Andere Länder, andere Modelle. Weltkonzerne passen ihre Fahrzeuge je nach Markt individuell an. So auch Renault. Beispiele sind der Taliant, ein Clio mit Stufenheck auf Dacia-Logan-Basis. Oder der Filante, ein großes SUV für Südkorea und Lateinamerika. Oder in Europa der neue Nissan Micra als Ableger des Renault 5 E-Tech. Nun ist der Dacia Duster dran. In Indien kam der Renault Duster 2012 auf den Markt und gilt dort als Auslöser für das kompakte SUV-Segment der Klasse B+. Dieses Segment entwickelte sich in den vergangenen Jahren zu einem wichtigen Bestandteil des indischen Automobilmarkts. Im Jahr 2025 lag sein Anteil bei rund 14 Prozent der gesamten Pkw-Verkäufe. In einem wettbewerbsintensiven Umfeld setzte Renault in Indien mehr als 200.000 Einheiten des Duster ab. Bildergalerie: Renault Duster (Indien) Der indische Automobilmarkt zählt inzwischen zu den größten weltweit und belegt aktuell Rang drei. Für Renault ist das Land daher ein zentraler Bestandteil der internationalen Strategie. Parallel zum Gesamtwachstum veränderte sich die Nachfrage deutlich. Während SUVs 2012 erst rund zwölf Prozent Marktanteil erreichten, lag ihr Anteil zuletzt bei knapp 55 Prozent. Klassische Kleinwagen und Kompaktfahrzeuge verloren im gleichen Zeitraum spürbar an Bedeutung. Die dritte Generation des Duster ist als internationales Modell konzipiert. Vermarktet wird sie unter der Marke Renault in Indien, der Ukraine, mehreren Ländern Südamerikas, Australien, Neuseeland, der Türkei und in Ägypten. Damit verfolgt Renault (ähnlich wie etwa auch Skoda) einen Ansatz, bei dem ein technisches Grundkonzept für unterschiedliche Regionen genutzt und jeweils marktgerecht angepasst wird. Im Rahmen des "Renault International Game Plan 2027" investiert Renault weltweit rund drei Milliarden Euro. Ein Schwerpunkt liegt auf fünf industriellen Standorten außerhalb Europas, darunter Indien. Der neue Duster wird im Werk Chennai gefertigt, das seit Juli 2025 vollständig zur Renault Group gehört. Seit der Eröffnung im Jahr 2008 wurden dort mehr als drei Millionen Fahrzeuge sowie mehrere Millionen Motoren und Getriebe produziert. Renault Duster (Indien) Ergänzt wird der Standort durch ein eigenes Designzentrum, das 2025 in Chennai eröffnet wurde, sowie ein gemeinsames Entwicklungszentrum mit Nissan, das Fahrzeuge für lokale und internationale Märkte anpasst. Renault ist in Indien mit mehr als 350 Händlerbetrieben und rund 450 Servicestandorten vertreten. Der neue Duster ergänzt das bestehende Angebot aus Kwid, Triber und Kiger. Der Marktstart in Indien ist für das Frühjahr 2026 vorgesehen. Weitere Märkte, darunter Südafrika und die Golfstaaten, sollen zu einem späteren Zeitpunkt folgen. Der neue Renault Duster zeigt deutlich seine Ausrichtung auf Offroad-Einsatz und Vielseitigkeit. Spezielle SUV-Merkmale wie Unterfahrschutz vorne und hinten, groß dimensionierte Radkästen, Dachträger sowie markant geformte Stoßfänger unterstreichen die Geländetauglichkeit, während das Fahrzeug gleichzeitig Schutz für Fahrwerk und Karosserie bietet. Die Böschungswinkel von 25,7 Grad vorne und 29,2 Grad hinten erlauben Fahrten abseits befestigter Straßen. Renault Duster (Indien) Besondere Aufmerksamkeit erhielt die Aerodynamik sowie die Verarbeitung, was den Fortschritt des neuen Duster zu einem reiferen SUV-Modell verdeutlichen soll. Abgerundet wird das äußere Erscheinungsbild durch diamantgeschliffene Leichtmetallräder in 17 oder 18 Zoll, die das durchdachte Design konsequent fortsetzen. Mit einer Länge von 4,35 Meter, einer Breite von 1,81 Meter und einer Höhe von 1,66 Meter und 2,66 Meter Radstand entspricht der Renault Duster seinem Dacia-Bruder. Sowohl an Front und Heck ist die Renault-Version etwas anders gestaltet, so erinnern die Rückleuchten an den VW T-Cross. Hinzu kommen eine verstärkte Karosseriestruktur sowie ein Unterfahrschutz. Auffallend: Vorne gibt es keine Renault-Raute, sondern nur einen fetten "Duster"-Schriftzug. Renault Duster (Indien) Innen unterscheidet sich der Indien-Duster noch klarer vom Dacia, denn die Bildschirme sind eine Einheit im Renault-Stil: Das digitale Kombiinstrument misst bis zu 10,25 Zoll, in den Einstiegsversionen 7 Zoll, und fasst alle fahrrelevanten Informationen übersichtlich zusammen. Ein zentral angeordneter Touchscreen mit 10,1 Zoll steuert Multimedia- und Konnektivitätsfunktionen inklusive Google Maps. Auch ein verstellbares Ambientelicht gibt es. Insgesamt wirkt der Renault Duster wertiger als der Dacia Duster. Im Einklang mit der internationalen Strategie der Marke, bis 2027 jedes dritte Modell außerhalb Europas zu elektrifizieren, wird der neue Renault Duster einige Monate nach Markteinführung mit dem voll hybriden E-Tech-Antrieb mit 160 PS erhältlich sein, der bereits in anderen Renault-Modellen wie Captur, Symbioz und dem neuen Clio zum Einsatz kommt. Dieser besonders effiziente Vollhybrid verbindet Leistungsfähigkeit und Kraftstoffeffizienz auf ausgewogene Weise. Der Antrieb basiert auf einem 1,8-Liter-Vierzylinder-Benzinmotor mit Direkteinspritzung, der nach dem Atkinson-Zyklus arbeitet. Der Motor leistet 160 PS (80 kW) bei 5.750 U/min und entwickelt ein Drehmoment von 172 Nm. Ergänzt wird er durch zwei Elektromotoren, die über ein intelligentes Multimode-Getriebe mit 15 Betriebsmodi gesteuert werden. Die Batterie verfügt über eine Kapazität von 1,4 kWh und arbeitet mit 280 Volt. Renault Duster (Indien) Der neue Renault Duster ist auch mit dem Turbo TCe 100 erhältlich, einem dreizylindrigen Turbobenziner mit Multipoint-Einspritzung und einem Hubraum von 999 cm³. Er leistet 100 PS (74 kW) bei 5.000 U/min und liefert ein Drehmoment von 160 Nm im Bereich von 2.800 bis 3.600 U/min. Gekoppelt ist der Motor an ein manuelles Sechsganggetriebe. Darüber hinaus steht der Turbo TCe 160 zur Verfügung, ein Turbo-Vierzylinder mit 1.333 cm³ Hubraum. Er entwickelt 160 PS (119,7 kW) bei 5.250 U/min und ein Drehmoment von 280 Nm ab 2.000 U/min. Dieser Motor kann entweder mit einem manuellen Sechsganggetriebe oder mit einem Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe (Wet DCT) kombiniert werden.