Das neue Jahr beginnt auf dem deutschen Automarkt mit gemischten Gefühlen. Während die Gesamtzahl der Neuzulassungen im Vergleich zum Vorjahr leicht rückläufig ist (-6,6 %), zeigt der Blick auf die beliebtesten Modelle ein gewohntes Bild mit überraschenden Akzenten. Volkswagen festigt seine Vormachtstellung, während alternative Antriebe – insbesondere reine Elektrofahrzeuge (BEV) – ihren Marktanteil weiter ausbauen. Das zeigt die Statistik des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA). Der deutsche Automobilmarkt verzeichnete zum Jahresauftakt 2026 einen merklichen Dämpfer. Mit insgesamt 193.981 neu zugelassenen Personenkraftwagen sanken die Zahlen im Vergleich zum Vorjahresmonat um 6,6 %. Ein detaillierter Blick auf die Halterstrukturen offenbart dabei eine wachsende Kluft: Während die gewerblichen Neuzulassungen um 2,1 % zulegten und nun fast 70 % des Gesamtmarktes ausmachen, brach das Privatkundengeschäft massiv um 14,4 % ein und hielt lediglich noch einen Anteil von rund 30 %. Bildergalerie: Opel Astra (2026) und Opel Astra Sports Tourer (2026), Live von der Brüssel Motor Show 2026 Innerhalb der Riege der deutschen Hersteller ergab sich ein sehr heterogenes Bild. Als strahlender Sieger ging Opel aus dem ersten Monat hervor: Mit einem satten Plus von 27,4 % erzielte die Marke einen Marktanteil von 4,6 %. Auch im Premium- und Nischensegment gab es Grund zur Freude: Porsche (+23,3 %) und Mini (+18,1 %) verzeichneten zweistellige Zuwächse, während BMW ein moderates Plus von 5,4 % (Marktanteil 8,8 %) verbuchen konnte. Im Gegensatz dazu mussten die Schwergewichte teils herbe Einbußen hinnehmen. Branchenprimus VW verlor 17,5 %, blieb aber trotz dieses Rückschlags mit einem Marktanteil von 19,7 % die unangefochtene Nummer eins im Land. Auch Ford (-11,1 %), Mercedes (-6,5 %), Smart (-4,9 %) und Audi (-4,0 %) starteten schwächer in das neue Jahr. Bei den Importmarken untermauerte Skoda eindrucksvoll seine Führungsposition. Mit 18.550 Fahrzeugen und einem Plus von 12,2 % sicherte sich die Marke einen Gesamtmarktanteil von 9,6 %. Ebenfalls erfolgreich zeigten sich Fiat mit einem beachtlichen Sprung von 87,2 % sowie Hyundai, die ihr Vorjahresniveau knapp behaupten konnten (+0,1 %). Weniger glücklich verlief der Januar hingegen für Seat und Peugeot, die Rückgänge von 29,8 % bzw. 9,5 % hinnehmen mussten. Bildergalerie: BYD Seal 6 DM-i Touring (2026) im Test Besonders auffällig ist der Erfolg chinesischer Hersteller: BYD konnte seine Zulassungszahlen im Vergleich zum Vorjahr vervielfachen und setzt die etablierten europäischen Marken zunehmend unter Druck. Allerdings wird hier stark mit hohen Rabatten und Eigenzulassungen gearbeitet. Elektrofahrzeuge und Hybride gewinnen immer mehr an Boden, während klassische Verbrenner deutlich an Zuspruch verlieren. Mehr als 40 % der Neuwagen waren mit einem Hybridantrieb (Inklusive Mildhybride) ausgestattet, wobei besonders die Plug-in-Hybride mit einem Plus von 23 % hervorstachen. Noch dynamischer entwickelten sich die reinen Elektro-Pkw (BEV): 42.692 Neuzulassungen entsprechen einer Steigerung von 23,8 % gegenüber dem Vorjahr und einem Marktanteil von 22,0 %. Im krassen Gegensatz dazu stürzten Diesel (-17,1 %) ab. Alternative Antriebe wie Flüssiggas spielten mit nur 280 Fahrzeugen eine untergeordnete Rolle, während Erdgas und Wasserstoff nahezu keine Bedeutung fanden. Diese Verschiebung hin zur Elektromobilität wirkte sich unmittelbar auf die Klimabilanz aus: Der durchschnittliche CO2-Ausstoß der Neuwagenflotte sank im Vergleich zum Vorjahr um 9,9 % auf 102,4 g/km. Die Top-10-Neuzulassungen im Januar 2026 Der Volkswagen-Konzern besetzt traditionell die vordersten Plätze, doch der Wettbewerb im SUV-Segment und bei den Elektroautos verschärft sich. Das beliebteste reine E-Auto ist der Skoda Elroq. Der VW T-Roc verlor ein wenig, dies dürfte dem Modellwechsel geschuldet sein. Hier sind die Spitzenreiter des ersten Monats: Modell Neuzulassungen Januar 2026 VW Golf 6.529 VW Tiguan 4.228 Skoda Octavia 3.993 VW T-Roc 3.859 Opel Corsa 3.705 Audi A6 3.363 Mercedes GLC 3.140 Skoda Elroq 3.121 VW Passat 3.068 BMW X3 2.799 "Der Januar ist traditionell ein Monat der Flottenzulassungen. Dass der Elektro-Anteil trotz des Wegfalls einiger Förderungen so stabil bleibt, zeigt eine echte Marktwende", kommentiert die KBA-Statistik-Abteilung.