Regierungspläne hin, Bremse her: Deutschland ächzt aktuell unter hohen Spritpreisen. Und es sieht nicht danach aus, dass sich das bald ändert. Immer mehr Autofahrer schauen deshalb nach Alternativen zu den bekannten Kraftstoffen. Elektro wird immer beliebter, aber nicht jeder hat eine Stromquelle in nächster Nähe. Vom Anschaffungspreis eines E-Autos ganz zu schweigen. Wie wäre es stattdessen mit Autogas alias LPG? Flüssiggas (LPG) - nicht zu verwechseln mit verflüssigtem Erdgas (LNG, Methan) - besteht aus Propan, Butan und deren Gemischen und wird bereits unter geringem Druck flüssig. Der Energieträger verbrennt CO2-reduziert und schadstoffarm. Die erneuerbaren Varianten sind als biogenes Flüssiggas und künftig als Dimethylether (rDME) verfügbar. Flüssiggas wird für Heiz- und Kühlzwecke, als Kraftstoff (Autogas), in Industrie und Landwirtschaft sowie im Freizeitbereich eingesetzt. Bildergalerie: Dacia Duster Eco-G 120 (2026) im Test Im Pkw-Bereich hält bei Neuwagen die Marke Dacia unverdrossen die Stellung. Und bietet viele Baureihen als Eco-G an. Bedeutet: Zwei vollwertige Tanks, einer für Benzin, einer für LPG. Im Fall des Duster zweimal 50 Liter. Bei Dacia gibt es in Sachen Gas den von uns getesteten Eco-G 120 als Einstiegsmodell und den Hybrid-G 150 4x4 als Topversion mit Allrad. Spart der 120er also in mehrfacher Hinsicht? Schnelle Daten Dacia Duster Eco-G 120 (2026) Antrieb Dreizylinder-Turbobenziner, 1.199 ccm Getriebe Sechsgang-Schaltgetriebe Leistung LPG: 90 kW (122 PS), Benzin: 84 kW (114 PS) Drehmoment LPG: 197 Nm bei 1.750 - 3.750 U/min; Benzin: 190 Nm bei 2.000 - 4.000 U/min Kofferraumvolumen 456 - 1.548 Liter Preis ab 18.990 Euro Karosserie/Design Betrachten wir uns den Dacia Duster zunächst von außen. Seit 2024 ist die dritte Generation auf dem Markt, ergo optisch im Straßenverkehr präsent. Über 15.000 Exemplare wurden alleine 2025 in Deutschland neu zugelassen. Daran dürfte auch die markante, durchaus gelungene Gestaltung ihren Anteil haben. Knapp 21 Zentimeter Bodenfreiheit und eine rustikale Karosserie flüstern quasi: Ich kann auch ins Gelände! Mir macht das nichts aus! Dacia Duster Eco-G 120 (2026) im Test Nicht nur dort hilfreich: Die Multiview-Kamera samt Blick nach vorne aus dem City-Paket für 700 Euro (ab Journey). Denn der Duster ist überraschend breit. Blicken wir deshalb noch kurz auf seine Abmessungen: Abmessungen Dacia Duster Eco-G 120 (2026) Länge 4.343 mm Breite 1.813 mm Höhe 1.656 mm (mit Dachreling) Radstand 2.657 mm Kofferraumvolumen 456 - 1.548 Liter Leergewicht 1.393 kg Zuladung 412 kg Anhängelast 1.500 kg (gebremst) Stützlast/Dachlast 75 / 80 kg Innenraum Während der Duster außen zwar rustikal, aber nicht billig aussieht, wendet sich das Blatt innen doch deutlich. Hier blickt man auf humorloses Hartplastik, Premium ist hier allerhöchstens das Handy in der Hosentasche oder das After Shave am eigenen Hals. Gefühlt kann man die Dacia-Kabine mit einer Wurzelbürste und einem Eimer Wasser reinigen. Gewiss, bei einem Startpreis von gut 19.000 Euro darf man keine Premium-Ambitionen haben. Trotzdem finden wir, dass Dacia hier und da kleine Summen investieren sollte, etwa für Stoff in den plastikwüstigen Verkleidungen der Türen. Auch eine etwas feinere Entgratung würde schon viel ausmachen. Immerhin: Das generelle Design des Cockpits vermag zu überzeugen, zudem gibt es noch genug echte Knöpfe und Schalter. Eine gute Sache ist die beheizbare Windschutzscheibe (540 Euro im Winter-Plus-Paket ab Journey). Dacia Duster Eco-G 120 (2026) im Test Bilder von: Motor1.com Deutschland Ebenso die ab der Expression-Ausstattung (die Basis namens Essential ist schon arg karg) serienmäßige Kombination aus digitalem 7-Zoll-Instrumentendisplay und einen 10,1-Zoll-Touchscreen. Das optionale Werksnavi kann man sich getrost schenken, es fährt nur langsam hoch. Besser das Smartphone nutzen. Apple Carplay und Android Auto sind