Mercedes steht offenbar vor einer grundlegenden Überarbeitung der Antriebspalette des SL. Im Zuge des für 2027 erwarteten Facelifts könnte das aktuelle Einstiegsmodell eine zentrale Änderung erhalten: Der bislang verbaute Vierzylinder soll entfallen und durch einen Reihensechszylinder ersetzt werden. Hintergrund sind verschärfte Emissionsvorschriften, insbesondere die künftige Euro-7-Norm, die den Einsatz des bisherigen Aggregats infrage stellt. Parallel dazu sind zuletzt erneut getarnte Prototypen gesichtet worden, die auf laufende Erprobungen der überarbeiteten Baureihe hindeuten. Bildergalerie: Mercedes-AMG SL Facelift (2027) Erlkönig April 2026 Konkret betrifft die Änderung den bisherigen Mercedes-AMG SL 43, der aktuell vom M139-Vierzylinder angetrieben wird. Laut einem Bericht von Auto Motor und Sport plant Mercedes, dieses Triebwerk aus dem Programm zu nehmen. Stattdessen soll der intern weiterentwickelte M256 Evo zum Einsatz kommen. Dabei handelt es sich um einen 3,0-Liter-Reihensechszylinder mit Mildhybrid-Technologie. In dieser Konfiguration würde das Modell künftig als AMG SL 53 positioniert werden. Die Leistung des neuen Antriebs wird mit 449 PS (330 kW) angegeben. Ergänzt wird der Verbrenner durch einen integrierten Startergenerator, der kurzfristig zusätzliche 23 PS (17 kW) bereitstellt. Neben der reinen Leistungssteigerung dürfte auch die Laufkultur ein Argument für den Wechsel sein, da Reihensechszylinder konstruktionsbedingt ruhiger arbeiten als Vierzylinder. Zudem soll der SL 53 serienmäßig mit Allradantrieb ausgerüstet werden, was eine klare Abgrenzung zum bisherigen heckgetriebenen SL 43 darstellt. Technisch ist der SL (R 232) eng mit dem Mercedes-AMG GT (C 192) verwandt. Beide Modelle werden in Bremen gebaut und basieren auf der sogenannten MSA-Plattform (Modular Sports Architecture), die speziell für leistungsorientierte Fahrzeuge mit Frontmittelmotor ausgelegt ist. Fahrwerk, Elektronikarchitektur und wesentliche Antriebskomponenten sind zwischen beiden Baureihen weitgehend identisch. Bildergalerie: Mercedes-AMG GT Facelift (2027) Erlkönig April 2026 Unterschiede ergeben sich vor allem in der Abstimmung: Der SL ist stärker auf Komfort und Offenfahren ausgelegt, während der AMG GT eine sportlichere Positionierung einnimmt. Entsprechend ist davon auszugehen, dass Änderungen an den Motoren und der Elektronik im Zuge des Facelifts parallel in beiden Modellreihen umgesetzt werden. Die optischen Änderungen beschränken sich auf die Frontpartie, hier kommen wohl die von anderen Mercedes bekannten "Stern-Lichter" zum Einsatz. Auch bei den Achtzylinder-Versionen sind Anpassungen geplant. Der 4,0-Liter-Biturbo-V8 soll laut Bericht von einer Cross-Plane- auf eine Flat-Plane-Kurbelwelle umgestellt werden. Diese Maßnahme dient einerseits der Effizienzsteigerung, andererseits verbessert sie das Ansprechverhalten und die Drehfreude des Motors. Für den SL 55 wird eine Leistung von 537 PS (395 kW) genannt, während der SL 63 auf bis zu 650 PS (478 kW) kommen soll. Damit würde insbesondere das Topmodell deutlich zulegen. Mercedes-AMG SL Facelift (2027) Erlkönig April 2026 Offen bleibt, wie sich diese Änderungen auf den Plug-in-Hybrid SL 63 S E Performance auswirken. Aktuell kombiniert dieses Modell den V8 mit einem Elektromotor und erreicht eine Systemleistung von 816 PS. Mit einem weiterentwickelten V8 wäre perspektivisch ein deutlicher Leistungszuwachs denkbar. Strengere Emissionsvorschriften erzwingen also eine technische Neuaufstellung. Gleichzeitig ergibt sich die Möglichkeit, das Einstiegsmodell aufzuwerten und die Gesamtperformance der Baureihe zu steigern. In der Summe könnte dies sowohl regulatorische Anforderungen erfüllen als auch die Attraktivität des SL erhöhen.