Es ist noch gar nicht so lange her, da wollte man in Zuffenhausen kompromisslos auf Elektrifizierung setzen – mit ambitionierten Plänen für ein stark EV-lastiges Portfolio aus Sportwagen, Limousinen und SUVs. Doch da die Nachfrage nach Elektroautos sich gerade im Luxus- und Performance-Bereich nicht annähernd so gut entwickelt, wie erhofft, muss Porsche seine Strategie nun notgedrungen anpassen. Das kommende Flaggschiff-SUV (intern: K1) mit bis zu drei Sitzreihen war ursprünglich als reines Elektroauto vorgesehen. Nun bereitet Porsche laut einem neuen Bericht von Autocar stattdessen Antriebsoptionen mit V6- und V8-Motoren vor. Der K1 soll sich die Plattform mit Audis künftigem Q9 teilen und eine Reihe großvolumiger Benzinmotoren erhalten. 2027 Audi Q9-Rendering von Motor1 Statt der ursprünglich vorgesehenen rein elektrischen Scalable Systems Platform wird der K1 die Premium Platform Combustion (PPC) des Volkswagen-Konzerns nutzen. Dieser Schritt schafft mehr Flexibilität, sorgt für wahlweise vier-, fünf- und siebensitzige Layouts sowie klassische Verbrenner- und Plug-in-Hybrid-Antriebe. Was die Motoren betrifft erwarten wir Porsches bestehende 3,0-Liter-V6- und 4,0-Liter-V8-Aggregate. Die Leistungsdaten dürfte sich am aktuellen Cayenne-Programm orientieren und – je nach Variante – um die 350 bis 740 PS abdecken. Porsche Cayenne Turbo Electric Der Schritt passt zu Aussagen von Porsche-CEO Oliver Blume aus dem vergangenen September. Er hatte erklärt, die Ausrichtung des K1 in Richtung Verbrenner spiegele „neue Marktgegebenheiten und veränderte Kundenwünsche“ besser wider. Eine rein elektrische Variante ist allerdings weiterhin nicht ausgeschlossen. Porsche dürfte den K1 voraussichtlich rund ein Jahr nach der Enthüllung des Audi Q9 auf den Markt bringen, die für Ende 2026 erwartet wird. Produziert wird im Volkswagen-Werk Bratislava in der Slowakei – gemeinsam mit dem Q9 und dem Cayenne EV. Motor1 meint: Da die EV-Dynamik im Luxus-Segment noch zu wünschen übrig lässt, ist Porsches Entscheidung, beim K1 die Antriebsoptionen zu erweitern, ein pragmatischer Schritt. Varianten mit V6 und V8 könnten die Zielgruppe des Mercedes-GLS-Konkurrenten vergrößern – bei gleichzeitiger Offenheit für eine spätere Elektrifizierung.