Es ist etwas mehr als ein Jahr her, seit Bertone uns einen ersten Vorgeschmack auf seinen modernisierten Runabout gegeben hat. Der Retro-Sportwagen ist nun bereit für die Produktion. Und er ist eine Augenweide. Er wird in zwei unterschiedlichen Karosserievarianten angeboten. Zuerst zeigte man uns ja die dachlose Barchetta-Version, nun gewährt man uns auch einen Blick auf das Targa-Modell, das eine vollwertige Windschutzscheibe und ein abnehmbares Dach mitbringt. Als Design-Hommage an Marcello Gandinis A112 Runabout Concept von 1969 (Autobianchi) verabschiedet sich die Neuauflage von ihren Fiat-Wurzeln und setzt stattdessen auf ein Lotus-Chassis. Grundlage ist dabei kein existierendes Serienauto, sondern eine komplett neue, stranggepresste und verklebte Aluminiumplattform, die von einem Zulieferer bezogen und von Bertone angepasst wurde. In Kombination mit Carbon-Karosserieteilen bringt der Sportwagen lediglich 1.057 Kilogramm auf die Waage – also ungefähr so viel wie ein Mazda MX-5. Der neue Runabout ist mit einer Länge von 3,99 Meter auch in etwa so groß wie Mazdas Roadster-Ikone. Allerdings duckt sich Bertones Retro-Sportler deutlich näher an den Asphalt: Er ist nur 1.116 Millimeter hoch. Hinten ist er um 91 Millimeter breiter als vorne und rollt auf geschmiedeten Aluminiumrädern im Mischformat: 18 Zoll vorn mit 225/40er-Bereifung und 19 Zoll hinten mit 295/30er-Pneus. Toyota-V6-Power und Handschaltung So wie Lotus Toyota-Motoren nutzt, bezieht auch der neue Bertone Runabout sein Herz aus Japan – in Form des bekannten 3,5-Liter-V6. Wie wir das aus diversen Lotus-Modellen kennen, kommt auch hier ein Kompressor zum Einsatz, der die Leistung auf 475 PS und 490 Nm maximales Drehmoment pusht. Die Kraft geht über ein Sechsgang-Schaltgetriebe mit traumhaft schöner, offener Schaltkulisse an die Hinterräder. Damit sprintet der Runabout in 4,1 Sekunden von 0 auf 100 km/h und erreicht 270 km/h Spitze. Zu den technischen Highlights gehören auch Doppelquerlenker-Achsen mit verstellbaren Dämpfern und Stabilisatoren. Bilder von: Bertone Das Design ist eine echte Verbeugung vor den Vorfahren Die Formensprache zitiert den Fiat X1/9 – einen Serien-Sportwagen, der vom A112 Runabout Concept inspiriert ist. Marcello Gandinis ikonische Keilformen, die seine Arbeit in den 1960er- und 1970er-Jahren prägten, leben in diesem neuen Duo aus offener Barchetta und Targa deutlich weiter. Die Barchetta ist klar die originalgetreuere Interpretation, doch auch das Carbon-Dach des Targa wurde so gezeichnet, dass das Keil-Thema möglichst erhalten bleibt. Bertone will lediglich 25 Exemplare bauen und ruft 390.000 Euro pro Stück auf. Der Runabout ist das zweite moderne Modell des Unternehmens und folgt auf den GB110, der auf der Plattform des Lamborghini Huracán und Audi R8 basiert. Motor1s Meinung: Es ist immer angenehm, inmitten zunehmend austauschbarer Fahrzeuge einen neuen zweisitzigen Sportwagen zu sehen. Selbst wenn er für die meisten von uns kaum mehr als Hintergrundbild fürs Handy oder den Rechner bleibt, ist es schön, eine ernstzunehmende Hommage an die Keilform-Ära zu erleben. Und jedes neue Auto mit Klappscheinwerfern ist ohnehin sofort hochsympathisch – auch wenn man sich fragt, wie das alles angesichts heutiger Fußgängerschutz-Vorgaben überhaupt durch die Zulassung kommt. Der neue Runabout bleibt dem Original treu, ohne die Retro-Karte zu überreizen. Auch wenn die Technikbasis den hohen Preis nicht zwingend erklärt, dürfte Bertone kaum Probleme haben, 25 Käufer zu finden. Bildergalerie: Bertone Runabout (2026)