogenannten "Software-Defined Retail". Durch Digitalisierung sollen die kommerziellen Kosten um 20 Prozent sinken, während die Kundenbindung über den gesamten Fahrzeuglebenszyklus – einschließlich Service, Gebrauchtwagen und Finanzierung – auf 80 Prozent steigen soll. Technologisch setzt Renault auf umfangreiche Eigenentwicklungen und neue Plattformen. Eine zentrale Rolle spielt die künftige Elektroplattform RGEV Medium 2.0 mit 800-Volt-Architektur für die Segmente B+ bis D. Sie soll ultraschnelles Laden in etwa zehn Minuten ermöglichen und Reichweiten von bis zu 750 Kilometern im rein elektrischen Betrieb beziehungsweise bis zu 1.400 Kilometern mit Range-Extender erreichen. Gleichzeitig sollen die Kosten gegenüber heutigen Generationen um 40 Prozent sinken. Auch bei der Softwarearchitektur verfolgt Renault eine Weiterentwicklung: vom Software-Defined Vehicle (SDV) hin zum Artificial Intelligence Defined Vehicle (AIDV). Rund 90 Prozent der Fahrzeugfunktionen sollen per Funk aktualisiert werden können. In Zusammenarbeit mit Google entsteht dafür das Betriebssystem "carOS". 2026 Renault Twingo E-Tech Electric Parallel arbeitet Renault an einem Elektromotor der dritten Generation mit 275 PS Leistung, einem Wirkungsgrad von 93 Prozent und ohne seltene Erden. Hybridantriebe der Baureihe E-Tech sollen auch über 2030 hinaus im Programm bleiben. Ein weiteres Ziel ist die Steigerung der operativen Effizienz. Um mit der Entwicklungsgeschwindigkeit chinesischer Hersteller Schritt zu halten, will Renault die Produktentwicklungszyklen auf etwa zwei Jahre verkürzen. In der Produktion sollen digitale Zwillinge im sogenannten industriellen Metaverse, der Einsatz von rund 350 humanoiden Robotern sowie künstliche Intelligenz die Kosten um 20 Prozent senken und den Energieverbrauch um 25 Prozent reduzieren. In der Lieferkette soll eine Echtzeitüberwachung der Warenströme die Logistikkosten um rund 30 Prozent verringern. Gleichzeitig strebt das Unternehmen eine strikte Finanzdisziplin an. Die variablen Stückkosten sollen jährlich um etwa 400 Euro sinken, während Investitionen sowie Forschungs- und Entwicklungsausgaben unter acht Prozent des Umsatzes bleiben sollen. Die vierte Säule betrifft Partnerschaften und Stakeholder. Renault setzt dabei auf ein enges Netzwerk aus Mitarbeitern, Händlern und Industriepartnern. Ein Schwerpunkt liegt auf der Qualifizierung der rund 100.000 Beschäftigten für die digitale Transformation. Gleichzeitig wird die Zusammenarbeit innerhalb der Allianz mit Nissan und Mitsubishi Motors fortgeführt. Indien entwickelt sich dabei zu einem wichtigen globalen Produktionsstandort, auch für Modelle von Nissan. Darüber hinaus plant Renault industrielle Kooperationen mit mehreren Partnern. Bis 2030 sollen mehr als 300.000 Fahrzeuge für Unternehmen wie Nissan, Mitsubishi, Volvo Trucks, Ford und Geely produziert werden.