Bei Porsche weht ein frischer Wind. Nur wenige Monate nachdem der frühere McLaren-CEO Michael Leiters Oliver Blume an der Spitze des ins Stottern geratenen Sportwagenherstellers abgelöst hat, wurde heute der nächste Führungswechsel bekanntgegeben. Ab dem 1. Februar folgt Tobias Sühlmann auf Michael Mauer als Designchef. Ähnlich wie Porsches neuer CEO war auch der 46-jährige Sühlmann zuvor bei McLaren tätig – und das gleich in zwei Stationen. Als Lead Designer für Sonderprojekte war er an der Entwicklung des spektakulären Solus GT beteiligt. 2023 kehrte er als Chief Design Officer zur Marke aus Woking zurück, sein Anteil am McLaren W1 fiel jedoch gering aus, da das Design des Flaggschiffs zu diesem Zeitpunkt weitgehend feststand. Sühlmann war zudem über Jahre in verschiedenen Marken des Volkswagen-Konzerns aktiv, darunter bei Volkswagen selbst, wo er am überaus ansehnlichen Arteon mitarbeitete. Zu seinem Lebenslauf gehören außerdem der Passat und der bald auslaufende Touareg. Bei Bentley wirkte er am eindrucksvollen Batur mit, während ihn Bugatti als Leiter für die kreative Entwicklung des Exterieur-Designs engagierte. Eine weitere Station ist Aston Martin, wo er als Chief Exterior Designer tätig war. Tobias Sühlmann (links) und Michael Mauer (rechts) Bild von: Porsche Sühlmann (46) steht vor einer anspruchsvollen Aufgabe. Porsche entwickelt einen neuen Crossover mit Verbrennungsmotoren als Ersatz für die erste Macan-Generation. Das Modell soll 2028 unter einem neuen Namen auf den Markt kommen – der Name Macan bleibt dann ausschließlich der Elektroversion vorbehalten. Zudem plant Porsche weiterhin ein SUV mit drei Sitzreihen, das oberhalb des Cayenne positioniert wird. Ursprünglich als reines Elektroauto konzipiert, soll es nun zunächst mit einem Hybridantrieb starten. Eine vollelektrische Version dürfte folgen – abhängig davon, wie stark die Nachfrage nach E-Autos im Luxussegment ausfällt. Dem elektrischen 718 dürfte Sühlmann seinen Stempel kaum noch aufdrücken können: Die emissionsfreien Boxster- und Cayman-Modelle stehen kurz vor der Premiere, ihre Designs gelten seit Langem als weitgehend festgelegt. Allerdings hat Porsche angekündigt, die beiden Sportwagen auch mit Verbrenner zurückzubringen. Volkswagen Arteon Motor1-Fazit: Bemerkenswert ist, dass Porsches neuer Designchef und der CEO sich bereits kennen: Beide haben zuvor gemeinsam bei McLaren gearbeitet. Jetzt sind sie als Team wieder vereint – diesmal in Zuffenhausen. Für Porsche sind es herausfordernde Zeiten. Mit zwei wichtigen Personalentscheidungen signalisiert das Unternehmen jedoch Zuversicht, das Ruder herumzureißen. Ein neuer Designverantwortlicher, kombiniert mit einer erneuerten – und offenbar dringend benötigten – Wertschätzung für Verbrennungsmotoren, deutet auf potenziell spannende Jahre hin.