Der neue viertürige Elektro-Sportwagen AMG GT 4-Türer Coupé kombiniert erstmals in einem Serienfahrzeug innovative Axial-Fluss-Motoren mit einer völlig neu entwickelten Hochvolt-Batterie. Das Ergebnis sind Leistungswerte, die bislang eher der Welt der Hypercars vorbehalten waren: bis zu 860 kW (1.169 PS), ein Sprint von 0 auf 100 km/h in nur 2,1 Sekunden und eine Höchstgeschwindigkeit von 300 km/h. Drei Axial-Fluss-Motoren Im Zentrum des Antriebskonzepts stehen drei sogenannte Axial-Fluss-Motoren. Zwei davon arbeiten an der Hinterachse, ein weiterer an der Vorderachse. Entwickelt wurde das Grundprinzip vom britischen Elektromotoren-Spezialisten YASA, der seit 2021 vollständig zu Mercedes‑Benz AG gehört. Anders als bei klassischen Radialflussmotoren verläuft der elektromagnetische Fluss hier parallel zur Drehachse. Dadurch entsteht ein besonders kompakter Aufbau mit enorm hoher Leistungsdichte. Die Motoren sind als schmale Scheiben konstruiert, bei denen zwei Rotoren den Stator sandwichartig einschließen – eine sogenannte H-Anordnung. Die Vorteile dieser Bauweise sind erheblich: deutlich höhere Dauerleistung höheres Drehmoment kompaktere Bauform bessere thermische Stabilität reproduzierbare Höchstleistung auch unter Dauerbelastung Besonders beeindruckend: Der Frontmotor misst nur knapp neun Zentimeter Breite, die beiden Heckmotoren sogar lediglich rund acht Zentimeter. Über 13.000 Umdrehungen pro Minute Die beiden hinteren Motoren sind in einer gemeinsamen High Performance Electric Drive Unit (HP.EDU) untergebracht. Dort arbeiten sie zusammen mit einem kompakten Planetenradgetriebe, ölgekühlten Komponenten und wassergekühlten Siliziumkarbid-Invertern. Die Hinterachsmotoren drehen bei Höchstgeschwindigkeit mit mehr als 13.000 U/min, der Frontmotor sogar mit über 15.000 U/min. Möglich wird dies durch hochentwickelte SiC-Inverter, die dank der Eigenschaften von Siliziumkarbid besonders effizient mit hohen Spannungen, Temperaturen und Stromstärken umgehen können. Der vordere Motor übernimmt dabei die Rolle eines intelligenten Boosters. Er wird nur dann aktiviert, wenn zusätzliche Traktion oder maximale Leistung erforderlich sind. Eine sogenannte Disconnect Unit (DCU) trennt den Frontantrieb bei geringer Last blitzschnell vom System, um Schleppverluste zu minimieren und die Effizienz zu erhöhen. Bis zu 1.169 PS Systemleistung Die Kombination aus drei Axial-Fluss-Motoren sorgt für extreme Leistungswerte: GT 55 4-Türer Coupé 4MATIC+: 600 kW (816 PS) GT 63 4-Türer Coupé 4MATIC+: 860 kW (1.169 PS) Die Plattform ist laut AMG sogar auf Leistungen von über 1.000 kW ausgelegt. Besonders bemerkenswert ist dabei die Fähigkeit, diese Leistung mehrfach hintereinander abrufen zu können – ein Bereich, in dem viele Elektrofahrzeuge thermisch an ihre Grenzen stoßen. Neue AMG High Performance Electric Battery Ebenso revolutionär wie der Antrieb ist die neue AMG High Performance Electric Battery (AMG HP.EB). Die Batterie wurde komplett neu entwickelt und vereint Know-how aus dem Hypercar Mercedes‑AMG ONE, der Formel 1 sowie der Entwicklungsabteilung in Affalterbach und Mercedes‑AMG High Performance Powertrains im britischen Brixworth. Das Ziel war klar: maximale Dauerleistung, extrem schnelle Ladefähigkeit und