Mercedes-Benz erweitert sein Engagement im Sicherheits- und Verteidigungsbereich und präsentiert auf der Fachmesse Eurosatory 2026 in Paris erstmals neben Varianten der G-Klasse auch spezialisierte Lösungen von Mercedes-Benz Vans. Unter dem Leitmotiv „Protecting what matters“ stellt der Hersteller Fahrzeuge und Energiesysteme für behördliche, humanitäre und militärische Anwendungen vor. Im Mittelpunkt des Messeauftritts stehen verschiedene Ausführungen der G-Klasse für Rettungs-, Führungs- und Sondereinsätze. Die traditionsreiche Geländewagenbaureihe wird seit Jahrzehnten von Streitkräften, Behörden und Hilfsorganisationen eingesetzt. Nach Unternehmensangaben wurden weltweit bislang mehr als 74.000 Fahrzeuge in diesem Segment genutzt. Inhaltsverzeichnis Toggle G-Klasse mit höherer Nutzlast und digitaler AusstattungVans erstmals auf der Eurosatory vertretenKooperation mit Tytan Technologies bei DrohnenabwehrsystemenMobile Energiespeicher für dezentrale Einsätze G-Klasse mit höherer Nutzlast und digitaler Ausstattung Zu den gezeigten Modellen gehört ein aufgelasteter G 350 d Stationswagen mit einem zulässigen Gesamtgewicht von 4,5 Tonnen. Das Fahrzeug bietet eine Nutzlast von mehr als einer Tonne und kann mit speziellen Ausstattungen wie Notlaufelementen, Infrarot- und Tarnlicht sowie elektromagnetischem Schutzpaket ausgerüstet werden. Vorgesehen ist die Variante unter anderem für Militärpolizei-, Führungs- und Funkfahrzeuge. Erstmals zeigt Mercedes-Benz zudem den „Wolf 2“, den Nachfolger des bisherigen Allzweckgeländewagens der Bundeswehr. Das Fahrzeug dient als Funk- und Führungsfahrzeug und ist serienmäßig mit der neuen digitalen Funk- und Führungsausstattung D-LBO ausgestattet. Neben einer Nutzlast von über einer Tonne verfügt der Wolf 2 über luftverladbare Eigenschaften sowie spezielle Ausstattungen für militärische Einsätze. Darüber hinaus präsentiert der Hersteller Fahrgestellvarianten mit und ohne Kabine als Basis für individuelle Aufbauten. Mit einem zulässigen Gesamtgewicht von bis zu 4,9 Tonnen und einer Nutzlast von über zwei Tonnen sollen sie als Plattform für Truppentransporter, Ambulanzfahrzeuge oder technische Spezialfahrzeuge dienen. Vans erstmals auf der Eurosatory vertreten Erstmals nutzt auch Mercedes-Benz Vans die Eurosatory als Präsentationsplattform. Gezeigt werden Varianten des Sprinter und Vito für Sicherheits- und Verteidigungsaufgaben. Der Sprinter 4×4 wird als vielseitige Plattform für Spezialaufbauten vorgestellt. Mit Allradantrieb, erhöhter Bodenfreiheit und einem zulässigen Gesamtgewicht von bis zu 5,5 Tonnen eignet sich das Fahrzeug für unterschiedliche Einsatzszenarien. Nach Angaben des Unternehmens werden weltweit rund 75 Prozent aller Sprinter nachträglich umgebaut oder spezialisiert. Als weiteres Ausstellungsstück präsentiert Mercedes-Benz einen speziell konfigurierten Vito für militärpolizeiliche Aufgaben. Das Fahrzeug verfügt unter anderem über variable Bodenfreiheit, All-Terrain-Bereifung, Funktechnik sowie Signalanlagen. Kooperation mit Tytan Technologies bei Drohnenabwehrsystemen Ein besonderer Schwerpunkt des Messeauftritts liegt auf einem gemeinsam mit dem Münchner Start-up Tytan Technologies entwickelten Fahrzeugverbund zur Drohnenabwehr. Dieser besteht aus einem speziell ausgebauten Sprinter und einer modifizierten G-Klasse. Während der Sprinter als mobile Einsatz- und Steuerzentrale mit Operator-Arbeitsplätzen, Kommunikationssystemen und Drohnenstartvorrichtungen fungiert, übernimmt die G-Klasse Aufgaben der Luftüberwachung und Aufklärung. Dafür wurde sie mit einem ausfahrbaren Radar-Teleskopmast und zusätzlichen Drohnenmodulen ausgestattet. Die Zusammenarbeit wurde durch ein Memorandum of Understanding (MoU) vertieft, das beide Unternehmen am Rande der Luft- und Raumfahrtmesse ILA 2026 in Berlin unterzeichneten. Ziel ist die Prüfung und Weiterentwicklung gemeinsamer Systeme für Sicherheits-, Grenzschutz- und Infrastrukturschutzmissionen. Mobile Energiespeicher für dezentrale Einsätze Neben Fahrzeuglösungen stellt Mercedes-Benz auf der Eurosatory auch mobile Energiespeichersysteme seiner Tochter Mercedes-Benz Energy vor. Die Systeme reichen von kompakten Speicherlösungen für Fahrzeuge bis hin zu großskaligen Anwendungen im Megawattstundenbereich. Sie sollen insbesondere in dezentralen Einsatzszenarien eine zuverlässige Energieversorgung für Drohnen, Radar- und IT-Systeme sicherstellen. Nach Angaben des Unternehmens können die Speicher sowohl in militärischen Mikronetzen als auch zur Absicherung kritischer Infrastrukturen eingesetzt werden. Mit der Kombination aus Spezialfahrzeugen, Partnerschaften mit Technologieunternehmen und mobilen Energiesystemen unterstreicht Mercedes-Benz seine Strategie, als Anbieter robuster Mobilitätsplattformen für Sicherheits- und Verteidigungsanwendungen aufzutreten. Dabei setzt der Konzern nach eigenen Angaben weiterhin auf die Zusammenarbeit mit spezialisierten Aufbau- und Systempartnern, anstatt selbst als Systemintegrator zu agieren. Bilder: Mercedes-Benz Group AG