Abgesehen vom Sportwagen Emira setzt Lotus aktuell auf große Elektroautos. Jedoch mit mäßigem Erfolg: 16 Fahrzeuge konnte die britische Marke im Februar 2026 in Deutschland neu zulassen. Deshalb setzt man für die Zukunft auch auf Hybridtechnik. Gebauer gesagt: Einen Super-Hybrid. Lotus kündigt für Europa die Hybridplattform X Hybrid an, die in der kommenden Eletre X debütieren soll. Der britische Hersteller, 1948 gegründet und heute Teil des chinesischen Geely-Konzerns, spricht von der ersten europäischen Hybridtechnologie, die 952 PS Systemleistung erreichen soll – bei einer angegebenen Gesamtreichweite von über 1.200 km sowie bis zu 350 km im rein elektrischen Betrieb. Bildergalerie: Lotus X Hybrid (2026) Die veröffentlichten Daten beziehen sich auf das bereits in China vorgestellte Modell, geben jedoch einen Vorgeschmack darauf, was wir ab diesem Jahr auf dem europäischen Markt sehen werden. Die neue X-Hybrid-Architektur folgt einer Philosophie, die Lotus als "Electric-First, Hybrid-Empowered" bezeichnet. Vereinfacht gesagt: Ziel ist es, die unmittelbare Reaktion eines Elektroautos zu liefern – kombiniert mit der Flexibilität eines Hybridsystems, das auf langen Strecken die Reichweite vergrößert. Das System kann rein elektrisch fahren, als serieller Hybrid – bei dem der Verbrennungsmotor als Generator arbeitet – oder als Parallelhybrid, bei dem beide Antriebsquellen zur Traktion beitragen. Der Wechsel zwischen den verschiedenen Betriebsarten erfolgt automatisch, abhängig von Fahrbedingungen und Leistungsanforderung. Lotus X Hybrid Im Zentrum des Konzepts steht ein 150-kW-Generator, laut Lotus einer der leistungsstärksten, die für ein Serienauto angekündigt wurden. Unter günstigen Bedingungen kann er in einer Stunde bis zu rund 25 kWh erzeugen. So lässt sich die Batterie während der Fahrt nachladen und ihr Ladezustand auch bei Autobahnetappen stabil halten. Die Plattform nutzt eine 900-Volt-Elektrikarchitektur. Das soll sehr schnelle Ladevorgänge und ein effizienteres Energiemanagement ermöglichen, ergänzt um ein Thermomanagement, das konstante Performance auch bei extremen Temperaturen sicherstellen soll. Bei den Fahrleistungen sieht die Referenzkonfiguration zwei permanenterregte Synchron-Elektromotoren vor – je einen an Vorder- und Hinterachse. Zusammen ergeben sie 700 kW (entspricht 952 PS) und 935 Nm Drehmoment. Das soll einen Sprint von 0 auf 100 km/h in 3,3 Sekunden ermöglichen – Werte auf Supercar-Niveau. Selbst bei einem Batteriestand von rund 20 Prozent soll das System noch eine hohe Leistung bereitstellen, etwa hilfreich beim Überholen oder an Steigungen. Lotus X Hybrid Die Batterie hat eine Kapazität von 70 kWh und wird von einem 52-Liter-Benzintank ergänzt. Die Kombination beider Energiequellen soll nach dem chinesischen CLTC-Zyklus eine Gesamtreichweite von über 1.200 km ermöglichen, während im reinen E-Betrieb bis zu etwa 350 km drin sein sollen. Dank der 900-Volt-Architektur kann der Ladevorgang von 20 auf 80% unter Idealbedingungen und an passenden Schnellladesäulen rund 9 Minuten dauern. Die endgültigen Spezifikationen für Europa – einschließlich der WLTP-Homologationswerte sowie Details zum Fahrwerk des kommenden Eletre X – will Lotus zum Launch im Juni 2026 bekanntgeben. Die ersten Auslieferungen werden im letzten Quartal desselben Jahres erwartet.