kabellos integrierbar. Auffallend übrigens, mit welch dröhnender Melodie das Infotainment startet. Muss das sein, Dacia? Die Funktionen des recht kleinen Digitalcockpits sind überschaubar: Leiste für den Drehzahlmesser oder nicht, Bordcomputer, Navi-Angaben werden nicht angezeigt. Ebenso überschaubar und ein ewiger Kritikpunkt bei jedem Dacia sind die schon nach kurzer Zeit unbequemen Sitze. Es gibt zwar in den Topausstattungen eine Lordosenstütze, aber gefühlt sind die Möbel nur ein Stück Schaumstoff ohne jedwede Unterstützung. Jeder mit "Rücken" spürt das nach 20 Minuten. Ergo sollte Dacia hier ein paar Cent mehr investieren. Dacia Duster Eco-G 120 (2026) im Test Unabhängig davon ist das Platzangebot im gesamten Duster gut. Da sich der LPG-Tank in der Reserveradmulde befindet, gibt es gute 456 bis 1.548 Liter Kofferraumvolumen. Fünf Kisten Wasser passen problemlos ins Heck, ohne die Rücksitze umzuklappen. Löblich: Doppelter Ladeboden und eine verkleidete Ladekante. Antrieb/Fahreindruck Der aktuelle Duster nutzt die gleiche Plattform wie auch der etwa gleich große Renault Symbioz. Doch schnell zeigen sich zwei Dinge: Es fehlt an Feinschliff und die Leistung bewegt sich am unteren Ende des Notwendigen. Das zeigen schon die reinen Papierwerte: Elf Sekunden auf 100 für den knapp 1,4 Tonnen schweren Dacia. Garniert vom deutlich wahrnehmbaren Laufgeräusch des Dreizylinders. Dessen 114 respektive 122 PS (je nach Kraftstoff) gut zu tun haben. Leider ist das Schaltgetriebe keine große Hilfe. Hakelig ist nicht nur das Anfahren, sondern auch die Führung der sechs Gänge. Zudem unpräzise, man stochert oft herum. Ein untertouriges Fahren im hohen Gang ist kaum möglich, die Abstimmung ist so unglücklich gewählt, dass man oft zwischen den Stühlen sitzt. Dacia Duster Eco-G 120 (2026) im Test Unser dringender Rat an alle, die mit dem Eco-G 120 liebäugeln: Nehmen sie 1.800 Euro in die Hand für das Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe. Oder falls es zwingend ein Schaltfahrzeug sein soll, den Mildhybrid mit 140 PS (ab 22.190 Euro). Auch hier beträgt die maximale Anhängelast 1,5 Tonnen. Nicht unerwähnt bleiben soll auch die herb abrollende Hinterachse und die rückmeldungsarme Lenkung. Generell gilt: Man hört, fühlt und spürt, warum ein Dacia so günstig ist. Fahrleistungen Dacia Duster Eco-G 120 (2026) 0 - 100 km/h 11,2 (Benzin), 11,0 (LPG) Höchstgeschwindigkeit 180 km/h Verbrauch 6,0 Liter (Benzin), 7,5 Liter (LPG) nach WLTP CO2-Emissionen 136 g CO2/km (Benzin), 121 g CO2/km (LPG) nach WLTP Verbrauch/Preis Die mäßige Motorisierung und das schlecht abgestufte Schaltgetriebe trieben den Testverbrauch in die Höhe: 6,7 Liter mit Benzin, um die acht Liter mit LPG. Allerdings ist das verschmerzbar mit Blick auf den Preis des alternativen Kraftstoffs. Grundlage ist unser Redaktionsstandort in Haar bei München am 16. April 2026 um 14 Uhr. Super E10: 2,07 Euro. LPG: zwischen 1,05 und 1,14 Euro. Bis zu einem Euro Unterschied, das rentiert sich schnell. Bilder von: Motor1.com Deutschland Zumal Dacia wie üblich beim Kaufpreis zurückhaltend bleibt. Der Duster Eco-G 120 beginnt in der absoluten Basis mit Klimaanlage bei 18.990 Euro. In absoluter Topausstattung "Extreme" samt aller Extras, Metalliclack und Automatik liegt man bei 26.130 Euro. Auf diesem Niveau gibt es vergleichbare VW nur als Jahreswagen. Fazit: 6/10 Generell ist der Dacia Duster mit seinem günstigen Preis-Leistungsverhältnis ein heißer Tipp für Sparfüchse, zumal mitsamt einem LPG-Tank an Bord. Doch man muss sich klar sein: Hier ist alles "Karo Einfach", Wertigkeit wird anders definiert. Leider ist beim Eco-G 120 mit manuellem Getriebe der Antrieb nicht harmonisch. Deshalb: Mindestens die Automatik-Variante nehmen oder einen Duster mit mehr Leistung. Teuer sind auch diese nicht. Pro Platzangebot Preis günstige LPG-Betankung Contra viel Hartplastik Sitze Abstimmung Schaltgetriebe