Jaguar beschäftigt sich gerade lieber mit dem eigenen Neustart und einer ziemlich eigenwilligen Neudefinition der Marke. Arden dagegen macht etwas herrlich Altmodisches und für viele Fans wohl deutlich Relevanteres. Der Tuner schnappt sich den F-Type P575 und holt aus dem letzten V8 der Briten noch einmal spürbar mehr heraus. Im Zentrum des Updates für den Arden AJ 23 RS steht eine überarbeitete Ladeluftkühlung. Dazu kommt eine neu abgestimmte Motorsteuerung. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. In der Straßenversion steigt die Leistung des aufgeladenen 5,0-Liter-V8 auf 650 PS, das maximale Drehmoment liegt laut Arden bei rund 850 Nm. Damit legt der F-Type vor allem beim Ansprechverhalten und im Durchzug noch einmal zu. Wer es ernst meint und den Jaguar nicht nur auf Landstraße und Autobahn bewegt, bekommt weiterhin eine schärfere Ausbaustufe für Motorsportveranstaltungen und Trackdays. Dann stehen 703 PS und 873 Nm im Raum. Das ist eine Ansage für ein Auto, das ab Werk bereits alles andere als untermotorisiert war. Passend dazu verbaut Arden eine Klappenabgasanlage, die dem Kompressor-V8 den akustischen Nachdruck liefert, den man hier auch erwartet. Es bleibt aber nicht bei mehr Leistung. Arden hat sich auch die Fahrdynamik vorgenommen. Exklusiv entwickelte KW-Gewindefedern sollen den Schwerpunkt absenken und das Handling schärfen. Zusammen mit weiteren Fahrwerksanpassungen und einer verstärkten Stahlbremsanlage soll der F-Type nicht nur schneller geradeaus fahren, sondern auch sauberer einlenken und auf der Bremse standfester werden. Gerade die Bremse dürfte für viele Kunden interessant sein. Arden setzt hier bewusst auf eine maßgeschneiderte Stahlbremse als Alternative zur teuren Keramiklösung. Das klingt erst mal unspektakulär, ist im Alltag aber oft die vernünftigere Entscheidung. Mehr Bremsleistung als Serie, weniger Kosten als Carbon-Keramik und im Zweifel auch weniger Schmerzen bei Wartung und Ersatzteilen. So etwas hört man gern, weil es tatsächlich praxisnah ist. Dazu kommt ein kompletter Satz 21-Zoll-Räder aus der Sportline-GT-Reihe. Vorne misst das Format 9,5 x 21 Zoll mit 265/30er-Reifen, hinten sind es 11 x 21 Zoll mit 305/25er-Pneus. Arden verspricht eine geringere rotierende Masse, dazu gibt es TÜV-Zulassung. Optisch legt der Tuner mit Carbonteilen nach, darunter Frontansätze, Seitenschweller, Diffusor und ein aktiv verstellbarer Heckspoiler. Im Innenraum bleibt es vergleichsweise dezent. Sportlenkrad und Pedalset setzen die passenden Akzente, auf Wunsch gibt es zusätzlich Leder- und Carbonapplikationen. Spannender ist ohnehin die Botschaft dahinter. Während Jaguar den Verbrenner längst zu den Akten gelegt hat, arbeitet Arden weiter an den V8- und sogar V12-Modellen der Marke. Sogar ein E-Fuel-Projekt läuft bereits, um die großen Motoren langfristig betreiben zu können.