Renault ist längst nicht mehr nur der europäische Kleinwagen-Spezialist. Aber ganz ehrlich: Die Ausflüge in die Oberklasse endeten in der jüngeren Vergangenheit meist im Fiasko. Avantime, Vel Satis oder Talisman lassen grüßen. Aktuell jedoch expandieren die Franzosen aggressiv auf dem Weltmarkt und präsentieren nun - einmal mehr - ein neues Flaggschiff Selbiges ist allerdings speziell für Regionen außerhalb des alten Kontinents entwickelt worden. Sagen Sie Hallo zum Renault Filante. Enthüllt wurde das Modell in Südkorea, wo es auch produziert wird und zuerst auf den Markt kommt. Der Filante ist das fünfte Modell im Rahmen von Renaults "International Game Plan 2027", der die Marke auch in anderen Wachstumsmärkten wie Lateinamerika, Indien, der Türkei, Südkorea und Marokko stärker positionieren soll. Renault Filante (2026) Mutig ist er, keine Frage. Renault zielt mit dem Filante auf das gehobene E-Segment und setzt dafür auf Präsenz. Optisch wirkt er wie eine gestreckte Version des bei uns bekannten Renault Rafale. Was beim ersten Blick auf die Bilder ebenfalls auffällt: Im Seitenprofil sind gewisse Ähnlichkeiten mit BMWs Kontrovers-Panzer XM nicht von der Hand zu weisen. Renault selbst bezeichnet das Fahrzeug als Crossover zwischen Limousine und SUV. Wobei hier unserer Meinung nach dann doch sehr viel SUV und eher wenig (bis gar keine) Limousine im Spiel ist. Die Frontpartie zeigt einen Kühlergrill, der sich deutlich von den aktuellen europäischen Modellen unterscheidet. Eine beleuchtete 3D-Struktur zitiert den Renault-Rhombus, mit einem Farbverlauf von Wagenfarbe oben hin zu Hochglanzschwarz unten. Mit 4.915 mm Länge, 1.890 mm Breite und 1.635 mm Höhe ist der Filante das größte Auto im aktuellen Renault-Portfolio. Zum Vergleich: Er ist damit nur knapp drei Zentimeter kürzer als ein BMW X6. Auch im Cockpit fährt Renault groß auf. Das Armaturenbrett wird von gleich drei 12,3-Zoll-Bildschirmen dominiert (Tacho, Zentraldisplay und ein eigener Bildschirm für den Beifahrer). Dazu gesellt sich ein 25,6-Zoll Augmented-Reality-Head-up-Display. Renault Filante (2026) Die "Lounge"-Sitze sind aus einem lederähnlichen Material gefertigt und verfügen über integrierte Kopfstützen. Die metallischen Einfassungen an den Rückenlehnen verstärken den Eindruck, dass man sich hier sehr genau im Münchener Luxus-Regal (Stichwort XM) umgesehen hat. Zu den technischen Neuerungen, die erstmals in einem Renault verfügbar sind, gehören ein digitaler Rückspiegel (wodurch der Heckscheibenwischer entfällt), eine Ausweich-Lenkunterstützung und eine Insassenerkennung für Kinder. Unter dem Blech steckt bekannte China-Technik: Der Filante basiert auf einer angepassten Version der CMA-Plattform von Geely. Diese Architektur kennen wir in Europa bereits vom Volvo XC40 oder dem Polestar 2. Angetrieben wird das Auto von einem 1,5-Liter-Turbobenziner, der von zwei Elektromotoren unterstützt wird. Die Systemleistung liegt bei 250 PS. Da die Ladeinfrastruktur in den Zielmärkten oft noch lückenhaft ist, handelt es sich um einen klassischen Vollhybrid (HEV), nicht um einen Plug-in. Renault verspricht, dass der Wagen im Realbetrieb 50 Prozent weniger Kraftstoff verbraucht als ein vergleichbarer reiner Verbrenner. Bildergalerie: Renault Filante (2026) Der Name "Filante" hat bei Renault Tradition. Die Étoile Filante (Sternschnuppe) war in den 1950er-Jahren ein Fahrzeug für Geschwindigkeitsrekorde. Erst 2025 belebten die Franzosen den Namen mit einem elektrischen Rekord-Konzeptauto wieder. Dass nun ausgerechnet ein wuchtiges, aerodynamisch eher herausforderndes SUV diesen Namen trägt, entbehrt nicht einer gewissen Ironie. Kommt er nach Deutschland? Die kurze Antwort lautet: Nein. Während Renault in Europa mit R5, R4 und Scenic voll auf die Elektromobilität setzt, zielt der Filante auf Märkte, in denen Verbrenner und Hybride noch lange dominieren werden. Er ist Teil einer Strategie, acht neue Modelle für internationale Märkte zu entwickeln, fünf davon im C- und D-Segment. Das größte SUV in Europa bleibt somit der Rafale.