Die Premium-Wohnmobilwelt bewegt sich sichtbar in zwei Richtungen. Entweder wird es immer größer, schwerer und komplexer, oder bewusst kompakter, klarer und näher am Alltag. Hymer schlägt mit dem neuen GT-S die zweite Richtung ein und verbindet gehobenen Ausbau mit einem Maß an Übersichtlichkeit, das im Premium-Segment zuletzt eher selten geworden ist. Der Zeitpunkt passt. Auf der CMT in Stuttgart zeigen mehrere Hersteller, dass Komfort nicht zwangsläufig mit Länge erkauft werden muss. Ähnliche Gedanken verfolgt etwa der neue Ahorn Camp T 680 mit Heckbad, der ebenfalls auf effiziente Grundrisse und eine klare Trennung der Wohnbereiche setzt, ohne in Luxusdimensionen abzudriften. Bildergalerie: Hymer GT-S (2026) Der Hymer GT-S positioniert sich innerhalb des eigenen Programms unterhalb der großen B-Klasse-Modelle, will aber bewusst kein abgespecktes Einstiegsfahrzeug sein. Grundlage ist der Mercedes Sprinter mit Frontantrieb, der nicht nur fahrdynamisch, sondern auch beim Assistenzniveau eine solide Basis liefert. Optisch bleibt Hymer der eigenen Linie treu, interpretiert sie aber etwas straffer. Die Front wirkt geschlossen und modern, die Seitenflächen bewusst ruhig. Statt optischer Spielereien dominieren klare Linien und funktionale Details. Das sorgt für einen Auftritt, der eher souverän als auffällig wirkt – ein Ansatz, der gut zum Anspruch des Fahrzeugs passt. Bilder von: Hymer Im Innenraum setzt sich diese Haltung fort. Der Grundriss ist klassisch, aber sauber ausgearbeitet. Der Wohnbereich wirkt offen, ohne weitläufig zu sein, und profitiert von großen Fensterflächen sowie einer zurückhaltenden Farbgestaltung. Materialien und Oberflächen bewegen sich auf dem Niveau, das man von Hymer erwartet, ohne dabei überladen zu wirken. Die Küche ist kompakt, aber alltagstauglich ausgelegt. Arbeitsflächen sind sinnvoll dimensioniert, Stauraum wurde dort geschaffen, wo er tatsächlich genutzt wird. Auch hier verzichtet Hymer auf Effekthascherei und konzentriert sich auf eine logisch aufgebaute Anordnung, die im Reisealltag überzeugt. Bilder von: Hymer Das Bad folgt einem ähnlichen Prinzip. Es ist funktional geschnitten, klar strukturiert und so integriert, dass der Wohnraum nicht unnötig eingeschränkt wird. Bewegungsfreiheit und Nutzbarkeit stehen im Vordergrund, nicht maximale Größe auf dem Papier. Geschlafen wird im Heck in einem festen Bett, das sich harmonisch in den Grundriss einfügt. Der Zugang ist unkompliziert, die Liegefläche ausreichend dimensioniert, der Stauraum darunter sinnvoll nutzbar. Bilder von: Hymer Technisch setzt Hymer auf bewährte Lösungen. Die Bordtechnik ist auf Autarkie ausgelegt, ohne dabei in Extreme zu gehen. Moderne Energieverwaltung, zeitgemäße Heiztechnik und eine saubere Integration der Systeme sorgen dafür, dass der GT-S auch abseits klassischer Stellplätze funktioniert, ohne den Nutzer mit Technik zu überfordern. Auch beim Thema Gewicht bleibt Hymer realistisch. Der GT-S zielt klar auf die 3,5-Tonnen-Klasse, was ihn für viele Fahrer ohne Zusatzführerschein interessant macht. Gleichzeitig wird deutlich, dass Ausstattung und Zuladung bewusst austariert wurden, um diesen Anspruch im Alltag halten zu können. Beim Fahren profitiert das Wohnmobil von der Sprinter-Basis. Lenkung, Sitzposition und Assistenzsysteme sorgen für ein Fahrgefühl, das näher am Transporter als am klassischen Wohnmobil liegt. Er will kein rollendes Loft sein, sondern ein hochwertiges Reisefahrzeug, das sich auch im Alltag gut beherrschen lässt. Mit dem GT-S erweitert Hymer sein Portfolio um ein Modell, das Premium neu interpretiert. Weniger über Größe, mehr über Qualität und Alltagstauglichkeit. Wer sich im oberen Segment umsieht, aber keine Lust auf XXL-Dimensionen hat, bekommt hier eine neue Alternative.