Ferrari schlägt ein neues Kapitel auf. Der legendäre Sportwagenbauer hat heute den Namen und das Interieur seines ersten vollelektrischen Modells enthüllt. Der Sportwagen wird Ferrari Luce heißen – italienisch für "Licht". Der Name soll laut Ferrari keine Technologie definieren, sondern eine Philosophie: Elektrifizierung als Mittel zum Zweck für eine neue Ära, in der Design und Technik verschmelzen. Teile der Technik des Fahrzeugs wurden bereits im Oktober 2025 gezeigt, die vollständige Enthüllung inklusive Exterieur folgt im Mai 2026 in Italien. Doch schon der heute gewährte Blick in den Innenraum zeigt: Der Luce bricht radikal mit dem aktuellen Ferrari-Design. Design von Jony Ive und Marc Newson Verantwortlich für die Gestaltung ist das Kreativ-Kollektiv LoveFrom, gegründet von Sir Jony Ive (dem ehemaligen Apple-Designchef, bekannt für iPod, iPhone und iMac) und Marc Newson. Die Zusammenarbeit läuft bereits seit fünf Jahren. Das Ziel war es, eine neue Designsprache zu entwickeln, welche die Ferrari-Tradition ehrt, aber moderne Konventionen in Frage stellt. Das Ergebnis ist ein Cockpit, das sich deutlich von denen in aktuellen Modellen wie dem 296 GTB oder Purosangue unterscheidet. Statt riesiger Bildschirme und komplexer Menüs setzt der Luce auf "taktile Klarheit". Das Lenkrad: Zurück zu den Wurzeln Fans klassischer Sportwagen dürften vor allem das neu gestaltete Lenkrad lieben. Es verzichtet auf die überfrachteten Touch-Flächen aktueller Modelle. Es ist eine moderne Interpretation der klassischen Nardi-Holzlenkräder der 50er und 60er Jahre. Die Drei-Speichen-Struktur besteht aus recyceltem Aluminium und wurde bewusst freigelegt. Es besteht aus 19 CNC-gefrästen Teilen und ist 400 Gramm leichter als ein Standard-Lenkrad. Ferrari Luce Lenkrad Unterhalb befinden sich zwei kleine Pods: Rechts sitzt ein Drehregler, der den gewaltigen Antriebsstrang des Luce mit über 1.000 PS steuert (Range, Tour und Performance). Links regelt ein neu interpretiertes Manettino die Fahrwerkskonfiguration; daneben befinden sich die Bedienung für die Dämpfer und der Scheibenwischer.“ Entgegen dem Trend zu immer größeren Displays setzt der Luce auf eine klare Trennung von Ein- und Ausgabe. Instrumente: Ein am Lenkrad befestigtes Cluster bewegt sich mit der Lenksäule mit. Es nutzt zwei übereinanderliegende OLED-Displays für einen 3D-Effekt. In ihrer Einfachheit und Schönheit erinnern die Instrumente an die Anzeigen der 80er- und 90er-Jahre. Dass die 210 km/h, die auf den Bildern angezeigt werden, die Höchstgeschwindigkeit des Luce sind, darf jedoch bezweifelt werden. Der 10,12 Zoll große Zentralbildschirm ist auf einem Kugelgelenk montiert, damit er sich zum Fahrer oder Beifahrer hin schwenken lässt. Darunter befinden sich die physischen Bedienelemente für die Klimasteuerung. Die Verwendung klassischer Kippschalter ist keine romantische Marotte, man ist überzeugt, dass die Funktionalität überlegen ist. Multigraph: Oben rechts auf dem zentralen Bildschirm befindet sich eine Multianzeige mit vier Funktionen: Uhr, Chronograph, Kompass und Launch-Control-Informationen. Sie nutzt ein proprietäres Uhrwerk mit drei unabhängigen Motoren und mehreren Getriebesätzen Bei den Materialien geht Ferrari neue Wege. Der Innenraum wird dominiert von recyceltem Aluminium und Corning Fusion5 Glas. Der Schlüssel: Er besteht aus Glas und besitzt ein integriertes "E Ink"-Display (ein Novum im Autobau). Steckt man ihn in das Dock in der Mittelkonsole, wechselt er die Farbe von Gelb zu Schwarz und "verschmilzt" optisch mit der Konsole. Der "Shifter": Der Gangwahlhebel ist ein Glaskunstwerk. Grafiken wurden per Laser durch Löcher, die halb so dick wie ein menschliches Haar sind, ins Glas eingebracht. Bildergalerie: Ferrari Luce 2026, der Innenraum Motor1 meint: Mit dem Luce und der Kooperation mit LoveFrom zeigt Ferrari, dass der elektrische Antrieb auch das Interieur-Design grundlegend verändern wird. Dass man den Fans die vermeintlich ungeliebte neue Technologie mit einem gehörigen Schuss Nostalgie schmackhaft macht, ist ein probates Mittel. Nichtsdestotrotz sollte man die Ideen im Interieur des Luce begrüßen. Ob sie - ähnlich wie Ives Apple-Produkte - stilbildend für eine ganze Branche werden, wird sich zeigen.