Mit der ersten vollelektrischen C-Klasse verpasst Mercedes seinem Mittelklässler ein komplett neues Innenraumkonzept. Kurz vor der Weltpremiere am 20. April 2026 zeigt der Hersteller das Cockpit und stellt Themen wie Platzangebot, Sitze, Bedienung und Akustikkomfort deutlich stärker in den Mittelpunkt als bisher. Die C-Klasse nutzt eine elektrische Plattform, was vor allem im Innenraum spürbar sein soll. Der Wegfall des Kardantunnels schafft mehr Beinfreiheit, dazu kommt ein großes Panoramadach, das den Raum optisch öffnet. Mercedes spricht von der geräumigsten C-Klasse überhaupt. Die Gestaltung orientiert sich an einer Lounge mit fließenden Formen, klaren Flächen und reduziertem Bedienlayout. Materialien, Licht und Sound sollen eine zusammenhängende Umgebung ergeben, nicht nur einzelne Features. Endlich wieder feinste Qualität? Besonderes Augenmerk legt Mercedes auf die Materialqualität. Schon die Basisversion erhält das neue Leder "Softtorino" mit feiner Narbung. Die Sportsitze im Nappa-Leder tragen ein "Twisted Diamond"-Design mit Rauten-Perforation und kontrastierenden Nähten. In der AMG Line kommen auffällige Mokassin-Nähte an den Seitenwangen dazu. Beim Farbkonzept setzt Mercedes auf drei eher klassische Töne: Schwarz, Beechbraun und Ivorybeige. Metallische Akzente sollen das technische Erscheinungsbild unterstreichen. Luftausströmer, Türgriffe, Lautsprechergitter und Schalter zeigen eine präzise Oberfläche mit klaren Kanten. Die Lautsprechergitter erhalten erstmals eine horizontale Liniengrafik mit 3D-Struktur und Bicolor-Look, beim Burmester 3D-Soundsystem bestehen sie aus Edelstahl. Bei den Zierelementen reicht die Auswahl von offenporigen Naturfaseroberflächen und Fineline-Birke bis hin zur AMG-Karbonfaser. Interessant für viele Käufer: Die elektrische C-Klasse wird nach dem GLC das zweite Modell mit zertifiziert veganem Interieur. Das entsprechende Paket umfasst Sitze, Dachhimmel, Säulen, Türverkleidungen und Teppiche. Mercedes adressiert damit Kunden, die Tierprodukte vermeiden möchten, ohne bei Haptik und Optik auf Kunstleder der alten Schule zurückzugreifen. Die neuen Highend-Sitze zielen klar auf Langstreckenfahrer. Mehrere elektrische Verstellmöglichkeiten inklusive Memory-Funktion erlauben eine genaue Anpassung, eine Vier-Wege-Lordosenstütze unterstützt die natürliche Form der Wirbelsäule. Dazu kommen Optionen wie Ganzflächen-Massage in der Lehne, Sitzbelüftung und die Einbindung in das 4D-Soundsystem. Damit verknüpft Mercedes Sitzfunktionen und Audioeffekte stärker als bisher. Hyper hyper ... Oder "nur" super? In der Mitte steht ein durchgehendes Zierteil, das Instrumententafel und Mittelkonsole optisch verbindet. Darin eingebettet sitzt entweder der neue MBUX Hyperscreen oder der MBUX Superscreen. Der Hyperscreen erstreckt sich über die komplette Breite des Cockpits und nutzt eine Matrix-Backlight-Technik mit rund zehn Millionen Pixeln. Unterschiedliche Helligkeitszonen sollen Informationen klar darstellen und gleichzeitig separate Inhalte für den Beifahrer erlauben. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Ambientebeleuchtung. Bis zu zehn Ambient-Styles für Hyperscreen und Superscreen koppeln Farben von Kombiinstrument, Bedienelementen und Lichtleisten. Die Beleuchtung zieht sich von der Instrumententafel über die Mittelkonsole bis in alle Türen und optional in das Glasdach. 162 einzeln illuminierte Sterne im Dach erzeugen einen Sternenhimmel-Effekt, die Türverkleidungen wirken wie hinterleuchtete Sideboards. Mit den ENERGIZING COMFORT Programmen will Mercedes Stress im Alltag reduzieren. Akustik, Massage, Licht und Bildschirm-Animationen arbeiten zusammen, um den Fahrer je nach Programm zu aktivieren oder zu beruhigen. Die ENERGIZING Sitzkinetik bewegt Sitzfläche und Lehne in kleinen Schritten, um die Muskulatur zu entlasten. Pendelstrecken, Staus oder Ladepausen sollen so weniger anstrengend ausfallen. Beim Thema Klima fokussiert Mercedes Effizienz und Komfort gleichermaßen. Eine neue Klimaautomatik mit Multi-Source-Wärmepumpe bringt den Innenraum bei niedrigen Temperaturen deutlich schneller auf Betriebstemperatur als bekannte Verbrenner-Versionen. In einem Beispiel bei minus sieben Grad dauert das Aufheizen bei einer 20-minütigen Fahrt nur etwa halb so lang, bei rund halbiertem Energiebedarf. Das System startet automatisch beim Einsteigen und vermeidet übermäßige Entfeuchtung, um trockene Augen zu verhindern. Für die Akustik setzt Mercedes auf umfangreiche Dämmmaßnahmen. Ein steifer Rohbau, eine strömungsgünstige Karosserieform und Schallisolation vom Vorderwagen bis zum Heck sollen den Geräuschpegel senken. Elastomerlager entkoppeln Fahrwerk und Karosserie, auch die Elektromotoren sowie das Gehäuse der Klimaanlage erhalten eine spezielle Auslegung. Vorn verbaut Mercedes serienmäßig Verbundglas mit Geräuschdämmung, um Windgeräusche zu reduzieren. Die Weltpremiere der neuen elektrischen C-Klasse findet am 20. April 2026 um 12:30 Uhr MESZ in Südkorea statt und wird per Livestream übertragen. Dann folgen erste Details zu Antrieb, Reichweite und Assistenzsystemen, die das Interieur-Konzept ergänzen sollen.