Es sieht so aus, als würde JLRs langjähriger Designchef Gerry McGovern das Unternehmen nun offiziell verlassen – dieses Mal tatsächlich. Sein Abschied vom Hersteller, der für Ende März vorgesehen ist, folgt auf einen Bericht von Ende 2025, wonach er angeblich „aus dem Büro begleitet“ worden sei. JLR wies das damals zurück – möglicherweise war das schlicht etwas verfrüht. JLR soll die Belegschaft in einem Memo über McGoverns Weggang informiert haben. Autocar konnte das Schreiben einsehen, das der Autobauer bestätigte. McGovern plant demnach, eine eigene kreative Beratung aufzubauen. Jaguar Type 00 Concept McGovern begann seine Karriere bei der Austin Rover Group, bevor er zu Ford wechselte. Anschließend arbeitete er mehr als 21 Jahre für Jaguar und Land Rover – in dieser Zeit zeichnete er unter anderem für Modelle wie den Land Rover Defender und den Range Rover Evoque verantwortlich. Zudem leitete er das Designteam des Type-00-Konzepts, das stark polarisiert hat. McGovern sagte in dem Memo: "Es war ein großes Privileg, über zwei außergewöhnliche Jahrzehnte bei JLR zu arbeiten", und bedankte sich bei der Tata-Familie. JLRs neuer CEO, PB Balaji, dankte McGovern für seinen "bedeutenden Beitrag" für den Autobauer. Bildergalerie: Jaguar Type 00 Concept Nach dem Hin und Her um McGovern in den vergangenen Monaten ist es gut, nun endlich eine Bestätigung durch das Unternehmen zu haben. McGovern kann auf eine starke Designlaufbahn in der Automobilbranche zurückblicken – JLR dürfte jedoch der Ansicht sein, dass es Zeit für eine neue Richtung ist. Nach der spektakulären (und viel diskutierten) Vorstellung des Type 00 Concept bereitet Jaguar nun den Rollout einer komplett neuen Modellfamilie vor, die das Unternehmen im Ultra-Luxus-Segment neu positionieren soll. Die kommenden Serienmodelle Den Anfang macht ein viertüriger Electric Grand Tourer (GT), dessen Serienversion für Ende 2025 oder Anfang 2026 erwartet wird. Dieses Modell orientiert sich optisch eng am Type 00, wird jedoch für den Straßenalltag angepasst – also mit vier Türen und etwas konventionelleren, wenn auch immer noch sehr progressiven Proportionen. Bildergalerie: Jaguar GT (Type 00) Winter-Tests Technisch markiert dieser GT einen Rekordwert für die Marke: Mit einer Leistung von bis zu 1.000 PS in Top-Versionen wird er der leistungsstärkste Jaguar aller Zeiten sein. Die Reichweite soll bei rund 700 bis 770 Kilometern liegen, wobei dank einer 800-Volt-Architektur extrem kurze Ladezeiten realisiert werden. Nach dem GT plant Jaguar zwei weitere Modelle, um ein Kern-Portfolio von drei Fahrzeugen aufzubauen, die alle auf der neuen, exklusiven JEA-Plattform (Jaguar Electric Architecture) basieren: Ein großes Luxus-SUV, das als elektrisches Pendant zum früheren Erfolg des F-Pace fungieren soll, jedoch deutlich luxuriöser und teurer positioniert wird. Und eine repräsentative Luxus-Limousine, die das Erbe des klassischen XJ in das Elektrozeitalter überführt, dabei aber das radikale neue Design des "Exuberant Modernism" trägt. Ein kompromissloser Neuanfang Die Strategie hinter diesen Modellen ist ein "harter Schnitt": Jaguar hat die Produktion fast aller aktuellen Verbrennermodelle (wie XE, XF und F-Type) bereits eingestellt oder lässt sie gerade auslaufen, um eine künstliche Marktlücke zu schaffen. Die neuen Serienfahrzeuge werden preislich in einer völlig anderen Liga spielen als bisher – der Einstiegspreis für den neuen GT wird bei etwa 130.000 bis 150.000 Euro erwartet. Damit rückt Jaguar weg vom Wettbewerb mit BMW oder Audi und greift direkt Marken wie Porsche, Bentley und Maserati an. Ziel ist es, weniger Autos zu verkaufen, dafür aber eine deutlich höhere Exklusivität und Gewinnspanne pro Fahrzeug zu erreichen.