hohe thermische Stabilität. Direktgekühlte Rundzellen mit NCMA-Chemie Zum Einsatz kommen 2.660 neu entwickelte Rundzellen, die in 18 Modulen zusammengefasst sind. Die Zellen besitzen ein ungewöhnliches Format: 105 Millimeter hoch und nur 26 Millimeter im Durchmesser. Dieses Design verbessert die Wärmeabfuhr erheblich, da der Abstand vom Zellkern zur Oberfläche besonders gering ist. Die Zellen verfügen außerdem über: lasergeschweißte Aluminiumgehäuse Full-Tab-Technologie für geringeren Innenwiderstand spezielle NCMA-Zellchemie mit Silizium-Anode Energiedichte von über 298 Wh/kg Besonders innovativ ist die Direktkühlung jeder einzelnen Zelle. Ein elektrisch nichtleitendes Öl umströmt jede Rundzelle direkt und hält sie permanent im optimalen Temperaturfenster. Dadurch bleibt die Batterie selbst unter extremer Belastung leistungsfähig. Kühlleistung auf Formel-1-Niveau Das Thermomanagement zählt zu den technisch anspruchsvollsten Systemen des Fahrzeugs. Herzstück des AMG GT 4-Türers ist der sogenannte Central Coolant Hub (CCH), ein hochintegriertes Kühlsystem aus Pumpen, Sensoren und Ventilen. Die Batterie erreicht eine Kühlleistung von mindestens 20 kW – ein massiver Fortschritt gegenüber konventionellen Batteriesystemen, die meist lediglich zwischen fünf und acht Kilowatt liegen. Hinzu kommt ein intelligentes „On-Demand Cooling“. Dabei wird das Kühlmittel exakt dorthin geleitet, wo es aktuell benötigt wird. Das sorgt für konstante Performance sowohl beim Beschleunigen als auch beim Rekuperieren oder Schnellladen. 800-Volt-Technologie und ultraschnelles Laden Die Hochvolt-Batterie arbeitet mit 800 Volt. Dadurch werden höhere Dauerleistungen, geringere Ladeverluste und deutlich kürzere Ladezeiten möglich. An geeigneten Schnellladesäulen erreicht das neue AMG GT 4-Türer Coupé Ladeleistungen von über 600 kW bei mehr als 800 Ampere Stromstärke. Damit lassen sich innerhalb von zehn Minuten rund 460 Kilometer Reichweite nachladen. Der Ladevorgang von 10 auf 80 Prozent dauert lediglich elf Minuten. Zusätzlich unterstützt das Fahrzeug weltweit verschiedene Schnellladestandards, darunter CCS2, CCS1, GB/T, CHAdeMO und NACS. Batterie als tragendes Sicherheitselement Auch die Integration der Batterie zeigt den technologischen Anspruch des Fahrzeugs. Das Batteriegehäuse ist vollständig in die Fahrzeugstruktur eingebunden und übernimmt aktiv Aufgaben im Crashmanagement. Die Konstruktion kombiniert Aluminium, Stahl und Faserverbundwerkstoffe, um maximale Steifigkeit bei geringem Gewicht zu erreichen. Die Hochvolt-Komponenten erfüllen dabei nicht nur gesetzliche Anforderungen, sondern zusätzlich die besonders strengen internen Sicherheitsstandards von Mercedes-Benz. Elektro-Performance ohne Kompromisse Mit dem neuen Mercedes‑AMG GT 4‑Türer Coupé zeigt AMG, wie elektrische Hochleistungsfahrzeuge künftig aussehen könnten: maximale Leistung, reproduzierbare Performance, ultraschnelles Laden und intelligente Thermik in einem alltagstauglichen Gesamtpaket. Die Kombination aus Axial-Fluss-Motoren, Direktkühlung und 800-Volt-Architektur hebt den Sportwagen technologisch auf ein neues Niveau – und könnte zum Maßstab für kommende Generationen elektrischer Performancefahrzeuge werden. Bilder: Mercedes-Benz Group AG