Der mit Abstand umstrittenste AMG aller Zeiten, der aktuelle C 63 mit Vierzylinder und Plug-in-Hybrid, steht vor dem Aus. Nach monatelangen Gerüchten, wonach Mercedes den ungeliebten elektrifizierten Antrieb auslaufen lassen will, hat der Mann, der in Affalterbach das Sagen hat, das baldige Ende des Vierzylinders bestätigt. Die Sportlimousine bleibt zwar im Programm – aber mit größerem Motor, ohne Hybrid-Unterstützung und unter anderem Namen. AMG-Chef Michael Schiebe sagte gegenüber Edmunds, dass der aktuelle C 63 S E Performance einem reinen Benzin-Antrieb mit Reihensechszylinder weichen wird. Bildergalerie: Mercedes-AMG C 63 S E Performance (2023) Die Ingenieure verpassen dem Motorraum einen 3,0-Liter-Turboreihensechszylinder und greifen dabei auf das Aggregat "M 256" aus dem CLE 53 zurück. Die Systemleistung des Mildhybrids beträgt 330 kW (449 PS) sowie 560 Nm Drehmoment – wobei es noch zu früh ist, um zu sagen, ob diese Werte beim neuen C 53 steigen werden. Und wie gesagt: Hybrid ist nicht. Schiebe im Edmunds-Interview: "Das bedeutet, dass wir auch den C 53 in unserem Portfolio haben werden. Wir übernehmen den Verbrennungsmotor aus dem CLE 53. Kein Hybridmotor – ein reiner Reihen-Sechszylinder." Selbst wenn eine Leistungssteigerung kommt, ist schwer vorstellbar, dass das neue Setup an die Werte des auslaufenden C 63 S E Performance heranreicht. Das Plug-in-Hybrid-System kommt kombiniert auf 680 PS und 1.020 Nm. Allerdings sagen reine Zahlen nicht alles aus: Der Wegfall der Hybrid-Hardware dürfte das Gewicht von knapp 2,2 Tonnen deutlich reduzieren. Auch wenn der größere Reihensechszylinder schwerer ist als der Vierzylinder "M 139", sollte der C 53 insgesamt leichter werden. Es liegt nahe, dass der GLC 63 einer ähnlichen Logik folgt, da er im Grunde die Crossover-Variante des C 63 ist. Ironischerweise erklärte AMG-Boss Schiebe gegenüber Edmunds, der 2,0-Liter-Motor werde nicht deshalb ausgemustert, weil Enthusiasten Downsizing abgelehnt hätten. Vielmehr falle der kleine Motor, so Schiebe, weg, weil es „ziemlich schwierig“ sei, ihn an die Euro-7-Vorschriften anzupassen. Das wirft allerdings die Frage auf, warum Mercedes das während der Entwicklung nicht kommen sah – zumal Euro 7 ohnehin nur eine Frage der Zeit war. Der neue C 53 soll auf dem in den kommenden Monaten erwarteten C-Klasse-Facelift basieren. Erste Hinweise auf eine Sechszylinder-AMG-C-Klasse gab es bereits vor fast einem Jahr, als deutsche Medien unter Berufung auf Mercedes-Insider über den Motorwechsel berichteten. Damals haben wir bei AMG nachgefragt, doch das Unternehmen wollte die Meldungen nicht bestätigen. Wie sich nun zeigt, lagen die Gerüchte richtig – und die Ingenieure packen tatsächlich zwei zusätzliche Zylinder in den Motorraum. Dass ausgerechnet strengere Abgasvorschriften gute Nachrichten für Enthusiasten bringen könnten, hätten wir nicht erwartet. Historisch war eher das Gegenteil der Fall – Downsizing traf Performance-Modelle meist besonders hart. Der neue C 53 bekommt zwar keinen glorreichen V8, aber ein reiner Sechszylinder-Verbrenner dürfte deutlich mehr Interesse wecken als das hochkomplexe Vierzylinder-Hybridsystem. AMG hat den PHEV-Ansatz lange verteidigt; CEO Michael Schiebe bezeichnete ihn als "sehr, sehr progressive" Lösung. Immerhin: Auch ein BMW M5 setzt auf Plug-in-Hybrid, Audi demnächst wohl auch beim neuen RS 5 und RS 6. Mercedes-Australien-Chef Jaime Cohen deutete in einem Interview 2024 sogar an, Käufer würden den Vierzylinder-C 63 irgendwann so akzeptieren wie zuvor Smartphones ohne Tasten. Da der elektrifizierte Antrieb nun vor dem Aus steht, werden wir es wohl nie erfahren. Auch wenn AMG sich derzeit nicht auf einen C 63 mit Achtzylinder festlegt, hat man bereits bestätigt, an einem neuen V8 zu arbeiten – die Zukunft sieht also gut aus.